Unter Strom: Kauftipps Netzteile - Effizienz und Modellwahl

Special Antonio Funes
Unter Strom: Kauftipps Netzteile - Effizienz und Modellwahl
Quelle: Be Quiet

In unserem Special klären wir, wie viel Strom ein Spiele-PC verbraucht und was ihr bezüglich des Strombedarfs beachten solltet. Außerdem bieten wir eine Kaufberatung inklusive Wissenstipps zu Netzteilen, bei denen es entgegen der landläufigen Meinung weniger um die Watt-Angaben geht, die ein Hersteller zu einem Netzteil nennt. Eine Marktübersicht mit empfehlenswerten Netzteilen ist auch dabei.

Netzteile: Effizienz

Bei der Umwandlung des Stroms aus der Steckdose in die drei oben genannten Spannungswerte geht immer auch Strom verloren - dies zeigt sich auch darin, dass ein Netzteil im Betrieb warm wird. Hinzu kommt der Strombedarf des Netzteillüfters.

Gute Netzteile sind besonders effizient, es geht also nur wenig Strom bei der Umwandlung verloren - je weniger Strom verloren, desto effizienter ist ein Netzteil.

Natürlich sind besonders effiziente Netzteile auch teurer, aber man spart am Ende auch Strom und somit Kosten. Ab einer gewissen Grenze lohnt es sich aber nicht mehr, deutlich mehr Geld auszugeben. Eine Beispielrechnung:

Angenommen Euer PC benötigt im Durchschnitt 200 Watt (Office- und Gaming-Mix). Ein Netzteil mit einer guten Effizienz von 92 Prozent zieht dann effektiv 217 Watt aus der Steckdose (200 Watt geteilt durch 0,92). Bei einem Netzteil mit einer Effizienz von nur 85 Prozent wären es 235 Watt. Die knapp 20 Watt Unterschied klingen nach wenig, aber wenn der PC jeden Tag sechs Stunden in Betrieb ist, sind dies 20 Watt mal 6 Stunden mal 365 Tage, also 43800 Wattstunden - dies sind 43,8 KWh, die euch etwa 12 Euro pro Jahr kosten. Wenn der Preisunterschied der beiden Netzteile nun 40 Euro beträgt, hat es sich das effizientere Netzteil schon nach weniger als vier Jahren rentiert. Ihr seht aber auch: solltet ihr vielleicht nur drei Stunden pro Tag euren PC nutzen, dauert es schon über sechs Jahre, bis sich der Kauf rentiert hat. Dies zeigt, dass man es mit der Effizienz nicht übertreiben, aber trotzdem ein Auge auf selbige werfen sollte. Um es den Käufern einfacher zu machen, ein effizientes Netzteil zu erkennen, gibt es auch die 80 Plus-Siegel. Diese geben Auskunft darüber, welche Mindest-Effizienz von einem Netzteil bei verschiedenen Auslastungs-Leveln erreicht wird. Denn bei voller Last sind die meisten Netzteile effizienter als dann, wenn sie kaum ausgelastet sind. Wir empfehlen mindestens ein Silver-Label, aber es muss nicht unbedingt Gold sein, zumal viele Silver-Netzteile nur sehr knapp bei einer der drei Auslastungen am Gold-Status scheitern. Hier die Label in einer tabellarischen Übersicht:

Label Effizienz bei 20% Last Effizienz bei 50% Last Effizienz bei 100% Last
80 Plus 82 85 82
80 Plus Bronze 85 88 85
80 Plus Silver 87 90 87
80 Plus Gold 90 92 89
80 Plus Platinum 92 94 90
80 Plus Titanium 94 96 94

Ein Hinweis: bei den meisten Netzteilen holen sich die Hersteller bei der zuständigen 80 Plus-Organisation nur ein Label für die Effizienz im Betrieb mit 110 Volt ein - trotzdem sind die Label auch für unser 230-Volt-Stromnetz ein sehr guter Indikator.

Netzteile: das passende Modell finden

Beim Netzteilkauf ist also ein passender Watt-Wert der wichtigste Punkt, wobei das Netzteil nicht zu günstig sein sollte beziehungsweise nicht ungewöhnlich viel Watt für sein Geld liefern sollte.

Gut zu erkennen: die Anschlüsse für die Kabel beim vollmodularen Super Flower Leadex Gold Quelle: Caseking Gut zu erkennen: die Anschlüsse für die Kabel beim vollmodularen Super Flower Leadex Gold Auch die Effizienz solltet ihr im Visier haben, zudem achtet unbedingt darauf, dass das Netzteil eurer Wahl mindestens zwei 12-Volt-Leitungen hat. Dies erkennt ihr daran, dass in den technischen Daten des Netzteiles bei den Amperewerten, die es bei 3,3, 5 und 12 Volt liefern kann, von 12V1, 12V2 und so weiter die Rede ist. Ebenso wichtig: mindestens zwei 8-Pin-PCIe-Stecker für Grafikkarten - die Schreibweise 6/8-Pin in den technischen Daten drückt aus, dass es ein 8-Pin-Stecker ist, den man bei Bedarf auch an einen 6-Pin-Anschluss aufstecken kann. Für einen Aufpreis von 10 bis 20 Euro bekommt ihr zudem eine Modularität als Feature - dies bedeutet, dass ihr alle Kabel oder zumindest alle bis auf das Haupstromkabel abnehmen könnt. Zum einen lassen sich die Kabel auf diese Weise leichter im Gehäuse verlegen, zum anderen könnt ihr je nach Bedarf auch einige Kabel weglassen und Platz sparen. Der letzte Punkt, den ihr beachten solltet, ist die Bauweise. Für ein normales PC-Gehäuse passt der ATX-Faktor, der auch der am weitesten verbreitete Standard auf dem Netzteil-Markt ist, aber manche Netzteile haben auch andere Bauformate, die möglicherweise nicht in Euer Gehäuse passen, oder aber Euer Gehäuse verlangt ein besonderes Netzteil-Format.

  1. Seite 1 Unter Strom: Strombedarf und Stromkosten eines PCs
  2. Seite 2 Unter Strom: Kostentabelle und Beginn Kauftipps Netzteile
  3. Seite 3 Unter Strom: Kauftipps Netzteile - Effizienz und Modellwahl
  4. Seite 4 Unter Strom: Marktübersicht Netzteile mit 25 Modellen
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