God of War 3 im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

... ist eines dieser Spiele, welches derart motivierend ist, dass man es am liebsten in einem Zug durchspielen will.

Des Rätsels Lösung ist...

God of War 3 God of War 3 Die Waffen werden demnach nicht nur für den Kampf benötigt, sie sind auch oft des Rätsels Lösung. God of War 3 ist in dieser Hinsicht ohnehin ziemlich vorbildlich. Obwohl die Action deutlich im Vordergrund steht, lockern immer wieder kleinere Rästelpassagen das Geschehen auf. Obgleich die "Kopfnüsse" stets über das Umlegen von Schaltern oder das Verschieben von Gegenständen hinaus gehen, sind sie nur selten besonders happig. Hier und da muss man zwar ein bis zwei Minuten überlegen, am Ende kommt man jedoch schnell auf einen Lösungsansatz. Dennoch gibt sich God of War 3 hierbei viel mehr Mühe und Kreativität als die Konkurrenz. Lediglich ein Darksiders konnte in letzter Zeit bezüglich der Rätseldichte mithalten und auch ein wenig besser abschneiden. Dennoch, God of War 3 ist kein anspruchsloser Kandidat. Ein etwas ausführlicher Abschnitt erinnert an den Film Cube. Hier bewegt man sich innerhalb von Quadraten, und muss diese drehen, um der Lösung des Rätsels näher zu kommen. Logisch, dass das komplette Geschehen auf den Kopf, oder auf die Seite, gestellt wird.

God of War 3 God of War 3 An anderer Stelle stehen schon mal kleine Geschicklichkeitseinlagen und Trail & Error-Abschnitte auf der Liste, die zwar nicht unbedingt fordernd, dafür selten nervig ausfallen. Desweiteren schnallt sich unser Kratos gerne seine Ikarusflügel um, um in spektakulären Sequenzen herabstürzenden Trümmerteilen auszuweichen oder durch enge Durchgänge zu fliegen. Und wenn man glaubt, dass man bereits alles gesehen hat, überraschen uns die Entwickler immer wieder mit netten Ideen, so zum Beispiel mit einer KI, die uns für eine gewisse Zeit begleitet und Kratos dabei hilft, Rätsel zu lösen. Einige davon müssen unter enormen Zeitdruck absolviert werden, weswegen jeder Handgriff sitzen muss. Zum Glück ist die Steuerung äußerst präzise ausgefallen, auch wenn einige Tasten mehrfach belegt sind. Um den vielen Kämpfen kurzzeitig zu entgehen, setzt God of War 3 viel daran, dass man die Gegend genau durchsucht. Obwohl das Spiel äußerst linear ist, sollte man möglichst alle Ecken erforschen. Da man durch das Auffinden von Gorgonenaugen, Phönixfedern und Minotaurenhörnern die Lebens- und Manaenergie dauerhaft erhöht (man braucht jeweils drei Items, um die Anzeige um eine Stufe zu erhöhen), ist diese Vorgehensweise mehr als empfehlenswert.

Wenn Götter wie Fliegen fallen

God of War 3 God of War 3 Wenn man glaubt, dass God of War 3 irgendwann die Puste ausgeht, der irrt gewaltig. Immer wieder entstehen absolut fulminante Spielszenen, an die man sich noch nach Jahren erinnern wird. Hier sind vor allem die Bosskämpfe gemeint. Einige dieser Begegnungen kann man kaum in Worte fassen, man muss sie einfach gesehen haben, so der Kampf gegen Chronos. Wenn man hier von einem Feind in Größe eines Hochhauses spricht, dürfte man der Untertreibung des Jahres erliegen. Der Kampf zieht sich über mehrere Ebenen und Kampfsequenzen, bis man nach einer halben Stunde und viel Arbeit endlich zum Sieg gekommen ist. Andere "Bosse" sind zwar kaum größer als Kratos selbst, dafür sind sie nicht minder anspruchsvoll und abwechslungsreich zu besiegen, stets mit dabei die Quicktime-Minispiele. So lassen wir uns auf ein Katz und Maus-Spiel mit Hermes ein, während um uns irgendwie alles zu Bruch geht. Obwohl God of War 3 einige knifflige Passagen aufzuweisen hat, kommt kaum Frust auf, selbst auf den höheren Schwierigkeitsgraden nicht. Das Spiel lässt uns immer genug Chancen zum Überleben, gleichzeitig sind Checkpoints äußerst fair gesetzt. Gespeichert wird allerdings nur an speziell ausgewiesenen Stellen.

God of War 3 God of War 3 Die Story von God of War 3 ist vielleicht nicht die spannendste und kreativste Begebenheit, die man in einem Videospiel gesehen hat, da es kaum Überraschungen gibt und man von Beginn an weiß, wer der Feind ist, trotzdem fesseln die Ingame-Erzählungen an den Bildschirm, gerade weil Kratos immer noch der erbarmungslose, furchteinflößende, stets schlecht gelaunte Spartaner ist, der den überheblichen Götter zeigt, wer hier Herr im Hause ist. Auch die vielen mythologischen Themen, Orte und Kreaturen machen einen exzellenten Eindruck. Vor allem das Monster-Design kann vollends überzeugen. God of War 3 ist in Sachen Gewalt wahrscheinlich der neue Primus in der Videospiel-Branche. Ja, ich wundere mich sehr, dass die USK den Titel "durchgewunken" hat. Die Darstellung wirkt zwar stark überzeichnet und wenig realistisch, dennoch werden Gegner ausgeweidet, Augen heraus gerissen, die Gliedmaßen genüsslich durchtrennt, Köpfe abgerissen oder Gesichter zu einem blutigen Matsch gehauen, während Gedärme heraus hängen und man nur noch Schreie des Schmerzes vernimmt. Teilweise sieht man in Quicktime-Events aus der Sicht des Opfers, wie Kratos' Fäuste einschlagen wie donnernde Blitze. Trotz der wenigen Beispiele, die ich hier gegeben habe, wirkt die Gewaltdarstellung nie aufgesetzt und stimmig ist in das Gesamtbild integriert, weswegen man nicht auf den Gedanken kommt, dass die Entwickler mit "Blood and Gore" auf billigen Kundenfang gegangen sind.

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