Guild Wars im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Das Guild Wars keine monatlichen Gebühren kostet, ist nur einer von sehr vielen positiven und richtungsweisenden Aspekten.

Einfach aber trotzdem komplex: Das Charaktersystem

Guild Wars Guild Wars Wie in allen Rollenspielen beginnt das Abenteuer auch in Guild Wars mit der Erstellung eines Charakters: Die insgesamt sechs zur Verfügung stehenden Klassen setzen sich aus dem genretypischen Berufen wie Krieger, Waldläufer, Mönch und Elementarmagier sowie einem Nekromanten und einem Mesmer zusammen. Natürlich kann während der Charaktererstellung auch das Aussehen eures digitalen Ebenbildes angepasst werden, die Möglichkeiten dabei begrenzen sich aber auf den üblichen Standard. Der eigentliche Clou des Charaktersystems stellt sich dann sehr schnell innerhalb der ersten Spielstunden heraus: Im großzügigen Tutorial, welches sehr vorbildlich als Prolog ins eigentliche Spiel integriert wurde, habt ihr die benutzerfreundliche Möglichkeit auch die anderen fünf Klassen und deren Fähigkeiten auszuprobieren. Habt ihr euch dann schließlich für eine passende Sekundärklasse entschieden, wird diese permanent ausgewählt und steht fortan in vollem Umfang zu eurer Verfügung. Die Charaktere in Guild Wars definieren sich also grundsätzlich durch ihre Haupt- und Nebenklasse und sind aufgrund der jeweils über 70 verschiedenen Fähigkeiten pro Klasse und 30 möglichen Klassen-Variationen fast immer einzigartig zusammengestellt.

Guild Wars Guild Wars Während eurer Abenteuer stehen immer nur acht verschiedene Fähigkeiten gleichzeitig zur Verfügung, was natürlich ein geschicktes und taktisch kluges Arrangieren aus dem immer größer werdenden Repertoire an Kampf- und Unterstützungsfähigkeiten erfordert. Dies ist nämlich nur in den mit anderen Spielern geteilten Städten und Dörfern möglich, sobald die eigentliche Monsterjagd auf weiter Flur beginnt, können die acht Fähigkeiten nicht mehr verändert werden. Ein überladenes Interface mit 'zig verschiedenen Buttons für Skills, Buffs und Items gibt es hier also nicht, trotzdem bleibt das Spiel besonders in den Kämpfen anspruchsvoll und fordernd. Neue Fähigkeiten werden durch das Ausgeben von verdienen Skillpunkten oder das erfolgreiche Erledigen von Quests freigeschaltet. Wie effizient die jeweiligen Zaubersprüche oder Angriffe sind, definiert sich durch das Aufwerten verschiedener Attribute. Ein Krieger verfügt beispielsweise über das klassische Attribut "Stärke" wodurch sich logischerweise die Schlagkraft seiner Waffen aufwertet. Beim Elementarmagier wiederum stehen Attribute wie "Feuermagie", "Wassermagie" oder "Energiespeicherung" auf dem Programm, was darauf basierende Fähigkeiten entsprechend verbessert. Jeder Levelaufstieg (20 ist der Höchstlevel) bringt neue Attributspunkte ein, welche frei auf die klassenabhängigen Attribute verteilt werden können. Das System aus Attributen und Fähigkeiten und den daraus resultierenden, sehr individuellen Charakteren ist so einfach wie genial und bietet für Einsteiger und Profis gleichermaßen genügend spielerische Möglichkeiten. Selbst falsch verteilte Attributspunkte können innerhalb eines gewissen Rahmens neu zugewiesen werden, weshalb man ständig motiviert ist mit der eigenen Spielfigur und deren Möglichkeiten zu experimentieren.

Taktisch anspruchsvolles Kampfsystem

Guild Wars Guild Wars Natürlich wird auch in Guild Wars sehr häufig und lange gekämpft. Vorzugsweise in Gruppen gegen die Charr und andere Monster, im späteren Spielverlauf aber auch gegen menschliche Mitspieler in speziell darauf ausgelegten Arenen. Das Kampfsystem ist im Prinzip einfacher als bei anderen Genrevertretern aufgebaut, schließlich habt ihr während der eigentlichen Auseinandersetzung ja nur acht verschiedene Fähigkeiten zur Verfügung. Natürlich kostet der Einsatz eines besonders starken Zaubers auch viele Manapunkte und ist deshalb nur begrenzt oft möglich. Jedoch regenerieren sich Lebens- und Zauberenergie hier sehr schnell von ganz alleine, weshalb der Einsatz von Heil- und Manatränken völlig entfällt. Einer der wichtigsten Aspekte des Kampfsystems ergibt sich aus den enorm vielen Fähigkeiten der zwei gleichzeitig zur Verfügung stehenden Klassen: Nur wer seine aktuellen Fähigkeiten geschickt aus dem riesigen Repertoire der beiden Klassen kombiniert und durch die Verteilung der Attributspunkte entsprechend aufwertet, hat eine Chance auf Erfolg - ganz besonders im PVP-Kampf gegen andere Spieler. Dabei ist die Erfahrungsstufe der Spielfigur fast schon nebensächlich, da eine taktisch kluge Zusammenstellung der Fähigkeiten hier wesentlich wichtiger ist. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, warum die Charakterentwicklung hier bereits mit Level 20 endet der Stufenaufstieg nicht das wichtigste Spielziel vor allen anderen darstellt. Ab dem höchsten Level tritt dann ganz automatisch der PVP-Kampf in den Vordergrund und besonders erfolgreiche Questlöser und Weltenbummler haben mitunter ein paar Vorteile durch sehr seltene und effektive Kampffähigkeiten. Diese werden nämlich nicht nur von typischen Lehrmeistern beigebracht, sondern winken auch bei einigen Quests als Belohnung.

Guild Wars Guild Wars Wer sich allerdings nur auf den PVP-Teil des Spiels konzentrieren möchte, kann auch gleich zu Beginn einen reinen PVP-Charakter mit höchster Erfahrungsstufe erschaffen, hat dabei aber nur Zugriff auf bereits im Abenteuer-Modus erspielte Fertigkeiten und kann selbstverständlich nicht an normalen Missionen und Quests teilnehmen. Reine PVP-Charaktere starten direkt in speziell für sie gestalteten Arenen und dazugehörigen Lobbys und können sich hier teambasiert und auf taktisch anspruchsvollem Niveau miteinander messen. Eine umfangreiche Gildenverwaltung samt persönlicher Gildenhalle, weltweiter Ranglisten und vielfältiger Turniermöglichkeiten runden den teambasierten Mehrspielerkampf angenehm ab. Aus Egoshootern bekannte Spielvarianten wie "Auslöschung", "Eroberung" oder "Herr des Hügels" bringen hier genügend Abwechslung ins Spiel. Alleine schon der Name Guild Wars deutet auf einen ausgeprägten Profispieler-Titel hin, jedoch haben die es die Macher geschafft auch den quest- und missionsbasierten Teil des Spiels höchst attraktiv zu gestalten, weshalb Guild Wars für Abenteurer und echte eSportler gleichermaßen interessant sein dürfte.

Von Waffen, Rüstungen und Handwerkern

Guild Wars Guild Wars Die wahren Belohungen für absolvierte Quests sind in Guild Wars nicht besonders schöne und einzigartige Waffen, sondern die für das Gameplay wesentlich wichtigeren Fähigkeiten (Skills). Zwar gibt es hin und wieder auch mal ein neues Schwert oder ähnliches als kleinen Bonus, wesentlich besser als das sehr häufig von Monstern fallen gelassene Kriegsgerät sind solche Questbelohnungen aber nicht. Das ganze System hinter Gegenständen und Rüstungen dreht sich um das so genannte "Crafting", also das selbstständige Erstellen von neuer Ausrüstung. Dazu werden gefundene Rohmaterialien gesammelt und beim Handwerker an der Ecke zu neuen Rüstungen oder Waffen verarbeitet. Das Angebot der Handwerker ist aber leider oft etwas zu dürftig ausgefallen, denn besonders schöne Rüstungen oder schlagkräftige Waffen findet man hier nur selten. Zwar können im späteren Spielverlauf auch magische Runen in die neue Ausrüstung eingearbeitet werden, besonders erstrebenswert sind solche oft sehr kostspieligen Handwerksarbeiten aber nur selten. Einzigartige und seltene Gegenstände findet man zwar auch in Guild Wars, jedoch unterscheiden sich diese weder optisch noch spielerisch großartig vom gewöhnlichen Plunder. Alle Rollenspieler, insbesondere die Fans von "World of Warcraft" oder "Diablo", wünschen sich einfach mehr Belohnung in Form prächtiger Ausrüstung, welche mit allerlei Magie verbessert wurde und die eigene Spielfigur in einem völlig neuem Licht erstrahlen lassen. Eine ganz wichtige Motivationsgrundlage vieler Online-Rollenspiele sind nun mal die abertausend Gegenstände, die selbstverständlich eine Art von Statussymbol darstellen. Die eher lieblos präsentierten und etwas unterdimensionierten Waffen von Guild Wars kommen in dieser Hinsicht einfach nicht mit und sind im besten Falle hilfreiche Werkzeuge eines Abenteurers. Die erfahrenen Macher von ArenaNet haben diese Entscheidung natürlich bewusst getroffen, denn sie wollten erreichen, dass sich die Spieler nicht durch ihren Level oder ihre Ausrüstung definieren, sondern einzig und allein durch ihre erlernten Fähigkeiten. In Bezug auf die verfügbare Ausrüstung hätte man aber trotzdem eine Ausnahme machen können, schließlich ist sie ein wichtiger Garant für Langzeitmotivation.

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