Nvidia und das Grafik-RAM: Warum diese Knausrigkeit trotz starker GPU-Leistung?
Kolumne
Die Nvidia GeForce RTX 5060 mit nur 8 GB Videospeicher, die an sich selbst für 4K geeignete RTX 5070 mit nur 12 GB vRAM - das ist meiner Meinung nach zu wenig
Ich tue es nicht gerne, aber schon wieder muss ich für meine Meinungskolumne etwas thematisieren, was mir bei Nvidia sauer aufstößt. Zuletzt war es ja das Test-Gebahren von Nvidia, heute geht es um das Thema Grafikspeicher. Denn hier zeigt sich das Team Green ziemlich knausrig und stattet Modelle in Relation zu dem, was deren GPU an sich leisten könnte, mit heutzutage nicht mehr zeitgemäßen Speichermengen aus.
Die Leaks zu den erwarteten Super-Modellen GeForce RTX 5070 Super, RTX 5070 Ti Super und RTX 5080 Super - hier die News unserer Kollegen der PC Games Hardware - lassen ein wenig hoffen, dass Nvidia umdenken könnte. Denn die GeForce RTX 5070 Super soll wohl 18 GB RAM erhalten - die normale GeForce RTX 5070 bietet hingegen nur 12 GB RAM.
Und das, obwohl AMD bei der schon lange davor erschienenen 7000er-Generation ab der Radeon RX 7800 XT 16 GB spendiert hatte. Hinzu kommt die RX 7600 XT mit ebenfalls 16 GB RAM sowie die RX 7700 TX mit 12 GB RAM. Die 7000er-Generation war noch die Konkurrenz zur 4000er-Serie von Nvidia, wobei beispielsweise der Konkurrent zur AMD Radeon RX 7800 XT die GeForce RTX 4070 war, die 12 GB Videospeicher hat.
Video-RAM: Geschwindigkeit und Kapazität
Doch zuerst erkläre ich kurz, warum der Grafikkarten-Speicher so wichtig ist. Um moderne Computerspiele flüssig auf hohen Detaileinstellungen darzustellen, braucht man eine ausreichend starke Grafikkarte. Hierbei spielt dann vor allem die GPU die Hauptrolle für die Frage, wie viele Bilder pro Sekunde der PC am Ende ausspuckt. Aber auch der Grafikspeicher ist nicht unwichtig. Denn für Spiele müssen Grafikkarten auf bestimmte Daten besonders schnell zugreifen - hierfür haben sie einen eigenen Videospeicher.
Der Umweg über die CPU zum normalen Arbeitsspeicher des PCs ist zwar möglich, bremst aber die Bildberechnung aus, da unnötige Verzögerungen dazukommen. Auf den Grafik-RAM greift die GPU aber direkt zu. Hier ist der erste Punkt zu beachten, der beim Video-RAM relevant ist: die RAM-Geschwindigkeit. Wenn das Video-RAM besonders flott ist und zum Beispiel neue Texturen nachladen soll, sorgt ein schneller Speicher dafür, dass zum einen die neuen Texturen sehr schnell im RAM landen, zum anderen ist der Zugriff auf die Daten sehr fix.
Quelle: Asus
ASUS Dual GeForce RTX 5070 OC mit 12GB RAM - für die Leistungsfähigkeit zu wenig.
Wichtig dabei ist, dass nicht nur die RAM-Art und deren Takt ins Gewicht fällt, sondern die Anbindung des RAMs an die GPU. Ein Beispiel: Die Nvidia GeForce RTX 5070 nutzt GDDR7-RAM mit 1750 MHz als Takt. Das RAM der großen Schwester RTX 5070 Ti weist identische Eckdaten auf - es ist aber mit 256 Bit angebundenen, das der RTX 5070 nur mit 192 Bit. Die Konsequenz: Trotz gleicher RAM-Art und RAM-Takt bietet der Videospeicher der GeForce RTX 5070 Ti einen Datendurchsatz von 896 GB/s, der Speicher der normalen GeForce RTX 5070 wegen seiner geringeren Anbindung nur 672 GB/s.
Allerdings - und das ist mein Hauptpunkt - nutzt auch der schnellste Speicher wenig, wenn er zu knapp bemessen ist. Wenn die Grafikkarte ständig erst Daten löschen muss, um für neue Daten Platz zu schaffen, kann dies zu kurzen Wartezeiten beim Berechnen der Grafik führen. Trotz eines recht guten Durchschnittswertes bei den FPS (Bilder pro Sekunde) kann es zu kleinen Rucklern kommen. Je höher die Auflösung ist, die man für ein Spiel nutzt, desto mehr Speicher benötigt die Grafikkarte potenziell.
Unsere Kollegen der PC Games Hardware haben hierzu beispielsweise auch schon Anfang 2024 rund um den Release der Nvidia GeForce RTX 4070 Ti Super den Vortel von 16 GB gegenüber nur 12 GB gezeigt. Aber auch bei Full-HD hat sich gezeigt, dass eine Speichermenge von nur 8 GB inzwischen zu wenig sein kann, wie bei Indiana Jones und der große Kreis, wo man bei nur 8 GB Video-RAM die schwächste Texturqualität wählen muss. Allgemein sind mehr als 8 GB wichtig, wie ebenfalls die PC Games Hardware in diesem Januar ausführlich zeigte.
