Grand Theft Auto Liberty City Stories im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Mit diesem Blockbuster liefert Rockstar Games endlich das entscheidende Argument für Sonys tragbare Konsole.

Nur was für echte Profis?

Grand Theft Auto Liberty City Stories Grand Theft Auto Liberty City Stories Der Spielumfang ist wie schon bei allen anderen Teilen der Serie schlichtweg umwerfend: Alleine für die Storymissionen benötigt man ca. 15 Stunden, danach erwarten echte Fans noch jede Menge optionaler Bonusaufträge und die Motivation das Spiel mit einer erstrebenswerten "100% Wertung" zu beenden. Während unseres Tests ist uns allerdings der deutlich höhere Schwierigkeitsgrad im Vergleich zu den Vorgängern aufgefallen: Einige der Missionen sind derart schwer, dass man sie nur nach mehreren Anläufen schaffen kann. Da man nach dem häufigen Bildschirmtod oder bei einer Verhaftung erstmal ohne die hart erarbeitete Waffensammlung dasteht, ist ein Laden des letzten Spielstands fast schon der Normalfall. Dieses Problem haben zwar auch die anderen GTAs, nur passieren derartige Situationen in "Liberty City Stories" einfach viel zu häufig. Besonders die Polizei wurde um einiges aggressiver programmiert, denn bereits bei einem Verahndungslevel von "2" gibt es kaum mehr ein Entkommen vor den pfeilschnellen Streifenwagen. Auch stören die kurzen Ladezeiten vor und nach den Zwischensequenzen normalerweise überhaupt nicht, nur wenn man eine Mission zum x-ten Mal versucht, beginnen auch diese kurzen Pausen irgendwann zu nerven. Ein klares Zeichen von Frust, welchen man durch etwas fairer gestaltete Missionen hätte vermeiden können. Zwar ist jeder noch so schwere Auftrag irgendwann mal überstanden, jedoch werden hier wohl nur echte Profis und Kenner aller anderen GTAs gänzlich ohne hässliche Frustgefühle vorankommen.

Ein völlig neues Spielgefühl: Der Mehrspielermodus

Grand Theft Auto Liberty City Stories Grand Theft Auto Liberty City Stories Erstmalig in der ruhmreichen Geschichte von GTA spendiert uns Rockstar Games in diesem Teil sogar einen mehr als umfangreichen Mehrspielermodus: In sieben verschiedenen Spielmodi dürfen sich dabei bis zu sechs Spieler nach aller Lust und Laune in Liberty City austoben. Hinter den beiden Spielvarianten "Liberty City Survivor" und "Protection Racket" versteckt sich im Prinzip ein klassischer Deathmatch- bzw. Assault-Modus. Auch wenn man derartige Spielmodi mittlerweile in jedem x-beliebigen Videospiel antrifft, haben es die Jungs von Rockstar Games tatsächlich geschafft, ein völlig neues Spielgefühl für mehrere Spieler aufkommen zu lassen. Der große Pluspunkt ist dabei nämlich Liberty City selbst, da die komplette Funktionalität des Solospiels auch im Mehrspielermodus erhalten geblieben ist: Ihr könnt euch also verschiedene Autos schnappen, von den unzähligen Abkürzungen Gebrauch machen, heiße Verfolgungsjagden austragen oder euch mit einem Raketenwerfer auf einem Hausdach verschanzen. Begrenzt wird das Ganze lediglich von den Ufern der einzelnen Stadtteile, da im Mehrspielermodus die Brücken und Tunnels zu den anderen Inseln gesperrt sind. Die vielen verschiedenen Waffen und die auch äußerst nützliche Schutzweste müssen im Mehrspieler-Modus natürlich nicht mehr gekauft, sondern können überall in der Stadt aufgesammelt werden, zusätzlich finden sich an gut versteckten Orten so effiziente Power-ups wie "Mega-Damage" oder "Unsichtbarkeit". Damit ihr euch übrigens in den riesigen Stadtarealen auch möglichst schnell wieder findet, werden die Spielernamen und farblich verschiedene Symbole auf der Minikarte eingeblendet.

Grand Theft Auto Liberty City Stories Grand Theft Auto Liberty City Stories Neben dem spannenden Deathmatch-Gerangel in "Liberty City Survivor" sind wir vor allem vom Spielmodus "Protection Racket" begeistert: Hier werden die Spieler in zwei Teams aufgeteilt, wobei eines davon vier sündhaft teure Limousinen in der Nähe von "8-Balls Bomb Shop" bewachen und das andere selbige in die Luft jagen muss. Die Lösungsmöglichkeiten dieser vermeintlich simplen Aufgabe sind vielfältig: Ihr könnt beispielsweise zu Fuß und mit einem Raketenwerfer bewaffnet von verschiedenen Seiten gleichzeitig angreifen oder die feindlichen Linien gemeinsam mit einem LKW-Konvoi durchbrechen. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Taktiken für diesen Spielmodus und auch das verteidigende Team kann auf ein paar effektive Manöver zurückgreifen: Straßenblockaden mit Autos oder geschickt platzierte Sprengfallen mit Fernzünder können das Vorrücken eurer Gegner schon frühzeitig aufhalten. Die fünf anderen Spielmodi wissen ebenfalls durch Originalität zu gefallen: In "Get Stretch" spielt ihr ein klassisches "Capture the Flag" allerdings mit Stretch-Limousinen. Bei "Tanks for the Memories" darf ein Spieler mit einem Panzer durch die Stadt brettern, während alle anderen versuchen müssen, den Koloss mit Granaten und Raketenwerfern zu zerstören. Im Spielmodus "Street Rage" werden klassische Rennen ausgetragen, bei "The Hit List" wird ein ausgewählter Spieler von den anderen gejagt und bei "The Wedding List" gewinnt schließlich derjenige, der in einer festgelegten Zeit die meisten Autos gesammelt hat. Wie bereits angesprochen, profitieren alle Spielmodi von der Größe der Stadt und den sich dadurch bietenden Möglichkeiten. Dadurch wird auch der Mehrspielermodus von "Liberty City Stories" zum absoluten Vorzeigeobjekt und stellt für gemeinsame PSP-Sessions das optimale Spiel dar.

Jenseits der PSP-Grenzen: Die Technik

Grand Theft Auto Liberty City Stories Grand Theft Auto Liberty City Stories Bei einem Spiel dieses Formats ist eine technisch anständige Umsetzung für Sonys PSP natürlich kein Kinderspiel gewesen. Die talentierten Programmierer von Rockstar Leeds haben zu diesem Zweck eine völlig neue Engine entwickelt, welche zwar im Hintergrund perfekt auf die neue Hardware abgestimmt ist, auf dem Bildschirm aber immer noch wie ein typisches, dreidimensionales GTA aussieht. Dabei hat man es tatsächlich geschafft die Grafik auf einem derart hohen Niveau zu halten, dass Liberty City auf der PSP stellenweise sogar besser aussieht als vor vier Jahren auf der PS2. Sogar neue Spielereien wie verschiedene Lensflare- und Wettereffekte sind hinzugekommen und auch die Weitsicht wurde um ein gutes Stück aufgebohrt. Selbst die Ladezeiten, welche sicherlich die größte Herausforderung auf dem Handheld darstellten, hat man in angenehmen Grenzen gehalten. Vergleichbar sind diese mit denen der PS2-Vorgänger: Zu Beginn wird einmal relativ lange geladen, doch danach könnt ihr die ganze Stadt ohne Unterbrechung in vollen Zügen genießen. Lediglich bei den Zwischensequenzen und beim Wechsel von einem der drei Stadtteile zum nächsten werden nochmals kurz ein paar Daten in den Speicher geschaufelt. Natürlich rotiert aufgrund des verwendeten Daten-Streaming die UMD ununterbrochen im Laufwerk, was letztendlich etwas mehr Batterieverbrauch verursacht. Auf einer voll aufgeladenen PSP war es uns aber ohne Probleme möglich, vier volle Stunden in Liberty Citys Gangsterwelt einzutauchen. Und selbst wenn vor dem Erreichen des nächsten Speicherpunkts die Batterie leer werden sollte, schaltet das Gerät ja erst in den Standby-Modus, wodurch ihr ganz einfach nach einer Aufladepause an derselben Stelle weiterspielen könnt.

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