Audeze Mobius: Das Luxus-3D-Gaming-Headset im Gaming-Praxistest

Special Philipp Sattler
Audeze Mobius: Das Luxus-3D-Gaming-Headset im Gaming-Praxistest
Quelle: buffed

Nach Sennheiser, Teufel und Bose erkennen immer mehr Hersteller von sehr hochwertigem Audio-Zubehör die Gaming-Branche als zahlungskräftigen Markt und bieten neben den klassischen Kopfhörern auch ausgesuchte Headsets an. Wir haben mit dem Audeze Mobius nun eines dieser Luxus-Headsets in die Finger bekommen und für euch den Praxistest aus Gamer-Perspektive gemacht.

Wer seine Freizeit hauptsächlich in Online-Spielen verbringt, der weiß neben einer guten Maus und Tastatur besonders ein bequemes und hochwertiges Headset zu schätzen. Immerhin sitzt das Ding stundenlang auf unseren Köpfen und soll uns dabei keinen steifen Nacken verursachen. Natürlich ist auch die Qualität des Mikrofons und der Kopfhörer entscheidend. Ein guter Klang steigert nicht nur in Rollenspielen das Erlebnis, sondern ist besonders in First-Person-Shootern elementar wichtig. Nur wer hört, von wo sich der Gegner nähert, der kann rechtzeitig reagieren und sich so einen Vorteil sichern. Zudem will wohl keiner die abendlichen Konversationen im Teamspeak oder Discord von unnötigem Rauschen und Knacken begleitet haben. Wirklich schlechte Headsets gibt es auf dem Markt schon seit Jahren kaum noch. Alle gängigen Hersteller erreichen einen Qualitätsstandard, der dem normalen Nutzer zumindest keine Kopfschmerzen mehr beschert.

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In letzter Zeit drängen aber auch immer mehr renommierte Hersteller von akustischem Zubehör auf den Markt, um die zahlungskräftigen Gamer mit extrem hochwertigen Headsets zu versorgen. Dabei setzen Hersteller wie Sennheiser oder auch Audeze auf jahrelange Erfahrung im Bereich hochwertiger Kopfhörer. Eine Strategie, die einleuchtend klingt. Warum soll Hardware, die seit Jahrzehnten Musikliebhaber begeistert, nicht auch für Gamer tauglich sein. Allerdings gibt es dabei einige Dinge zu beachten, die manch ein Hersteller gerne vergisst.
Mit dem Mobius schickt sich nun der Hersteller Audeze an, die Messlatte für Headsets ein gutes Stück nach oben zu verschieben. Dabei setzt Audeze nicht nur auf hervorragende Audioqualität, sondern auch auf einen 3D-Sound, der direkt im Headset berechnet wird und so ein noch nie dagewesenes Klangerlebnis bieten soll. Wir durften uns nun selber davon überzeugen, ob das Luxus-Headset Audeze Mobius wirklich für den täglichen Gebrauch in WoW, Overwatch, PUBG und anderen Spielen taugt. Und natürlich, ob es seinen Preis von schlappen 399€ wirklich wert ist.

Audeze Mobius: 3D-Sound und Ersteindruck

Audeze Mobius: Das Luxus-3D-Gaming-Headset im Gaming-Praxistest (5) Quelle: buffed Audeze Mobius: Das Luxus-3D-Gaming-Headset im Gaming-Praxistest (5) Die magnetostatischen Planartreiber, die bereits in der LCD-Serie von Audeze zum Einsatz kommen, werden im Mobius mit 3D-Audioformaten und Headtracking zusammengebracht, um so neben 5.1 und 7.1 auch echten 3D-Surround-Sound darstellen zu können. Ohne dabei auf noch mehr fachchinesisch zurückzugreifen, erkennt das Headset quasi die Position eures Kopfes im Raum und erstellt per Hardware, die in den Ohrmuscheln verbaut ist, ein 3D-Klangbild, dass euch mitten ins Geschehen setzen soll. Bewegt ihr euren Kopf, dann bemerkt das Headset das und passt die Geräuschkulisse sofort an. Je nach Modus bleibt die Quelle eines Tons damit immer an der gleichen Stelle eures Raumes - oder aber wandert mit euren Kopf mit. Beides hat seine Vor- und Nachteile und ist für unterschiedliche Einsatzgebiete gut - dazu aber später mehr.

Der erste Eindruck des Audeze Mobius könnte besser kaum sein. Die Verarbeitung ist extrem hochwertig und die Oberflächen fühlen sich allesamt sehr edel an. Die Innenseite der Ohrmuscheln bestehen aus sehr weichem Kunstleder, welcher mit Formgedächtnispolymer (englisch: Memory Foam) gefüllt ist und sich sehr bequem an die Kopfseiten anschmiegt. Die Ohrpolster sind zudem so groß angelegt, dass normale Ohren komplett umschlossen und Außengeräusche sehr gut gedämpft werden. Habt ihr die Kopfhörer also aufgesetzt, bekommt ihr kaum noch etwas von der Umgebung mit, was die Musik oder den Sound eines Spiels deutlich intensiviert. Auch Brillenträger haben keinerlei Probleme. Der weiche Schaum umschließt die Brillenbügel, ohne dabei zu viel Druck auf sie auszuüben und unangenehm für den Träger zu werden. Das Mikrofon ist wie bei vielen Headsets abnehmbar, wodurch ihr das Mobius auch als einfache Kopfhörer nutzen könnt. Besser hätte uns allerdings gefallen, wenn es einfach in der Ohrmuschel versenkt werden könnte. Häufiges ein- und ausstöpseln macht sich zumindest bei anderen Headsets irgendwann darin bemerkbar, dass das eingesteckte Mikro immer wackliger wird. Das konnten wir im Rahmen unseres Tests allerdings noch nicht feststellen. Zudem geht ein kleines Mikrofon schnell mal verloren, wenn man es ausstöpselt und in die Tasche steckt.

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Nachteilig ist auch das hohe Gewicht des Headsets. Sowohl die Hardware als auch der für den Bluetooth-Betrieb verbaute Akku des Mobius wirken sich negativ auf das Gewicht aus. Zwar ist das Headset mit 350g noch lange kein Schwergewicht, gehört aber in jedem Fall zu den schwereren am Markt. Da die weichen Ohrmuscheln trotz des relativ hohen Drucks auf die Kopfseiten nicht viel zum Halt beitragen, lastet das Hauptgewicht auf dem Bügel. Gamern, die an der Kopfoberseite besonders empfindlich sind, wird das hohe Gewicht in langen Zocker-Sessions negativ auffallen.


Audeze Mobius: Drei Anschlüsse - eigene Software

Ihr könnt das Mobius auf drei Wegen benutzen, die wir allesamt in unserem Praxistest durchprobiert haben. Als erstes wäre der klassische Anschluss per Klinke-Kabel. Hier offenbart sich schnell, dass beim Headset der Hauptfokus auf dem Kopfhörer und guten Klang gelegt wurde. Wer das Mikrofon ebenfalls benutzen will, der kommt nicht umher, ein Y-Kabel zu verbauen, da sonst der PC (zumindest unsere beiden Test-PCs) die beiden Signale nicht sauber trennen kann.
Audeze Mobius: Das Luxus-3D-Gaming-Headset im Gaming-Praxistest Quelle: buffed Audeze Mobius: Das Luxus-3D-Gaming-Headset im Gaming-Praxistest Für den Einsatz am PC eignet sich der Anschluss per USB aber ohnehin deutlich besser. Zum einen habt ihr in dem Fall dank der Audeze-Software zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten eurer Klangbilder, zum anderen wird der integrierte Akku direkt geladen. Andernfalls kapituliert dieser sonst irgendwann und die interne Hardware und der 3D-Sound schaltet sich ab.
Die dritte Möglichkeit ist die Verbindung per Bluetooth, sofern euer PC das hergibt. Der Vorteil ist in dem Fall natürlich das fehlende Kabel, wodurch ihr nicht bei jedem Aufstehen das Headset abnehmen müsst. Nachteilig ist aber auch hier wieder der Akku, der irgendwann leer ist. Wir haben die Bluetooth-Funktion daher vorrangig mit dem Handy benutzt, um unterwegs Musik oder Podcasts zu hören, was vollkommen problemlos möglich ist. Ihr habt sogar die Möglichkeit, unterschiedliche Geräte zu verbinden und per Knopfdruck zwischen ihnen zu wechseln. Praktisch, wenn man zu Hause mit einem Knopfdruck vom Handy auf den PC oder die Stereoanlage wechseln kann.
Die mitgelieferte Software ähnelt der anderer Headsets, ist aber nicht sonderlich umfangreiche. Neben den verschiedenen standardmäßigen Klangbildern (beispielsweise für Musik, Rollenspiele, Rennspiele oder FPS) könnt ihr darin die Einstellungen für den 3D-Sound an eure Kopfhaltung anpassen, was aber kaum mehr als einmal nötig sein dürfte.


Audeze Mobius: Kristallklarer Klang

Soviel also zum Drumherum des Audeze Mobius - viel wichtiger ist aber der Klang. Und der gehört zweifelsfrei zum Besten, was meine Ohren jemals genießen durften. Der Sound der Kopfhörer ist über die komplette Bandbreite kristallklar und ohne hörbare Verzerrungen oder dergleichen. Mag sein, dass es spezielle Kopfhörer auf dem Markt gibt, die noch ein wenig besser sind, als Gamer ist mir aber bisher kein noch so teures Headset begegnet, was klanglich auch nur ansatzweise mit dem Mobius mithalten kann. Lediglich einige extrem teure Kopfhörer konnten mich bisher ähnlich beeindrucken.

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Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ihr Musik hört, einen actionreichen Shooter oder stimmungsvolle Horrorspiele genießt - der Sound ist schlicht fantastisch. Der 3D-Modus, der gleich noch näher beleuchtet wird, sorgte beim ersten Einsatz dafür, dass ich das Headset direkt wieder vom Kopf nahm. Das Klangbild war nämlich so klar und räumlich, dass ich schlicht dachte, ich hätte vergessen das Headset einzuschalten und die Musik käme aus meinen Boxen.


Audeze Mobius: Künstlicher 3D-Surroundsound in Detail

Das wahre Highlight des Headsets ist aber wohl der 3D-Sound. Audeze schafft es mit der integrierten Hardware den Surround-Sound, den man sonst nur von teuren HiFi-Anlagen mit 7.1-Sound gewöhnt ist, auf ein kleines Headset zu übertragen. Dabei stehen verschiedene Modi zur Verfügung.
Schaltet ihr den 3D-Modus aus, dann hört sich das Audeze an wie jeder beliebige 08/15-Kopfhörer. Man bekommt zwar einen Eindruck von rechts und links, aber ein wirkliches Raumgefühl kommt nicht auf. Das ist der Sound, den die meisten von euch aus ihrem Headset gewohnt sind.
Schaltet ihr den 3D-Sound auf manuell, dann müsst ihr zunächst einmal die Position der Hauptquelle des Sounds bestimmen. Das funktioniert problemlos, indem ihr in eine bestimmte Richtung blickt und den Center-Knopf betätigt. Der Bereich vor euch ist nun die Quelle der Musik. Diese ändert sich auch nicht, wenn ihr den Kopf bewegt. Dreht ihr euch beispielsweise um 180 Grad, dann kommt die Musik von hinten. Dreht ihr den Kopf 90 Grad nach links, dann hört ihr die Musik nun von rechts kommen. Neigt ihr den Kopf nach vorne oder hinten, dann erreicht euch die Musik plötzlich von oben oder unten. Die Musikquelle ist im virtuellen Raum festgesetzt und bleibt immer gleich. Was besonders beim Hören von Live-Musik genial ist, eignet sich aber auch für verschiedene Spiele-Genres. Rollen- und ganz besonders Rennspiele beispielsweise. Auf kleinen Bildschirmen ist der Effekt zwar nur wenig wahrnehmbar, bei größeren oder gar mehreren Monitoren dafür umso mehr. Es steigert die Immersion deutlich, wenn sich beim Blick zur Seite die Geräusche eures Motors oder eurer Figur nicht auf einmal mit zur Seite bewegen.

Der dritte nutzbare Modus ist 3D-Auto. Dieser funktioniert wie der manuelle Modus, nur dass sich die Quelle des Sounds nun mitbewegen kann. Standardmäßig ist die Quelle direkt vor euch und bleibt im virtuellen Raum auch dort, wenn ihr den Kopf leicht bewegt. Dreht ihr euch aber länger weg, dann springt die Quelle nach ein paar Sekunden wieder automatisch vor euch. Beim Sitzen am PC ist es damit eigentlich ziemlich egal, welchen der beiden Modi ihr aktiv habt, da sich eure Position vor dem Bildschirm wohl im seltensten Fall lange genug ändern dürfte. Für das Musik hören unterwegs ist der Modus aber klasse. Egal wo ihr hingeht oder um welche Ecken ihr biegt, die Bühne samt Musiker bleibt stets vor euch.

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Besonders genial ist der 3D-Sound natürlich in Verbindung mit VR-Spielen. Hier arbeitet die Hardware des Headsets quasi Hand in Hand mit der Audioausgabe des Spiels und erschafft ein räumliches Klangerlebnis, von dem andere Headsets kilometerweit entfernt sind. Ihr könnt Geräuschquellen punktgenau ausmachen und eure Aufmerksamkeit sofort darauf lenken, statt wie bei anderen Kopfhören nur grob die Richtung der Quelle schätzen zu können.


Audeze Mobius: Eine ganze Reihe von Schwachpunkten

Was den Klang, die Qualität und die Verarbeitung des Headsets angeht, ist das Audeze Mobius über jeden Zweifel erhaben und gehört zum Besten, was auf dem Markt zu bekommen ist. Allerdings bringt der Versuch, sich im Gaming-Segment zu etablieren auch einige Dinge mit sich, bei denen Audeze ganz offensichtlich die Erfahrung fehlt.
Das beginnt bei Kleinigkeiten und endet bei einigen nervigen Details. So gehört das Mikrofon zu den großen Schwachpunkten des Mobius. Die Hardware an sich ist zwar nicht schlecht, die Software dahinter aber alles andere als berauschend. Um eine gute Aufnahmequalität zu gewährleisten, setzt die Software auf interne Rauschfilter. Diese filtern leise Hintergrundgeräusche heraus, was eigentlich ist sinnvoll ist. Nur leider ist der Filter so empfindlich, dass er dabei auch leises Sprechen herausfiltert. Was im normalen Gespräch kaum auffällt, wird Zockern mit eher zurückhaltenden Sprechorganen schnell zum Verhängnis. Dann kommt nämlich einfach nichts mehr beim Gegenüber an. Ein ärgerliches Detail für das sonst so hervorragende Headset.
Auch andere Kleinigkeiten zeugen von wenig Erfahrung in der Gaming-Branche. So ist das USB-Anschlusskabel gerade einmal 1,5 Meter lang. Zu kurz für den Anschluss an einem PC, der bequem unter dem Tisch verstaut ist. Auch das 3,5mm-Klinke-Kabel ist deutlich zu kurz und reicht maximal für einen Laptop, der auf dem Tisch vor einem steht. Davon ganz abgesehen, dass ihr einen Y-Stecker braucht, wenn ihr Kopfhörer und Mikrofon parallel betreiben wolltet - was ja der Sinn eines Headsets ist.

Auch der Akku ist nicht unbedingt eine Stärke des Mobius. Zwar hält er sehr lang (etwa zwölf Stunden), verabschiedet sich dann aber auch schnell. Es ist zwar schön, wenn einen das Headset per Sprachnachricht vor dem niedrigen Akkustand warnt. Wenn dann aber bereits knappe fünf Minuten später der Saft leer ist, hilft einem das zumindest unterwegs eher wenig. Beim Einsatz als Headset am Rechner sollte das hingegen kaum eine Rolle spielen.


Audeze Mobius: Bedienung einfach, aber fummelig

Sehr praktisch ist, dass ihr alle wichtigen Einstellungen und Bedienungen direkt am Headset vornehmen könnt. Neben dem klassischen Ändern der Lautstärke von Kopfhörer und Mikro lässt sich letzteres auch komplett stumm schalten. Das Wechseln der 3D-Modi geht ebenso auf Knopfdruck wie das Springen durch die verschiedenen Sound-Einstellungen (Musik, FPS, Rennspiel, usw.) oder das Wechseln der Eingangsquelle von USB zu Bluetooth oder umgekehrt. Für den Bluetooth-Modus unterwegs ganz wichtig ist zudem das Pausieren und Weiterschalten von Songs auf dem Handy, das ebenso über das Headset erledigt werden kann.
Allerdings sind die meisten Einstellungen recht fummelig vorzunehmen - immerhin gibt es nicht für alles einen eigenen Knopf. So kommen Shortcuts wie das Drücken eines Knopfes und das anschließende Drehen eines Lautstärkereglers zum Einsatz, die nicht immer sehr intuitiv sind. Zumal ihr die Knöpfe an der Seite des Headsets ja auch nicht sehen könnt.
Ein wahrer Graus dagegen ist der Ein- und Ausschalter. Dieser muss satte fünf! Sekunden gedrückt gehalten werden, um das gute Stück auszuschalten und immerhin drei Sekunden zum Einschalten. Beides ist deutlich zu lange, besonders bei einem eher schwergängigen Knopf.


Audeze Mobius: Das Fazit

Meinung

Pro & Contra
Extrem guter Klang-Qualität
Sehr guter 3D-Sound
Sehr bequem, trotz hohem Gewicht
Sehr teuer
Mittelmäßiges Mikrofon
zu kurze Kabel
 

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