God of War: Chains Of Olympus im Gamezone-Test

Test Enrico Güttler

Wer das ganze Geheimnis um den kaltblütigen Krieger lüften möchte, kommt um die PSP nicht herum.

In der Kürze liegt die Würze

God of War: Chains Of Olympus God of War: Chains Of Olympus Neben der erneut fantastischen Inszenierung, dem wieder einmal gelungenen Leveldesign, welches gegen Ende allerdings einige kleine Ermüdungserscheinungen offenbart, sowie den neuen Waffen, an denen man ebenfalls durchaus Gefallen finden wird, fügten die Entwickler der Ready at Dawn Studios einige gelungene Überraschungsmomente in Form von neuen Features ein, bei denen Kratos nicht auf seine Waffengewalt angewiesen sein wird, sondern sich als Mann und auch als Mensch beweisen muss. Wenn man also in spielerischer Hinsicht überhaupt nach einem großen Kritikpunkt sucht, so wird man mit Sicherheit über die zu geringe Spielzeit stolpern, denn nach ca. 4-5 Stunden ist das Abenteuer schon wieder vorbei und man wird wehmütig den Abspann dieses berauschenden Spieles wahrnehmen. Deswegen empfiehlt es sich auch, nicht unbedingt den leichtesten der insgesamt vier verschiedenen Schwierigkeitsgrade anzuwählen, da dieser das Spielgeschehen zu einem Spaziergang durch die Unterwelt machen wird und das ohnehin schon kurze Vergnügen noch weiter zusammenschrumpfen lässt. Selbstverständlich wird man nach erfolgreichem Bestehen der Hauptkampagne mit weiterem Bonusmaterial in Form von Filmmaterial, Bonuskostümen sowie noch nicht veröffentlichten Artworks belohnt. Ebenso gilt es in insgesamt sechs Disziplinen sich den Herausforderungen des Hades zu stellen, an denen sich der eine oder andere mit Sicherheit die Zähne ausbeißen wird.

God of War: Chains Of Olympus God of War: Chains Of Olympus Da es sich bei Chains of Olympus um einen Titel für ein tragbares Videospielsystem handelt, dürfte natürlich die Erkenntnis interessant sein, ob man mit Kratos auch während der viel zu kurzen Mittagspause oder bei Fahrten mit Bus und S-Bahn kurzweiligen Spaß haben kann. Was die Hauptkampagne betrifft, so würde man eher davon abraten, da das Spiel aufgrund seiner tiefen Spielatmosphäre und seiner Emotionalität einen förmlich fesselt und man alles um sich vergessen wird, auch die nächste Haltestelle. Zudem liegen die Speicherpunkte ähnlich weit auseinander, wie man dies bereits in den PS2 Titeln kannte. Sodass man nur ca. alle 10-15 Minuten die Möglichkeit bekommen wird, den aktuellen Spielstand auf dem Memorystick festzuhalten. Im Gegensatz zur Hauptkampagne, die man auch gern auf einer längeren Flug- oder Zugreise in Angriff nehmen kann, eignen sich die Bonusspiele bzw. die Herausforderungen des Hades auch für den schnellen Metzelsnack zwischendurch, da diese zumeist ein schnelles Ende hervorrufen.

Technik in Perfektion

God of War: Chains Of Olympus God of War: Chains Of Olympus God of War bringt die PSP ans Limit. Mit diesen verheißungsvollen Worten im Vorfeld kündigten die Entwickler das Potenzial an, welches man aus dem Handheld herausholen könne. Im Gegensatz zu den bisherigen PSP-Games schöpft Chains of Olympus die volle Prozessorleistung der PSP von 333MHz (üblich 222MHz) aus. Dies bedeutet im Klartext, dass die bombastische Grafik, die man bereits in den beiden Vorgängern bewundern durfte, komplett auf die portable Spielkonsole übertragen werden konnte. Sodass man die geschmeidigen Animationen der einzelnen Akteure sowie die erneut fantastisch dargestellten Areale auch auf dem 16:9 TFT Bildschirm in Vollendung genießen darf. Dabei ist es übrigens vollkommen egal, mit wie vielen Gegnern man es gleichzeitig aufnimmt. Der Bildschirm wackelt nur dann, wenn es auch wirklich gewollt ist. Sprich, wenn man mit den Chaosklingen oder dem Handschuh von Zeus ordentlich zulangt, was übrigens nicht nur die Umgebung ordentlich zum Beben bringen wird, sondern auch fantastische Licht- und Farbeffekte optisch in Erscheinung treten. Zusätzlich sorgen die atemberaubenden Kamerafahrten erneut dafür, dass wir Kratos in gewissen Situationen winzig klein gezeigt bekommen, um dafür die gewaltigen, prachtvollen architektonischen Kunstwerke des antiken Griechenlands bewundern dürfen, auch wenn diese Momente aufgrund des geringen Spielumfanges nur relativ selten vorkommen.

God of War: Chains Of Olympus God of War: Chains Of Olympus Die Befürchtungen, dass die Technik unter der atemberaubenden Grafik leiden könnte, in Form von störenden Ladezeiten, die einem bereits im PSP-Ableger Prince of Persia: Revelations gehörige Zahnschmerzen zufügten, bestätigten sich dagegen nicht. Das Spielgeschehen läuft konstant flüssig, minimale und somit kaum auffällige Ladezeiten wird man nur nach Vollendung von gewissen Abschnitten in Kauf nehmen, welche den Spielablauf aber in keiner Weise negativ beeinflussen. Man darf deswegen wohl auch mit Recht behaupten, dass Chains of Olympus in grafischer Hinsicht wohl das Beste ist, was die PSP derzeit zu bieten hat.

God of War: Chains Of Olympus God of War: Chains Of Olympus Ebenso spektakulär präsentiert sich die Soundkulisse, die mit dem bekannten, brachialen, orchestralen Soundtrack auf sich aufmerksam macht, der maßgeblich zur Motivation beiträgt und in jedem Spieler den Krieger im Manne wecken wird. Für die deutsche Lokalisierung konnte man sich erneut die Dienste von Tilo Schmitz sichern, der bereits in den vorangegangen GoW Titeln, Kratos seine markante deutsche Stimme lieh. Generell zeichnet sich die deutschsprachige Umsetzung durch eine perfekte Synchronisation aus und trägt somit zu einer nahezu kinoreifen Inszenierung des Spektakels bei, die akustisch noch besser zur Geltung kommt, wenn man ein paar leistungsfähige Kopfhörer oder gar seine Stereoanlage an die PSP anschließt.

Meinung

Wertung zu God of War: Chains Of Olympus (PSP)

Wertung:

9.1 /10
Pro & Contra
die göttliche Grafikder kolossale Soundtrackeine spannende Reise in Kratos´ Vergangenheitperfekte deutsche Lokalisierunghervorragende Kompensierung der fehlenden Bedienelementeerneut kinoreife Inszenierungextrem hoher Unterhaltungswertspannungsgeladene und actionreiche Kämpfeeinige kleine Überraschungsmomentejede Menge Bonusmaterial
die relativ kurze SpieldauerRätseleinlagen bei Weitem nicht so anspruchsvoll und zahlreich wie in den VorgängernAnalogstickbewegungen bei den Quicktime-Events zu Beginn recht gewöhnungsbedürftig
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