Polyphony blieb seiner Linie treu und kredenzt uns mit GT5 Prologue mehr als eine Demo, aber doch kein ganzes Spiel.
Gran Turismo 5 Prologue
Aufgrund zahlreicher Rennhilfen ist das Spiel sehr gut für Anfänger geeignet. Das fängt bei der zuschaltbaren Ideallinie an, wobei auch die empfohlene Geschwindigkeit angezeigt wird, mit der man eine Kurve durchfahren sollte, und hört mit Fahrhilfen wie einem aktiven Bremssystem, einer Stabilitätskontrolle und einer Traktionskontrolle, die sich in 10 Stufen einstellen lässt, auf. Gerade bei der Traktionskontrolle gilt, dass sie den Wagen teils massiv verlangsamt, dafür aber stabil hält. Und wer den harten Rennfahrer markieren will, kann vom Arcade-Fahrmodus auf Simulation umstellen. Hier fahren sich die Boliden sehr realistisch, jeder Fehler führt im Prinzip dazu, dass man kaum noch aufholen kann. Ohnehin hat jeder einzelne Wagen seine Eigenheiten und fährt sich sehr unterschiedlich, was zum Teil auch mit den Antriebsarten wie Allrad-, Hinterrad-, oder Vorderrad-Antrieb zu tun hat. Das Auto will also kennen gelernt werden. Ein weiterer Punkt, der dem tollen Fahrgefühl zu gute kommt, ist das Windschattenfahren, das von euch verlangt im richtigen Moment auszuscheren.
Gran Turismo 5 Prologue
Im freischaltbaren Schnell-Tuning lässt sich der Wagen auf das geforderte Leistungsniveau bringen, da spätere Rennen einen gewissen Leistungsindex voraussetzten. So kann die Motorleistung verstärkt oder verringert werden. Gleichzeitig darf man das Gewicht des Fahrzeuges verändern, was natürlich alles seine Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat, ebenso wie die Wahl der Reifen. Bodenfreiheit, Spurwinkel, Sturzwinkel, Federkraft, Stoßdämpfer, Aerodynamik (abhängig vom Fahrzeug), Bremsbalance oder der maximale Einlenkwinkel, so ziemlich alles lässt sich verändern und in einem von drei Profilen speichern. Sogar an der Übersetzung lässt sich schrauben. Profis werden ihre Freude haben, doch gleichzeitig einige Feinheiten vermissen. So richtig nötig hat man die Einstellungen aber erst in der S-Klasse und im Profi-Fahrmodus. Anfänger müssen also nicht gleich kollabieren, sie werden ihren Spaß haben und Erfolge einfahren, will man jedoch alles aus seiner Karre rausholen, kommt man um das Tuning nicht herum. Leider dürft ihr keine zusätzlichen Teile für euer Gefährt kaufen. Auf Benzin- und Reifenverbrauch muss man ebenfalls verzichten.
Strecken und Fahrzeuge
Gran Turismo 5 Prologue
Insgesamt haben es knapp über 70 Fahrzeuge von 30 Herstellern in das Spiel geschafft. Neben Honda, Mitsubishi, Nissan, Mazda, Dodge, BMW, Audi, Mercedes, VW, Renault, Alfa Romeo, Jaguar, Aston Martin und noch einigen anderen Marken, hat es diesmal erstmals auch Ferrari in den Fuhrpark geschafft. Hersteller wie Porsche oder Lamborghini vermisst man jedoch schon etwa. Darüber hinaus hat Polyphony Digital in einer eigenen Kategorie einen Schlag speziell getunter Autos in den Händlerbereich gestellt. Wie man sieht, kann sich Gran Turismo 5: Prologue mit seinem Fuhrpark durchaus sehen lassen, im direkten Vergleich mit der Vollversion von Gran Turismo 5 ist das Ganze jedoch nur ein kleiner Bruchteil. Schade ist, dass man, bis auf die Farbwahl, keine Individualisierungs-Maßnahmen an den Boliden vornehmen darf, doch immerhin stehen recht aktuelle Wagen wie das neue BMW 1er Coupe oder der aktuelle Audi TT bei den Händlern.
Ingesamt haben sich sechs Rennstrecken in das Spiel geschlichen. Darunter befinden sich neben der Eiger Nordwand auch noch der Daytona Raceway oder eine Strecke mitten durch London. Zwei der Rennstrecken sind zudem in einer weiteren Variante verfügbar. Drückt man also ein Auge zu, hat man acht Rennkurse, wobei man auch die Option hat die Strecken rückwärts zu fahren. Ja, man hätte sich vielleicht 1-2 Pisten mehr gewünscht, doch insgesamt geht das Gebotene gerade so in Ordnung. Dafür unterscheiden sich die Kurse immerhin vom Profil recht deutlich. Übrigens wird immer bei Sonnenschein gefahren.
Der Fotorealismus hält Einzug
Gran Turismo 5 Prologue
Um eines vorweg zu nehmen: Gran Tursimo 5: Prologue sieht sehr gut aus, die erhoffte Offenbarung ist das Spiel jedoch (noch) nicht. Fangen wir mit den wenigen Defiziten an. Leider hat sich merkliches Kantenflimmern in den Racer eingeschlichen. Während man dieses Manko an den Wagen kaum bemerkt, wirkt es sich auf die Strecken umso deutlicher aus. Besonders bei Objekten wie Gittern oder anderen dünnen Gegenständen zeigt sich die Treppchenbildung von ihrer unangenehmen Seite. Für die Prologue-Fassung hat Polyphony Digital es also nicht geschafft eine gescheite Kantenglättung ins Spiel zu packen, da Gran Turismo 5 jedoch noch weit weg ist, kann man nur das Beste erwarten.
Insgesamt wirken die Strecken nur wenig spektakulär, das hängt jedoch damit zusammen, dass auf reinen Rennstrecken nur selten "Eye-Chatcher" zu sehen sind. Die Eiger Nordwand sieht da mit ihren majestätischen Bergen im Hintergrund schon um einiges besser aus und die London-Strecke beeindruckt mit detaillierten Häuserschluchten. Project Gotham Racing 4 und Gran Turismo 5. Prologue tun sich in dieser Hinsicht nicht viel. Dennoch wirkt gerade London sehr leer. Zwar hat man ein paar recht undetaillierte und dezent Animierte Zuschauer rund um die Strecke aufgestellt, so richtig Stimmung kommt bei den digitalen Zuschauern nicht auf.
Gran Turismo 5 Prologue
Das wäre es eigentlich schon mit der Kritik, wobei es dann doch noch einige Kleinigkeiten gibt: Die Fahrzeuge hinterlassen auf den Strecken beispielsweise keinerlei Brems- oder Driftspuren. Das kann die Konkurrenz doch schon lange. Aber was soll man sich mit so kleinen Details abgeben, wenn man nahezu fotorealistische Wagen vor die Nase gesetzt bekommt. Selten sahen Ferrari und Co. so gut aus. Jedes ach so kleine Detail wurde umgesetzt. Und als wäre dies noch nicht genug, auch die Innenräume der Karossen wurden originalgetreu nachgebildet. Erstaunlich ist, dass die Schatteneffekte bei all den kleinen Kanten und Lüftungsschlitzen im Innenraum kaum Fehler aufweisen. Schade wiederum ist, dass viele der Instrumente völlig starr sind.
Muss man eigentlich noch etwas zu den beeindruckenden Replays sagen? Zudem läuft das Spiel stets absolut flüssig. Ruckler gibt es keine, auch wenn das ganze Fahrerfeld vor einem ist. Die Auflösung von 1080p kann in Verbindung mit den Traumboliden einfach nur verzücken. Wenn Polyphony Digital im Detail noch an der Grafik schraubt, wird man bei der Vollversion dann kaum noch etwas zu meckern haben.
Gran Turismo 5 Prologue
Wenn man sich die Akustik eines Rennspiels anhört, sind die Motorengeräusche ein wichtiger Punkt. Jedes Auto hat seinen einzigartigen Klang. Während ein kleiner Daihatsu sehr lasch klingt, lässt ein Ferrari einen unglaublich kernigen Sound in Richtung des Spielers ab. Wenn man in der Cockpitansicht spielt, spürt man förmlich die Windgeräusche. Brems- und Driftgeräusche klingen manchmal jedoch etwas befremdlich. Viele Soundsamples scheinen fast unverändert aus dem Vorgänger übernommen zu sein. Das sorgt zwar für einen Widererkennungswert, doch dem subjektiven Ohr mundet der Klang nicht mehr ganz so frisch.
Während ihr in den Menüs oft von dezenten Klavierklängen begleitet werdet, bekommt ihr während der Rennen mehr oder weniger bekannte Pop-Musik zu hören. Einige Stücke dürftet ihr kennen, andere sind nur billige, nicht besonders eingängige Massenware, die man schnell wieder vergisst. Dennoch, die richtige Anlage vorausgesetzt, bekommt ihr einen herrlichen Dolby Digital Hörgenuss. Abschließend noch etwas zur Installation, denn die ist bei der Retail-Version zwingend notwendig. Insgesamt müssen fast 5,9 GB auf die Festplatte geschaufelt werden, was etwa 15 Minuten dauert. Bedingt durch die Installation sind die Ladezeiten jedoch recht knapp ausgefallen. Nach wenigen Sekunden ist ein Rennen gestartet.
