Die nächste US-Band gibt ihr Stelldichein im heiß umkämpften Guitar Hero Geschäft! Pflichtkauf oder nicht?
Vorletzte Generation
Guitar Hero: Van Halen
Während die Songs der Band auch heute noch ins Ohr gehen und Megahits wie "Jump" nicht selten auch auf Festivals oder Volksfesten gespielt werden, wirkt das Spiel regelrecht angestaubt. Nicht nur die Karriere liegt in unserer Missgunst, auch das Drumherum ist alles andere als zufriedenstellend. Sämtliche Errungenschaften eines "Guitar Hero 5" wie der Partymodus, das Retten von Bandmitgliedern und das Erstellen von eigenen Setlisten wird schmerzlich vermisst. Darüber hinaus findet ein nur abgeschottetes Onlinespiel mit weiteren "Van Halen" Zockern aus aller Welt statt. Weder dürft ihr die Songs exportieren und mit den anderen Großproduktionen wie "Band Hero" oder eben "Guitar Hero 5" nutzen, noch ist irgend eine andere Form von Kompatibilität zu DLC-Inhalten vorhanden. Einzig allein GH Tunes lässt grüßen, wobei schon geladene Songs in anderen Spielen mal wieder nicht erkannt werden! Die spielerische Vielfalt ist ja durchaus vorhanden, doch hat man sich mittlerweile an einen völlig anderen Standard gewöhnt und ist - zugegebenermaßen - diesbezüglich auch verwöhnt! Erfolge-Sammler werden übrigens ziemlich abgeschreckt: Nahezu die Hälfte der Punkte ist nur den absoluten Profis vorbehalten, so dass Anfänger und Gelegenheitsspieler nicht einmal für die Ausdauer ein wenig entlohnt und somit zum spielen bzw. Kauf des Titels animiert werden. Immerhin bestätigt dies die wagemutige Aussage "Das bisher herausfordernste Guitar Hero Spielerlebnis", welche sich auf der Packung findet und ansonsten nicht wirklich zutrifft!
Guitar Hero: Van Halen
Musikalisch gesehen hält man auch mit diesem Ableger ein zweischneidiges Schwert in der Hand. Einerseits soll es als Kompendium für eine spezielle Band durchgehen, andererseits begrüßt man durchaus die Abwechslung, welche durch die vorhandenen Gaststars aufkommt. Bezogen auf die musikalische Karriere von Van Halen gibt es satte 25 Ohrwürmer plus drei Gitarrensoli auf die Lauscher und am liebsten würde man bei Hits wie "Jump" oder "Pretty Woman" ordentlich in die Saiten hauen und dabei die ganz Nachbarschaft mit einer fetten Dolby Soundanlage beschallen. Die Auswahl ist wirklich klasse und macht spielerisch ordentlich Spaß, auch Leuten ohne entsprechendem Vinyl-Schrein. Die Songliste beschränkt sich zeitlich aber leider auf die ersten Jahre der Band bis zum Ausstieg von David Lee Roth und beinhaltet somit nicht die nachkommenden Epochen mit Sammy Hagar oder Gary Cherone als Frontmann. Dies mag bezüglich des einen oder anderen Hits aus den Zeiten nach 1984 durchaus schade sein, doch bezieht man sich immerhin auf eine sehr erfolgreiche Ära der Band und nimmt zumindest das Abschiedsalbum von David Lee Roth noch mit.
Um die etwas magere Liste noch etwas aufzufüllen, fanden sich zahlreiche Gaststars ein, die sich auf der virtuellen Tournee rund um die Welt dazu gesellen. Manchmal fragt man sich schon, wie ein "Pretty Fly (For A White Guy)" von The Offspring oder auch die Band Weezer in den musikalischen Kontext von Van Halen passt, doch Songs wie "White Wedding (Part 1)" von Billy Idol oder Queen mit dem Smashhit "I Want It All" fügen sich perfekt in das Gesamtbild ein. Letztendlich sorgen die Gaststars vor allem für etwas Abwechslung, auch wenn man sich als Fan sicherlich mehr von seiner Lieblingsband gewünscht hätte.
