Gun im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Wer nach einem grundsoliden Actionspiel mit Westernthematik sucht, der ist bei Neversofts Revolverheld bestens aufgehoben.

Matte Texturen und raue Männerstimmen

Gun Gun Grafisch ist "Gun" etwas enttäuschend ausgefallen. Die western-typischen Landschaften kommen zwar authentisch rüber, wirken allerdings sehr altbacken und überzeugen den Spieler nicht gerade mit detaillierten Arealen, wie wir sie beispielsweise aus "Far Cry: Instincts" kennen. Die Texturen wirken etwas zu matt und unspektakulär. Lediglich die Städte und einige wichtige Ortschaften wurden mit viel Liebe zum Detail modelliert. Hier kommt auch die staubige und dreckige Westernatmosphäre sehr gut rüber, die wir uns eigentlich vom ganzen Spiel gewünscht hätten. Die Charaktere hingegen bewegen sich wieder auf deutlich höherem Niveau und sind vor allem in den zahlreichen In-Game Zwischensequenzen, die uns durch die Storymissionen begleiten, sehr nett anzuschauen, was gerade bei der hübschen Jenny zu Geltung kommt. Die Animationen sind auch positiv zu erwähnen, denn gerade an den Bewegungen der Pferde, erkennt man wie viel Mühe sich die Männer und Frauen von Neversoft in diesem Punkt gemacht haben. Einen Vorteil hat die etwas unscheinbare Grafik aber dennoch, denn die Sichtweite ist enorm und störende Ruckler sind auch kaum zu erkennen und ist die Spielwelt einmal geladen, sind lästige Ladebildschirme ein Fremdwort.

Zur stimmigen Westernatmosphäre trägt auch die passende Soundkulisse bei, an der man grundsätzlich nichts negatives erkennen kann. Besonderes Highlight ist die gelungene englische Sprachausgabe, die jeder Figur einen unverwechselbaren Charme verleiht. Die Sprecher wirken sehr engagiert und reißen den Spieler förmlich mit. Leider muss die deutsche Version ebenfalls mit der englischen Sprachausgabe auskommen. Nur die Untertitel sind in Deutsch gehalten aber dies ist allemal besser, als eine verhunzte Synchronisation.

Greenhorns willkommen

Gun Gun Die Steuerung von "Gun" ist eigentlich sofort ohne größere Probleme zu beherrschen. Colton White lässt sich präzise durch den staubigen Westen bewegen und auch die vier unterschiedlichen Waffentypen, darunter Revolver, Gewehr, Schrotflinte und Bogen, lassen sich schnell auswählen, und auch eine Nahkampfattacke ist auf Tastendruck schnell aktiviert. Der Schwierigkeitsgrad und die großzügig verteilten Checkpoints lassen Anfänger nicht im Regen stehen. Das leichte Autoaiming tut das übrige. Profis können sich aber selbstverständlich in einem höheren Schwierigkeitsgrad beweisen. Leider muss man an dieser Stelle sagen, dass die künstliche Intelligenz der Gegner auch ihren Beitrag dazu leistet, dass das Spiel im Allgemeinen keine zu große Herausforderung darstellt. Situationen, in denen uns der Feind umzingelt und versucht von hinten anzugreifen, sind in anderen Spielen zu finden, nicht aber in "Gun". Zwar gehen die Schurken in Deckung aber das ist auch das mindeste, was man von einem aktuellen Spiel erwarten kann.

Die deutsche Version von "Gun" ist ab 16 Jahren freigegeben und muss im Gegensatz zur englischen Fassung auf Blut verzichten, was den Spielablauf aber in keinster Weise nachhaltig beeinträchtigt.

Meinung

Wertung zu Gun (PS2)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
unverbrauchtes Szenariogeniale englische Sprachausgabeviele optionale Aufträgeabwechslungsreiches Missionsdesignflüssiger Grafikaufbaupräzise Steuerungaufgrund von fair verteilten Checkpoint größtenteils frustfrei
etwas altbackene GrafikSpielwelt vergleichsweise kleinzu kurze Spielzeitnur deutsche Untertitelim Grunde nichts neuesdeutsche Version geschnitten
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