Hardware-Jahresvorschau 2022: CPUs und Grafikkarten sowie mögliche Trends
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Was erwartet uns im Jahr 2022 in Sachen Hardware? Welche Trends könnte es geben? Wir schauen in unserer Jahresvorschau vor allem auf die CPUs von AMD und Intel sowie Grafikkarten von AMD und Nvidia, die wir im Laufe der nächsten 12 Monate erwarten. Außerdem thematisieren wir mögliche Trends zu Monitoren, Laptops und Cloudgaming.
Vorschau und Aussichten für 2022
Nachdem wir bereits in der letzten Woche bei einem Rückblick auf die für Gamer interessanten Hardware-Themen des Jahres 2021 geschaut hatten, kommen wir heute zu einer Vorschau, was das Jahr 2022 uns bringen wird oder auch bringen könnte. Es dreht sich dabei natürlich um Grafikkarten und Prozessoren, wobei wir bei den Grafikkarten nicht nur die geplanten Modelle, sondern auch eine mögliche Entwicklung des Marktes betrachten. Andere Themen sind aber auch Monitore, Notebooks sowie Cloudgaming, das für manch einen eine Alternative zum Kauf von teurer Gaminghardware sein könnte.
Grafikkarten: Die Marktprognose
Beginnen wollen wir mir einem unschönen Thema, nämlich dem Grafikkartenmarkt. Zunächst fassen wir die Vorgeschichte zusammen: Obwohl die Covid-Pandemie bereits im Frühling 2020 auch Europa und die USA voll erreicht hatte, bleiben die Preise für Grafikkarten lange Zeit über im Jahr 2021 auf dem Niveau, das man schon aus dem vierten Quartal 2019 kannte. Das war nicht selbstverständlich, denn die Nachfrage nach Elektronikartikeln erhöhte sich, da immer mehr Leute von zu Hause arbeiten mussten und auch viele Firmen und Länder die Digitalisierung vorantrieben.
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Auch Gaming als Hobby erfuhr einen Boom, da viele andere Freizeitmöglichkeiten nur noch eingeschränkt oder gar nicht möglich waren. Außerdem blieb manch einer einfach nur von sich aus zur Vorsicht eher zu Hause anstatt seine freie Zeit auswärts zu verbringen. Die Zahl derer, die das an sich schon angestaube Hobby PC-Gaming wiederbeleben oder auch erstmals ins PC-Gaming einsteigen wollten, stieg also massiv an. Mit dem Release der ersten RTX 3000er-Modelle von Nvidia begann dann aber das Dilemma, denn Grafikkarten wurden immer knapper.
Quelle: Zotac
Völlig verrückt und vermutlich Minern zu verdanken: Die Nvidia GeForce GTX 1660 Super kostet mit 550 Euro doppelt so viel wie im Herbst 2020, obwohl sie in Games viel schwächer als die gleichteure AMD Radeon RX 6600 ist.
Zunächst schien es einfach nur so zu sein, dass viele Gamer sich zuvor mit dem Kauf zurückhielten, da sie auf die 3000er-Modelle warteten und diese dann bei Release schnell ausverkauft waren. Doch es blieb auch in den Wochen nach dem Release bei einer schlechten Lieferbarkeit, die Preise stiegen massiv an. Der Hauptgrund dafür war, dass es bei Chipproduktionen aus mehreren Gründen (Nachfrage, Produktionsbedingungen, aber auch Rohstoff- und Bauteile-Lieferprobleme) schwieriger wurde, die hohe Nachfrage der Hardware- und Elektronikhersteller zu bedienen. Gleichzeitig kam zu der Gamer-Nachfrage noch eine Nachfrage durch Miner sowie Scalper hinzu. Letzteres sind "Händler", die knappe Ware - auch mit Hilfe von Bots - massenhaft einkaufen, um das Marktangebot bei knappen oder limitierten Produkten noch weiter zu verknappen und von den steigenden Preisen per Weiterverkauf zu profitieren. Scalping betraf auch die Ende 2020 neu erschienenen Spielekonsolen Playstation 5 und Xbox Series X, so dass beide Konsolen seit 12 Monaten kaum zum Normalpreis zu haben sind. Kurz vor Weihnachten 2021 wurde die Lage glücklicherweise besser, was aber für viele schon zu spät war. Im Frühjahr 2021 gab es bei Grafikkarten preislich einen Höhepunkt, dann sanken die Preise leicht, sind inzwischen wieder etwas höher - man kann grob sagen, dass man für das gleiche Leistungspotenzial aktuell etwa doppelt so viel bezahlen muss wie noch im September und Oktober 2020.
Doch was können wir für 2022 erwarten? Es kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Grafikkarten-Generationen von AMD und Nvidia auf den Markt - dies allein hilft aber nicht weiter, denn zu rechnen ist mit den brandneuen Karten erst im Herbst oder Winter 2022. Hinzu kommt, dass es bei einem Mangel an Produktionskapazitäten oder Rohstoffen kaum eine Rolle spielt, ob es nun um die GeForce RTX 3080 oder eine neue GeForce RTX 4070 geht.
Quelle: PCG/Amazon
Auch Spielekonsolen wurden Opfer von Produktionsengpässen und Scalpern
Aber es besteht Hoffnung, denn es werden neue Fabriken gebaut und mehr Personal ausgebildet - allerdings kann dies alles dadurch scheitern, dass bestimmte Rohstoffe fehlen, die als Basis für Platinen dienen. Genau dies ist nämlich auch ein Teil des Problems. Einige Analysten erwarten noch für einige Jahre eine Unterversorgung des Marktes mit bestimmen Basisprodukten für Chips, die technisch eher simpel, aber essenziell wichtig sind. In dem Falle würden die Grafikkartenpreise nicht sinken - es gibt aber auch Stimmen, die hoffnungsvoller sind und davon ausgehen, dass trotz gewissem Rohstoffmangel genügend Chips produziert werden können. Mit einem Blick auf die Preise Bauteile wie CPUs, Mainboards, RAM, SSD und mehr sehen wir schließlich auch, dass die Preise hier mit kleinen Schwankungen nach oben, aber auch nach unten im Durchschnitt stabil geblieben sind und die Chipkrise offenbar nicht alle Produktsorten gleichermaßen hart trifft - obgleich man hier vorsichtig sein muss, ob dies so bleibt. Denn beim neuen DDR5-RAM gibt es seit dem Release von Intels Alder Lake-Plattform (viele passende Mainboards unterstützen DDR5-RAM) fast ausschließlich leere Händlerregale. Doch egal wie die Versorgung im Jahr 2022 im Detail aussieht: Es wird Neuheiten bei Grafikkarten und auch bei Prozessoren geben - mit beiden Themen machen wir ab der nächsten Seite weiter.
