Auch auf betagten Systemen wird ordentlich gerockt! Zwar gewohnt gut, aber nicht so berauschend wie auf den anderen Konsolen.
Kurz nach dem The Beatles unter der Flagge von EA und Harmonix Einzug in die virtuelle Welt hielten, wandelt auch Neversoft zusammen mit Activision wieder auf den virtuellen Rockbühnen und liefert ein fettes Metal-Konzert nach dem anderen. Ganz schlicht ohne Untertitel oder Abwandlung kommt der neueste Ableger als "Guitar Hero 5" daher. Während die Versionen für die Playstation 3, Xbox 360 und Nintendo Wii vor allem mit einem äußerst unterhaltsamen Partymodus auf sich aufmerksam machen, müssen die Entwickler bei der mittlerweile betagten Playstation 2 diesen Titel ordentlich abspecken. Was dabei noch über blieb, stimmt uns zwar nicht miesmutig, enttäuscht aber dennoch ein wenig.
Guitar Hero 5
Das eigentliche Gameplay blieb natürlich unangetastet. In altbewährter Manier greift ihr zu den Plastikinstrumenten und einem griffbereiten Mikrofon, formt in eurem Wohnzimmer eine kleine Band und musiziert munter fröhlich vor euch hin. Es wird also der Geschicklichkeitstest der Gitarristen und Bassisten gemeistert und genüsslich auf das Schlagzeug eingeschlagen. Vor allem letzteres kommt der Realität recht nahe, während die Gitarren nicht über den Spielcharakter hinaus reichen. Am authentischsten kommen die Gesangstalente rüber, wenn sie zum Mikrofon greifen und munter fröhlich ihren Duschengesang von sich geben. Wer weiß, vielleicht steckt unter euch ja der nächste Superstar Deutschlands.
Wo ist denn die Party abgeblieben?
Wir befreiten auch die Playstation 2 Variante aus ihrer schmucklosen Verpackung und kramten die alte Sony Kiste aus dem Schrank hervor, um auch diese Version in Augenschein zu nehmen. Nach dem aus allen anderen Varianten schon bekannten Eingangsvideo mit Herstellerlogos und den Comicrockern breitet sich auch schon die erste Enttäuschung aus. Das Spiel wechselt nicht automatisch auf die Showbühne. Geduldig, ob sich noch etwas tut, warten wir eine Weile ab und siehe da, nach einer gediegenen Wartepause tauchen wir in einen Ladebildschirm ein. Diese führt uns nach gefühlten Minuten mit einer Kamerafahrt auf die Bühne inmitten des tobenden Konzertes und präsentiert einen Rockklassiker der besonderen Güte. Der Spruch am unteren Bildrand "Mit beliebiger Taste losrocken" lädt ähnlich wie bei den anderen Konsolen zum spontanen Start ein, doch letztendlich landen wir ernüchternd direkt im Hauptmenü. Wo ist denn der ausgezeichnete Partymodus abgeblieben?
Ein kurzer Blick reicht und man entdeckt hier die entsprechende Taste, die uns verheißungsvoll in den vermeintlichen Partymodus geleitet. Das Spiel fordert euch aber vorab auf, diverse Entscheidungen zu treffen. Wollt ihr alleine oder als Band auftreten? Welches Instrument wird gespielt? Auf welchen Schwierigkeitsgrad möchtet ihr euch einlassen? Fragen über Fragen, deren Beantwortung den kommenden Partymodus engstirnig festzurren. Ein Wechsel ist fortan nicht mehr möglich! Viel schlimmer noch, dass sich weder ein Spieler hinzugesellen, noch einer aussteigen kann. Spontaner Spielspaß ist auf der Playstation 2 also nicht mehr möglich. Somit verliert dieser Modus jegliche besondere Eigenschaften, angefangen vom Jukebox-Charakter bis hin zur Partytauglichkeit, die ihn wirklich einmalig gemacht haben. Unserer Meinung nach verliert er sogar jeglichen Sinn. Wer sich vorab festlegt und keinerlei Einflussmöglichkeit mehr auf das laufende Spiel hat, ist mit dem "Schnellen Spiel" deutlich besser bedient. Dort kann man jederzeit seine Entscheidungen überdenken und die Lieder seiner Wahl spielen.
Eine altbackene Karriere ruft
Wie auch in den anderen Konsolenvarianten hat das "Schnelle Spiel" den Vorteil, dass sämtliche Songs nicht mehr im Karrieremodus freigeschalten werden müssen. Ihr könnt euch dort also eine Setliste mit bis zu sechs, aus den 85 vorhandenen, Songs erstellen und diese am Stück rocken. Rekorde werden für jeden Schwierigkeitsgrad festgehalten und in der Songauswahl angezeigt. Diese hat übrigens im Gegensatz zu den anderen Varianten nicht das Problem, dass der Cursor nach jedem gespielten Song oder Gig an den Anfang der Liste zurückspringt - immerhin ein Vorteil der Playstation 2 Version! Dafür wird der Schwierigkeitsgrad nicht mehr optimal dargestellt. Neben dem "Schnellen Spiel" gibt es noch eine Variante mit den Namen "Freies Spiel". Prinzipiell ist es derselbe Modus, nur dass hier Patzer keine Auswirkung auf den Song haben und euch ein ungezwungener Spielspaß ohne Rekorde offeriert wird - eigentlich dasselbe wie der Partymodus in Grün und mit Songauswahl, vielmehr Sinn ergibt sich dadurch aber nicht.
Völlig niedergeschlagen aufgrund der üblichen freien Varianten und vor allem des vermeintlichen Partymodus kehren wir diesem letztendlich den Rücken und stürzen uns in den nächsten Hoffnungsträger, dem ausführlichen Karrieremodus. Auch hier stehen vorab einige Entscheidungen auf der Tagesordnung. Ein Rocker will auserkoren oder im umfangreichen Editor erstellt werden und ihr müsst euch für eine Solisten- oder Bandkarriere festlegen. Letzteres verlangt natürlich bis zu drei weitere Mitstreiter, die sich an den restlichen Instrumenten behaupten. Der Schwierigkeitsgrad muss zwar ebenfalls gewählt werden, doch könnt ihr diesen später ohne Probleme etwas moderater einstellen. Dies tut eurem Karrierefortschritt auf jeden Fall keinerlei Abbruch.
