GTA Trilogy - The Definitive Edition: Fazit und Wertung

Test Christian Dörre
GTA Trilogy - The Definitive Edition: Fazit und Wertung
Quelle: PC Games

Am 11. November erschien mit der GTA Trilogy: Definitive Edition eine Sammlung mit Remaster-Versionen der beliebten Open-World-Rockstar-Spiele GTA, Vice City und San Andreas. Diese erzürnt jedoch die Fans weltweit und auch wir schwankten während unseres Tests, mit dem wir erst zum Release starten konnten, oftmals zwischen Gelächter, Unverständnis und Zorn.

Ein bisschen hui, viel Pfui

Das Hauptargument für eine weitere Neuauflage der drei GTA-Klassiker ist natürlich die angepriesene überarbeitete Optik. Auch hier sollte man selbstverständlich keine Grafik wie beim neuesten PS5-Blockbuster erwarten. Man erkennt stets, dass es sich um 17 bis 20 Jahre alte Spiele handelt. 4K-Remaster hin oder her, die Optik ist also simpel. Dennoch hat sich rein visuell einiges getan. Die Farben sind nun knalliger und die Beleuchtung wurde überarbeitet. An einigen Ecken der Spielwelt wurden sogar zusätzliche Lichtquellen angebracht, um einen stimmungsvolleren Look zu kreieren.

Auch die Charaktermodelle bekamen Schönheitsoperationen. Wie das aber so ist bei Beauty-OPs, kann man auch vollkommen verbastelt wieder herauskommen. Bei manchen Charakteren sind die Eingriffe durchaus gelungen. Protagonist Tommy Vercetti aus Vice City sieht beispielsweise vollkommen okay aus. Andere Figuren hingegen sind nun mit solch geradezu grotesker Hässlichkeit gestraft, dass man sich oftmals fragt, seit wie vielen Generationen in deren Familien wohl Geschwister miteinander verheiratet wurden. Bei wiederum anderen Figuren hingegen ist das Charaktermodell okay, aber dafür schielen sie. Lance Vance wirkt dadurch zum Beispiel ziemlich lächerlich.

Funktionieren die Spiele der Trilogy mal, ist man oft beeindruckt davon, wie gut die Games damals schon inszeniert waren. Echte Meilensteine eben. Quelle: PC Games Funktionieren die Spiele der Trilogy mal, ist man oft beeindruckt davon, wie gut die Games damals schon inszeniert waren. Echte Meilensteine eben. Vor allem GTA 3 und Vice City sind davon betroffen. Die wichtigeren Figuren in San Andreas sehen zumeist in Ordnung aus. Lediglich die dortigen Standard-NPCs sind teilweise richtig schlimm. Vor allem die oftmals auftretenden Glotzaugen sorgen für Unwohlsein. Überhaupt fängt San Andreas aber den optischen Stil der Vorlage am ehesten ein. Vice City und GTA 3 haben hingegen einen noch viel ausgeprägteren Cartoon-Knetfiguren-Mischmasch-Look. Das ist nicht immer schlecht, an manchen Stellen sogar durchaus charmant.

In den besten Momenten sieht Vice City durchaus nett aus mit seinen knalligen Neonlichtern. In den schlechtesten Momenten wirkt es jedoch sehr plump und untexturiert und erinnert an eines dieser berüchtigten Asset-Flip-Games auf Steam. Hier macht es den Anschein, als habe man nicht einzeln und gezielt Anpassungen vorgenommen, sondern einfach nur ein Programm drüberlaufen lassen, einen Filter draufgeworfen und gesagt: "Ach, dat passt schon! Dat Ding muss vor Weihnachten noch inne Regale steh'n."

Bugs, Glitches und weitere Ärgernisse

Die überarbeitete Optik mag nicht immer überzeugen, aber das könnte man zähneknirschend noch irgendwie verkraften. Das Problem ist aber, dass Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition (jetzt kaufen ) teilweise einfach kaputt ist. Seit dem Veröffentlichungstag stellen Spieler weltweit Screenshots und Videos ins Netz, die teils lustig, teils schockierend sind. Auch wir machten während unseres Tests viele negative Erfahrungen mit der Remaster-Collection.

In manchen Szenen wirkt Vice City wie eines dieser billigen Asset-Flip-Games, die man von Steam kennt. Quelle: PC Games In manchen Szenen wirkt Vice City wie eines dieser billigen Asset-Flip-Games, die man von Steam kennt. So kam es bei jedem Teil mehrmals vor, dass er einfach mittendrin abstürzte. Ein Absturz war sogar reproduzierbar und sorgte dafür, dass wir eine Questreihe in Vice City nicht abschließen konnten, weil sich das Spiel regelmäßig an einem Punkt verabschiedete. Teilweise "vergessen" die Spiele auch wichtige Dinge zu spawnen. In einer Mission von San Andreas waren beispielsweise keine Schutzwesten zu finden, obwohl sie da sein sollten. In Vice City hingegen tauchte ein Missionsmarker einfach nicht auf, sodass wir die Quest neu starten mussten.

Das alles macht auch deshalb besonders wenig Spaß, da die nun hinzugefügten Checkpoints während Missionen nicht nur sehr blöd, sondern auch zu selten gesetzt wurden. Zudem fiel uns immer wieder mal auf, dass das gesamte Spiel kurz schneller wurde, wenn wir in einem Vehikel beschleunigten. Das macht es nicht unbedingt leichter, sich unfallfrei durch den Verkehr zu schlängeln und kann gerade in Verfolgungsjagden richtig nerven. In San Andreas flackerten außerdem irgendwann die Farben. Der Lack von Autos wurde nicht mehr richtig dargestellt, CJs Gesicht wurde zu Pixelbrei und als sich das wieder einkriegte, waren die Beine dran.

Wenn es anfängt, zu regnen, seid ihr im Blindflug unterwegs. Vor allem in GTA 3 sorgt das Mistwetter für Frustration.  Quelle: PC Games Wenn es anfängt, zu regnen, seid ihr im Blindflug unterwegs. Vor allem in GTA 3 sorgt das Mistwetter für Frustration.  Im Gegensatz dazu ist es fast schon belustigend, dass an einer Stelle schlichtweg vergessen wurde, eine Brücke sichtbar zu machen. Der größte Aufreger ist allerdings der Regen, der scheinbar aus dicken Glasscherben besteht und es vor allem in GTA 3 beinahe unmöglich macht, etwas zu sehen. Hier ist wirklich mächtig was schiefgelaufen.

Wir haben hier noch längst nicht alle Bugs und Glitches aufgezählt, aber wir haben schließlich auch nicht ewig Zeit. Wir schließen deshalb hiermit: Die Spiele ruckeln. Um es noch deutlicher zu machen: Diese etwa 20 Jahre alten PS2-Spiele ruckeln. Auf der PS5. Vor allem Vice City ist immer wieder von harten Framedrops betroffen. Man könnte jetzt natürlich darüber philosophieren, ob es denn überhaupt eine authentische GTA-Erfahrung wäre, wenn die Framerate nicht ab und an in den Keller gehen würde, aber nein. Das darf echt nicht sein.

Vor allem San Andreas bietet unglaublich viel Abwechslung. Überhaupt ist der dritte Teil der Trilogie mit Abstand am besten gealtert. Quelle: PC Games Vor allem San Andreas bietet unglaublich viel Abwechslung. Überhaupt ist der dritte Teil der Trilogie mit Abstand am besten gealtert. Es gibt einfach so viele Beispiele dafür, dass das Team von Grove Street Games, das für die Umsetzung der Remaster verantwortlich ist, mehr Zeit benötigt hätte. Rockstar entschied sich trotzdem für eine Veröffentlichung und gab Review-Versionen der Trilogie erst am Releasetag um 16 Uhr heraus. Offensichtlich, damit vorher keine Warnung ausgesprochen werden konnte. Das ist eine ganz miese Nummer. Dazu passt auch, dass es immer noch kein Statement des Publishers zum Zustand der Definitive Edition gibt.

Wäre Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition technisch sauber, würde es weiterhin eine klare Empfehlung von uns erhalten. Die drei Spiele mögen aufgrund ihres Alters einige Makel haben, machen an sich aber auch heutzutage noch Spaß. In diesem Zustand ist die Remaster-Collection jedoch eine große Enttäuschung und hätte so nicht veröffentlicht werden dürfen.

Update: Die Switch-Version

Die Fassung der GTA Trilogy: The Definitive Edition für Nintendos Hybrid-Konsole ist sogar noch schlechter als die für Xbox und Playstation. Das Positive: Der Grafikstil, der vielen Fans in der Definitive Edition sauer aufstößt, ist auf der Switch nicht so ausgeprägt. Hier wirken GTA 3, Vice City und San Andreas optisch eher wie die Originale. Außerdem ist der regen nicht so nervig wie bei den anderen Fassungen. Auf der Switch kann man hier tatsächlich noch die Straße sehen.
Auf Nintendos Switch hat die 'Definitive Edition' noch heftigere technische Probleme. Quelle: PC Games Auf Nintendos Switch hat die "Definitive Edition" noch heftigere technische Probleme.
Nun zum Negativen: Die Grafik ist grieselig und matschig. Teilweise wird sie nicht nachgeladen, sodass die Umgebung nur aus untexturiertem Brei besteht und die Figuren darin versinken. Hinzu kommen harte Pop-ups, die sich auf das Spielgeschehen auswirken. Viel zu oft ploppen Fahrzeuge oder diverse Objekte kurz vor einem auf. Sich mit Vollgas durch den verkehr zu schlängeln, wird so zur Qual. Vor allem auch, weil alle drei Spiele der Collection unfassbar ruckeln. Gerade bei Verfolgungsjagden verkommen die Spiele zu Dia-Shows. Einige Missionen werden dadurch nahezu unspielbar.

Meinung

Wertung zu Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition (PS5)

Wertung:

4.0 /10

Wertung zu Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition (NSW)

Wertung:

2.0 /10

Wertung zu Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition (XSX)

Wertung:

4.0 /10
Pro & Contra
Drei umfangreiche SpieleImmer noch atmosphärische SpielweltenGeniale CharaktereSehr gute englische VertonungVerbesserte WaffenauswahlCheckpoints, …
… die zu selten und teils schlecht gesetzt sindSprachausgabe teils schlecht abgemischtEinige Songs der Originale fehlenHakelige Steuerung bei SchusswechselnMiserables Treffer-FeedbackTeils grotesk hässliche CharaktermodelleOftmals zu dunkelMissionsmarker und Objekte werde oft nicht gespawntSehr viele (Grafik-)Bugs und GlitchesZahlreiche, teils reproduzierbare Abstürze, die das Abschließen mancher Missionen unmöglich machenFiguren versinken teilweise im Boden (Switch)Texturen laden teilweise gar nicht nach (Switch)Einige Missionen aufgrund harter Pop-ups und katastrophaler Framerate so gut wie unspielbar (Switch)
Fazit

Diese Remaster-Sammlung hätt so nicht auf den Markt kommen dürfen.

Bildergalerie

  1. Seite 1 GTA Trilogy - The Definitive Edition: Der Test zur Enttäuschung des Jahres
  2. Seite 2 GTA Trilogy - The Definitive Edition: Fazit und Wertung
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk