Da wackelt der Olymp! Mit diesem fantastischen Spiel hätten wohl selbst die Götter gerne ihre Freizeit verbracht.
Mit göttlichen Waffen und Zaubern in den Kampf
God of War
Zusätzlich zu den im Mittelpunkt stehenden Chaosklingen bekommt ihr im Spielverlauf noch eine weitere Waffe (die Artemisklinge) überreicht, außerdem hat Kratos noch vier sehr effektive Zauber im Gepäck, welche ebenfalls mit der Zeit erlernt und durch das Füttern mit roten Orbs in ihrer Kraft enorm gestärkt werden können. "Der Blick der Medusa" beispielsweise lässt Gegner zu Stein werden, "Poseidons Zorn" schickt ein Gewitter über den gesamten Bildschirm und mit "Zeus' Wut" habt ihr auch entfernte Bösewichter im wahrsten Sinne des Wortes blitzartig gegrillt. Zu guter Letzt kommt noch die "Armee des Hades" ins Spiel, welche bei Anwendung ein paar untote Helfershelfer auf das Schlachtfeld schickt und euch somit tatkräftig unterstützt. Jeder Magie-Einsatz verbraucht das blau gefärbte Mana, welches in Kisten gefunden und durch das Erledigen von Gegnern aufgestockt werden kann. Der maximale Vorrat an Mana und Lebensenergie kann übrigens durch das Sammeln von gut versteckten Gorgonenaugen und Phönixfedern nach und nach aufgestockt werden, weshalb es sich in "God of War" auch immer lohnt die Umgebung nach brüchigen Mauern, gut versteckten Geheimgängen und Schatzkisten zu durchsuchen - das Spiel ist voll davon.
God of War
Seine spielerischen und grafischen Höhepunkte erreicht "God of War" regelmäßig während der spektakulären Auftritte der Bildschirm füllenden Endgegner. Diese Burschen übertreffen so ziemlich alles, was wir bisher in Sachen Größe auf unserer PS2 gesehen haben und sind zudem auch noch spielerisch ziemlich fordernd. Neben geschicktem Einsatz von Magie und diversen Waffencombos muss hier nicht selten auch die Umgebung aktiv in den Kampf mit einbezogen werden um überhaupt eine Chance gegen diese übermächtigen Super-Gegner zu haben. Unserer Meinung nach hätten es ruhig ein paar mehr Kämpfe dieser Art sein können, doch dieses Verlangen könnte auch nur daher rühren, dass man von schönen Dingen auch in Videospielen nie genug bekommen kann.
Eine blutige Angelegenheit
God of War
Das "God of War" in Deutschland bisher nicht offiziell verkauft wurde, hat natürlich auch einen triftigen Grund: Das Spiel ist ganz besonders während der vorgerenderten Videosequenzen mehr als blutig und sehr deutlich in Sachen Gewaltdarstellung. Bei vielen anderen Spielen hätten wir so gewaltbetonte Elemente als billigen Köder für eine entsprechende Käuferschicht abgetan, doch dank des exzellenten Gameplays, der fordernden Puzzles und der interessanten Mythologie-Story hat das Spiel weitaus mehr als nur blutige Kämpfe zu bieten. Zwar haben die Grafiker von Sonys hauseigener Spieleschmiede in Santa Monica kein Blatt vor den Zeichenstift genommen, doch ist der Gewaltaspekt des Spiels nur ein kleiner Teil des großartigen Ganzen. Auch wenn das Gameplay für jedermann ein absolutes Fest darstellen dürfte, sollten aufgrund der blutigen Optik trotzdem nur erwachsene Spieler mit "God of War" in den Krieg ziehen.
Monumentale Grafik und filmreife Animationen
God of War
Wenn es um das Charakterdesign von "God of War" geht, wäre wohl selbst Aphrodite neidisch geworden. Sonys Künstler haben sich nicht nur für den sehr düster wirkenden Protagonisten mächtig ins Zeug gelegt, sondern auch bei den auf griechischer Mythologie basierenden Gegnern hervorragende Arbeit geleistet. Unser absoluter Favorit: Die wohl bisher coolste und gruseligste Darstellung der sagenumwobenen Sirenen. Aber auch die Hydras, Minotauren, Zyklopen, Harpyien und der obligatorische Auftritt des Zerberus sind mehr als gelungen und allesamt ziemlich Angst einflößende Interpretationen dieser legendären Fabelwesen. Das Leveldesign glänzt nicht nur mit dem Fehlen jeglicher Ladezeiten, sondern auch mit einer bisher noch nicht erreichten Weitsicht: An einer Stelle dürft ihr den in der weiter Ferne tobenden Kampf der Athener gegen Ares beobachten - eine wirklich monumentale Spielszene. Gleiches gilt für die bereits angesprochenen Endgegner, welche alleine schon mit ihrer schieren Größe begeistern können.
God of War
Vor der ideal texturierten Umgebung bewegen sich alle Akteure derart weich animiert, dass alleine schon das Zuschauen bei "God of War" viel Spaß machen kann. Die Choreographie der Kämpfe ist sehr abwechslungsreich sowie flüssig animiert und bleibt trotz der oft sehr zahlreich vorhandenen Gegner und über den Bildschirm zuckenden Spezialeffekte ruckelfrei. Die virtuelle Kamera macht in diesem Spiel übrigens überhaupt keine Probleme, was an dem simplen Umstand liegt, dass es überhaupt keine selbst steuerbare Kamera gibt. Das Spiel erfasst den idealen Blickwinkel ganz von alleine und man fragt sich nach kurzer Zeit, warum man sich bei den vielen anderen Genrevertretern überhaupt als unfreiwilliger Analogstick-Kameramann hat eingelassen lassen.
Natürlich stimmt bei einem derart ausgereiften und mit viel Detailverliebtheit produziertem Spiel auch die musikalische Untermalung, welche sich logischerweise von antiken Klängen inspiriert gibt und stellenweise absolutes Kinoformat erreicht. Auch die Vertonung der virtuellen Darsteller ist gelungen und in der europäischen sogar in mehreren Sprachen auf der Spiel-DVD enthalten. In Sachen PAL-Version hat man zwar leider auf einen 60Hz-Modus verzichtet, dafür aber eine sehr gute Anpassung verwirklicht, weshalb auch nur minimale und fast nicht sichtbare Balken den Bildschirmrand zieren.

