Guitar Hero: Van Halen im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Die nächste US-Band gibt ihr Stelldichein im heiß umkämpften Guitar Hero Geschäft! Pflichtkauf oder nicht?

Nach Aerosmith und Metallica folgt nun mit Van Halen die nächste Bandcombo mit ihrem ganz eigenen "Guitar Hero" Ableger. Für Fans der im Jahre 1974 gegründeten US-Erfolgsband sicherlich äußerst interessant. Doch leider hat Activision weder Spendierhosen an, noch kann das Kompendium in irgend einer Form den Ansprüchen genügen. Die Milchkuh wird schlicht gemolken, solange sie Profit abgibt und in diesem Fall solange der Markt noch nicht aufgrund einer langsam aufkeimenden Übersättigung Schiffbruch erleidet. Doch warum diese Meckereskapaden, werden sich einiger Leser nun denken! Das und vieles mehr wollen wir im Folgenden ausführlich erläutern.

Guitar Hero: Van Halen Guitar Hero: Van Halen Nach dem Start der Software fällt zunächst auf, dass der Publisher die Entwicklung an eine "drittklassige" Schmiede namens Underground Development übergeben hat und somit Red Octane bzw. Neversoft nur noch im Hintergrund werkelten und ihr Logo preisgeben. Spielerisch können wir aber vorab sofort Entwarnung geben! Den kritisch zu betrachtenden Wechsel merkt man weder optisch, technisch, noch an den zu spielenden Noten auf dem Schlagzeug, den Gitarren oder eben dem Gesang am Mikrofon. Hier beweist auch der "Van Halen" Ableger, dass der Geschicklichkeitstest an den Plastikinstrumenten knallhart und schweißtreibend, aber auch äußerst spaßig sein kann. Dabei spielen sich die meisten Songs herrlich erfrischend und machen dank sehr gut umgesetzter Notenfolgen selbst denjenigen Spaß, die seinerzeit nicht die Konzerte der vor allem Anfang der 80er Jahre sehr erfolgreichen Band genossen haben. Die Bass-Spur ist wie gewohnt etwas einfacher ausgefallen, der Gitarrist bekommt aber bei einigen Songs knifflige und vor allem sehr flotte Riffs in den Solis geboten. Die Drummer freuen sich einmal mehr über den seit dem "Metallica" Ableger eingeführten Profi+ Modus, welcher speziell für zwei Kick-Pedale ausgelegt ist.

Ernüchternder Karrierestart

Guitar Hero: Van Halen Guitar Hero: Van Halen Der geneigte Fan bekommt sofort leuchtende Augen, sobald sich das Hauptmenü im Stil des 2007ner Best-Of-Albums offenbart und im Hintergrund ein farbenprächtiges Konzert zu sehen ist, welches uns Klassiker wie "Atomic Punk" oder "Ain't Talikin' 'Bout Love" auf die Ohren gibt. Es kribbelt geradezu in den Fingern und man stürzt sich unweigerlich in den Karrieremodus. Erste Ernüchterung - vor allem nach dem grandiosen fünften Teil der "Guitar Hero" Serie - folgt sogleich! Die Karriere ist wieder antiquiert separiert für jedes einzelne Instrumente bzw. dem Bandspiel aufgezogen und erfordert mindestens vierfaches Durchspielen! Das jeweils favorisierte Instrument ausgewählt, verdrängt man zunächst den aufkommenden Frust und freut sich auf ein grandioses Stück Bandgeschichte!

Wie auch bei "Metallica" zeigen die Entwickler in den ersten Minuten, wer hier die feiernde Meute in der Hand hat. Die Fans kreischen und schreien, denn sie wollen ihre Idole sehen und natürlich Live erleben und rufen schon nach ihnen. Die virtuellen Abbilder aus der ersten Bandformation lassen sich optisch ansprechend und spektakulär umgesetzt regelrecht feiern, bevor sie ihr musikalischen Muskeln spielen lassen. Kaum das gelungene Intro gesehen, welches direkt und ohne Pause ins eigentliche Spiel übergeht, ist man auch schon wieder besänftigt und nahezu zufrieden gestellt.

Guitar Hero: Van Halen Guitar Hero: Van Halen Auch der weitere Verlauf verwöhnt das Auge mit Konzertvideos in Spielgrafik der Band Van Halen, die bezogen auf ihre Songs sehr schön umgesetzt wurden. Die Meute kreischt aus vollem Hals die Refrains (auch ohne Starpower) und erzeugen eine unglaubliche und in "Guitar Hero" nie dagewesene Konzertatmosphäre, während z. B. Sänger David Lee Roth halsbrecherische Luftsprünge zu "Jump" vollführt oder auch gerne mal zum Heißluftföhn greift, um einen abwechslungsreichen Sound aus seiner E-Gitarre heraus zu quälen. Die Umsetzung wirkt gleichermaßen authentisch wie auch berauschend und gefällt, reicht aber nicht ganz an die Umsetzung von "Metallica" ran, welche noch einen guten Tick spektakulärer und spannender war! Insgesamt bleibt man dem Stil der Serie auch treu und liefert typische Szenen, diesmal aus LA oder gar Berlin, mit einem Schuss Selbstironie und manch absolut überdrehten Einlagen.

Guitar Hero: Van Halen Guitar Hero: Van Halen Darüber hinaus breitet sich aber sehr schnell eine gähnende Leer aus, zumindest was den Bezug zur namensgebenden Band betrifft. Weder entspricht die Karriere einer Dokumentation, wie wir sie bei "Aerosmith" noch erlebEN durften, noch sorgen besondere Zusatzinhalte für das gewisse Etwas. Einige wenige Songs bieteN in einem Zuschauermodus kurze Fakten und States - das war es aber dann auch schon. Weiterhin ackert man völlig stur und antiquiert die komplette Songliste ab, sammelt Sterne und schaltet dadurch weitere Titel und Bühnenbilder frei. Völlig linear, völlig monoton und völlig anspruchslos! Zum Glück ist dieser Modus keine Voraussetzung für den kurzweiligen Spielspaß mit den insgesamt über 25 Van Halen Klassikern, denn im freien Spiel könnt ihr sofort auf jeglichen Titel der kompletten Songliste inklusive der Zusatzinhalte der Gasstars zugreifen!

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