Grafikkarten sind zu teuer und kaum zu bekommen: Nvidia verliert die Gamer aus den Augen

Kolumne Antonio Funes
Grafikkarten sind zu teuer und kaum zu bekommen: Nvidia verliert die Gamer aus den Augen
Quelle: Nvidia

Lieferprobleme, hohe Preise, Produktionsfehler bei GPUs - Nvidia steht bei Grafikkarten nicht gut da. Verliert das Team Green die Gamer aus dem Blick?

Ich möchte heute vor allem über die Verfügbarkeit und daraus resultierenden Preise der aktuellen Nvidia-Grafikkarten sprechen. Denn mir kommt es so vor, als hätte dies alles auch damit zu tun, dass Nvidia uns Gamer in Zeiten des KI-Hypes ein wenig stiefmütterlich behandelt.

Die neue Blackwell-Serie kostet mangels Lieferbarkeit bis auf die GeForce RTX 5070 viel zu viel, es gibt GPU-Produktionsfehler und zuletzt gab es auch fehlerhafte Treiber. Zum Start blicke ich aber zunächst zurück, denn die Preise von Grafikkarten verhielten sich schon in den letzten fünf Jahren, gelinde gesagt ... recht dynamisch.

Es ist schon fast wie eine Tradition: Vor dem Release einer neuen GeForce-Generation halten sich die Gamer mit Grafikkarten-Käufen zurück, um die Neuheiten abzuwarten - und parallel zum jeweiligen Release gibt es oftmals Verärgerung bei einer Großzahl an interessierten Käufern. Bei der ersten RTX-Serie, den GeForce RTX 2000er-Modellen, war es auch die Preisgestaltung.

Ein Beispiel ist die GeForce RTX 2060, bei der viele erwarteten, nein, sogar verlangten, dass eine Grafikkarte, die auf die Ziffern 60 endet, nicht mehr als 300 Euro kosten sollte. Die GeForce RTX 2060 kostete aber 369 Euro. Sie war dabei allerdings auch mehr als 50 Prozent schneller als der Vorgänger GeForce GTX 1060 und auch schneller als die GTX 1070, kam sogar auf unter zehn Prozent an die GTX 1080 heran.

Ein eher ungewöhnlicher Sprung bei einem Generationswechsel! Hinzu kam die neue RTX-Technik mit speziellen Raytracing-Kernen. Insofern war der Preis meiner Ansicht angemessen, und ich finde, man sollte Grafikkarten ohnehin nicht nach der Bezeichnung, sondern nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis einstufen.

Lieferprobleme treiben Preise hoch

Genau dieses Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei Nvidia aber inzwischen aus den Fugen geraten. Bereits während der Covid-19-Krise gab es ja massive Preisanstiege bei Grafikkarten ab dem Herbst 2020, da viele Fabriken die Produktion herunterfahren mussten und gleichzeitig die Nachfrage nach elektronischen Produkten zunahm, da Homeoffice sowie Home-Entertainment als Anti-Covid-Maßnahmen boomten.

AMD und Nvidia, aber auch beispielsweise Sony beim Release der Playstation 5, kamen nicht mehr an ausreichend hohe Kapazitäten für die Chip-Produktion heran, um die Nachfrage zu bedienen.

Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Gaming-Produkten, sodass die Preise für Hardware und Spielekonsolen stark anstiegen und bei neuen Produkten zudem noch Scalper dazukamen, die diese aufkauften, lagerten und durch diese zusätzliche Verknappung die Preise hochtrieben, um einen fetten Gewinn einzuheimsen.

Asus TUF Gaming GeForce RTX 5080 OC Quelle: Asus Diese ASUS TUF Gaming GeForce RTX 5080 OC kostet derzeit schlappe 1430 Euro - die UVP der Serie liegt bei 1119 Euro. Bei Nvidia kam erschwerend hinzu, dass wegen der Krisenzeiten die sogenannten Miner wie Pilze aus dem Boden schossen. Diese verdienen ihr Geld mit dem Berechnen von Kryptowährungsverschlüsselungen durch passende Hardware. Da diese Währungen durch die weltweite Unsicherheit massiv an Wert gewannen, lohnte sich der Hardwarekauf trotz stark gestiegener Preise.

Dummerweise waren insbesondere die Nvidia GeForce-Grafikkarten besonders gut für die boomende Kryptowährung Ethereum geeignet - verglich man bei zwei in Spielen gleich starken Grafikkarten von AMD und Nvidia die Mining-Leistung, lag Nvidia deutlich vorn.

Somit wurden die Nvidia-Grafikkarten so stark auch durch Miner nachgefragt, dass die Preise sich mehr als verdoppelten, da selbst diese Preise für das Mining noch in Ordnung waren.

Die gleichstarken AMD-Grafikkarten hingegen wurden zwar wegen der allgemeinen Lieferprobleme auch teurer, allerdings nicht in dem Maße wie bei Nvidia. Anfang 2022 beruhigten die Preise langsam wieder, aber selbst im Dezember 2022 gab es noch einzelne Grafikkarten-Reihen, deren Marktpreise weit über der UVP lagen, wie ihr in unserem Special vom 2. Dezember 2022 nachlesen könnt.

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