Arenanet hat diese durch zig Spiele getragenen Genre-Schwächen durch mutige und bestimmt unter sehr hohem Optimierungsaufwand entwickelten Gameplaymechaniken ein Ende gesetzt. Dazu bekommt der Spieler ein fantastisches, detailverliebtes Weltendesign, grundsolide Technik, ausgefeiltes PvP und bezahlt nicht mal die üblichen monatlichen Abogebühren. Wir erlauben uns zu sagen: An den Event- und Reisemechaniken von Guild Wars 2 werden sich alle künftigen Onlinerollenspiele messen lassen müssen.
Quelle: Buffed
Guild Wars 2 (29)
Grafik, Sound und Detailverliebtheit der Spielwelt ist wie schon angedeutet eine Klasse für sich. Wer ein Paar Zwanziger zu viel im Geldbeutel hat, sollte sich ruhig die Collectors Edition zulegen, die ein wunderschönes Artbook mitbringt. Wir lehnen uns soweit aus dem Fenster, das in Bezug auf die Lebendigkeit der Welt kein anderes am Markt befindliches Onlinerollenspiel mithalten kann. Kinder, die Heldengeschichten ihrer Welt nachspielen, barbarische Bierkarawanen, die über die verschneiten Straßen ziehen, NPCs, die uns direkt von sich aus um Hilfe ansprechen. Dazu ein wunderbarer Soundtrack, stabile Server (wenn auch derzeit noch am Wochenende überlastet - aber keine Angst, ihr kommt nicht in die Warteschlange, sondern auf einen "Überlaufserver" und könnt schon mal spielen). Die anfänglichen technischen Probleme wie Lag oder die zeitweise Abschaltung bestimmter Spielfunktionen (z.B. Auktionshaus) scheint Arenanet langsam in den Griff zu bekommen. Die deutsche Sprachausgabe, die sich auf die Charakterinstanzen, Begrüßungssätze und Chitchat der NPCs untereinander begrenzt, ist meistens toll gelungen, ab und zu unfreiwillig komisch. Sprecher wiederholen sich sehr oft, was aber der Atmosphäre relativ wenig Abbruch tut.
Quelle: Buffed
Guild Wars 2 (28)
Das Interface präsentiert sich sehr aufgeräumt, dafür aber kaum anpassungsfähig. Selbst das verschieben von Skills in der unteren Aktionsleiste ist nicht möglich. Auch die Chatkommandos sind ganz rudimentär auf das Allernotwendigste beschränkt. Vermutlich will der Entwickler den Spielern erlauben, ihre komplette Aufmerksamkeit nur dem Spielgeschehen zu widmen, und das mit Recht: Selbst auf durchschnittlich leistungsstarken PCs ergibt sich bei Kämpfen (danke Eventsystem sind hier sehr schnell dreißig bis vierzig Spieler und ebensoviele Gegner in eine Prügelei verstrickt) ein solches Effektdurcheinander, das man manchmal nur noch auf Gut Glück seine Angriffsrotation in die Tastatur tippt, in der Hoffnung, einfach irgendwie Schaden zu machen. Wunderschön anzusehen, aber eigentlich schon per Design unübersichtlich. Dafür erlebt man das Gefühl, wirklich mitten in einer massiven Schlacht seinen Mann oder seine Frau zu stehen.
Quelle: Buffed
Guild Wars 2 (27)
Sehen wir hier nun ein paar eingefleischte WoW Hardcore-Raider kritisch die Augenbraue hochziehen? Vielleicht ist diese Spielerschaft mit Recht nach dem Lesen der bisherigen Zeilen etwas misstrauisch, ob auch er als kompetitiver Charakter in Guild Wars 2 seinen Spaß findet? Man muss ehrlich sein: Im oben geschilderten Heldenalltag und in den Storybereichen geht es kaum um Wettbewerb und Skillvergleich - auch ein Gelegenheitsspieler, der meistens ohne Freunde unterwegs ist, kommt gut und schnell voran (wie ja auch im heutigen Design von World of Warcraft). Für die Hardcorespielerschaft hat Arenanet eine der großen Traditionen des ersten Guild Wars übernommen und optimiert: Der PvP (Spieler hauen Spieler um)-Bereich ist jederzeit zugänglich - und massiv. Auf dedizierten, riesigen Schlachtfeldern toben Tag und Nacht Schlachten zwischen den Angehörigen der verschiedenen Spieleservern - das gute alte Dark Age of Camelot lässt freundlich grüßen. Der Kriegsfortschritt der einzelnen Parteien wird stets mitprotokolliert und verschafft der eigenen Serverbevölkerung Boni bei Kampf und Handwerk. Leider ist die Spieleranzahl auf den Schlachtfeldern begrenzt und in der Prime Time am Abend landet man gerne in der Warteschlange oder den bereits genannten Überlaufservern - was man zumindest zum Training der eigenen PVP-Fähigkeiten nutzen kann. Für die kleine Klopperei zwischendurch begibt man sich in "die Nebel", kleineren Arealen, auf der Einheiten von bis zu 16 Mann miteinander ringen. Neben PvP gibt es auch Gruppeninstanzen, die sich ab Level 30 für einen öffnen, und Raidfeeling aufkommen lassen. Aber klar: Die kompetitive Ausrichtung aller Inhalte á la Branchenprimus bringt Euch Guild Wars 2 nicht mit.
Quelle: Buffed
Guild Wars 2 (24)
Es werden alle PVP-Teilnehmer beim Eintritt ins Kampfgeschehen auf Maximalstufe gesetzt, Waffen und Rüstung bleiben aber dem eigentlichen Spielerlevel gleich. Richtig Fun mach PVP eigentlich erst im sogenannten Endgame. Ha, wir haben das Reizwort Endgame gesagt! Durch das fehlen dieser Spielinhalte für Gamer, die ihre Figur maximal ausgebaut haben, sind schon etliche Onlinerollenspiele stark beschädigt worden. Arenanet versucht hier, als ohne das klassische Abo verkaufendes Studio, die Philosophie, das Endgame ins laufende Spiel einzuflechten und den Kunden eher zu motivieren, mehrere unterschiedliche Charakterklassen und Völker nacheinander zu spielen, und die Storyinhalte zu genießen - und wie wir Arenanet kennen, wird das nächste Kauf-Addon, mit dem der laufende Betrieb finanziert wird, nicht lange auf sich warten lassen. Ansonsten heißt Endgame zur Zeit PvP und die acht Dungeons besuchen, was sicherlich nur eine Zeitlang unterhält.
Ach ja, bevor wir's vergessen: Einen Itemshop gibt es natürlich auch in Guild Wars 2, zum Spaß haben am Spiel und dem zügigen Weiterkommen ist aber kein Einkauf gegen Echtgeld notwendig. Lediglich die Verlockung, sich mittels mehr oder weniger harten Euros das Bankfach zu vergrößern ist gegeben, dieses kann aber auch über Spielgeld bezahlt werden. Ansonsten gibt es hier die üblichen Haustiere oder Erfahrungsbooster, die aber eigentlich nicht notwendig oder sinnvoll sind.
