Was geht mit Activision ab? Wir rocken die ganze Nacht! Die Guitar Hero Serie mutiert zum absoluten Partyknaller.
Guitar Hero 5
Neben Pro-Duell, Scoreduell und den obligatorischen Band vs. Band Schlachten erregt vor allem das Rock-Fest unsere Aufmerksamkeit. Um herauszufinden, wer der beste Performer von allen Teilnehmern ist, werden einige Songs gegeneinander mit unterschiedlichen Spielvorgaben gezockt. Die Spielregeln ändern sich nach jedem Song und wurden vorher durch die Teilnehmer abgestimmt. Vor allem für durchschnittliche Spieler ist "Momentum" eine große Gaudi. Alle beginnen auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad und je nach Können wechselt das Spiel automatisch das Niveau bis gute Spieler auf Experte und ungeübte auf Anfänger landen. Der Wettkampfgedanke nimmt überhand und wie im Sport gibt man sein bestes, um irgendwie noch nach vorne zu kommen. Andere Varianten erfordern wiederum bessere Notenserien für einen Sieg oder perfekt abgespielte Songabschnitte. "Ausscheidung" bedeutet in dem Fall Elimination und sorgt dafür, dass nach jedem Abschnitt ein Spieler den Raum verlassen muss und zum Schluss der Sieger übrig bleibt. Online können übrigens bis zu acht Rocker (jeder mit einer eigenen Wii-Konsole im Netz) gegeneinander antreten, was vor allem den Band-Duellen zugute kommt.
Der Wii eigen sind aber zwei ganz spezielle Modi, die sich derart auch in keiner anderen Version finden. Im "Mii-Freestyle" könnt ihr an der Gitarre, dem Bass und dem Schlagzeug einfach nach Herzenslust jammen und euren Spaß haben. Dabei tummeln sich Miis im Publikum wie auch als Musiker auf der Bühne. Ist ein Nintendo DS greifbar, so darf sich ein vierter Spieler als Bühnentechniker ausgeben. Auf dem Touchscreen werden verschiedene Lichteffekte hinzu geschalten, die Kamera positioniert und witzige Bildeffekte wie Pixel oder Kantenfilter ausgewählt - natürlich alles live auf dem Fernseher zu sehen. Die mehr oder weniger gelungene Show wird komplett aufgezeichnet und wer will, kann all seinen Freunden eine Kostprobe zukommen lassen. Ebenfalls witzig ist die Möglichkeit, aus allen "Gegeneinander-Duellen" eine Roadie-Schlacht zu machen. Leider wird die Auswahl der Instrumente auf Gitarren eingeschränkt, dafür kommt abermals der Nintendo DS zum Einsatz. Auf dem Touchscreen werden pausenlos Minispiele absolviert, die einerseits den Gegner im Wii-Spiel sabotieren, bzw. den eigenen Teampartner unterstützend unter den Arm greifen. Sehr witzige Idee, die aber leider etwas eingeschenkt daher kommt und im Partymodus sicherlich besser aufgehoben wäre.
Technikraum und Studio
Guitar Hero 5
Ganz klassisch findet sich auch das freie Spiel wieder. Sämtliche Songs stehen hier von Beginn an zur Verfügung und müssen nicht zuvor in der Karriere freigespielt werden - ein wirklich positiver Aspekt. Doch einerseits erübrigt sich dieser Modus dank des Partyspiels und andererseits sorgt dieser mit einigen Eigenheiten für blank liegende Nerven. Wieso springt die Navigation nach einem gespielten oder abgebrochenen Song immer wieder an den Anfang der Liste und verharrt nicht an der jeweiligen Position? Wieso wird meine Sortierung nicht beibehalten? Fragen über Fragen, die nun auch einigen Kritikpunkten aufzeigen - denn vollkommen Makellos ist auch der fünfte Ableger der Gitarrenhelden leider nicht! Darüber hinaus findet sich mit de GH Jam Studio ein gemütlicher neuer Mehrspielermodus zum chillen und Spaß haben. Einfach wild drauf losspielen und die Mucke aufzeichnen - mal schauen, was bei raus kommt. Wer wirklich Songs produzieren möchte, darf sich im neuen 2.0 Musikstudio austoben. Ein frischer Anstrich, übersichtlichere Menüs und eingängigere Bedienung - dennoch dürfte der Musikeditor weiterhin nur für geduldige Produzenten interessant sein, da nach wie vor viel Arbeit und eine gehörige Portion Geduld für einen Song abverlangt wird. Die fertigen Werke werden wie gewohnt über das GH Tunes Netzwerk verteilt und können somit für reichlich Nachschub sorgen.
Für Wii-Verhältnisse ist auch die schon eingangs beschriebene Präsentation vollkommen überzeugend, welche mit detailverliebten Bühnen und klasse Lichteffekten ein wahres Effektfeuerwerk abbrennt und das Spiel zu einem tollen Konzerterlebnis macht. Die Musiker auf der virtuellen Bühne geben einfach alles, was von der wie immer sehr monoton gehaltenen Klonmeute nicht ganz behauptet werden kann. Die Rockshow ist auch nicht ganz so perfekt auf die jeweiligen Songs abgestimmt, wie es zum Beispiel bei "The Beatles: Rock Band" der Fall ist, dennoch werden die jeweiligen Musiker mit den Kameras ordentlich herausgestellt. Aber auch zwischen den Bühnenshows gibt es zahlreiche kleine Details, die das Erlebnis deutlich verbessern. Zu jedem Song können in der Auswahl zum Beispiel die jeweiligen Schwierigkeitsgrade oder aber die persönlichen Highscores auf allen Spielstufen dargestellt werden. So habt ihr stets einen perfekten Überblick über das Erreichte.
Guitar Hero 5
Aus technischer Sicht müssen wir noch ein paar Worte zur Songliste verlieren. Diese ist erhaben, gar keine Frage, die Soundqualität scheint aber bei der Konvertierung teilweise gelitten zu haben. Manche Songs wie "Song 2" von Blur oder auch "Ex-Girlfriend" von No Doubt klingen etwas dumpf und verrauscht. Lässt man stattdessen die PS3 oder Xbox 360 Variante über dieselbe Anlage laufen, hört sich alles bestens an. Raushören kann man es aber nur bei ganz wenigen Songs. Und wer seine Songliste aus 85 wirklich tollen Titeln erweitern möchte, kann auch auf der Nintendo Wii zum Musikstore greifen. Dort finden sich neue DLC Inhalte, die entweder direkt auf der Wii, oder aufgrund Speichermangels auch auf SD Karte Platz finden. Weiterhin dürft ihr auch auf der Wii Inhalte aus "World Tour" und "Greatest Hits" importieren und somit das Repertoire ordentlich aufstocken.
