Gaming-PC aufrüsten: CPU, Mainboard, RAM und Grafikkarte wählen mit Beispielen

Special Antonio Funes
Gaming-PC aufrüsten: CPU, Mainboard, RAM und Grafikkarte wählen mit Beispielen
Quelle: Scythe

Wir haben rund um die PC-Aufrüstung eines PCs für Gaming viele Tipps dazu, wie man sich eine passende Kombination aus Prozessor, Mainboard, RAM und Grafikkarte auswählt. Dabei haben wir zu allen Komponenten auch eine Kaufberatung eingebaut und bieten euch einige Beispiel-Zusammenstellungen aus CPU, Mainboard und RAM jeweils mit und ohne Grafikkarte.

In unserem Special geht es um die Aufrüstung eines PCs, um ihn für moderne Spiele fit zu machen. Wir werden euch zu diesem Zweck einige Vorschläge für eine Kombination aus CPU, Mainboard und RAM für mehrere Preisklassen machen. Wichtig: Diese Sets nennen wir in unserem Special zur Vereinfachung "CPU-Kombi", um nicht jedes Mal alle drei Komponenten nennen zu müssen. Es geht aber in unserem Special auch um die derzeit in Sachen Preis-Leistung am ehesten empfehlenswerten Grafikkarten-Reihen. Bevor wir zu CPU-Kombis und Grafikkarten kommen, wollen wir aber ein paar allgemeine Dinge rund um das Aufrüsten klären.

Aufrüsten - was ist das genau?

Im Grunde genommen ist mit dem Wort "Aufrüstung" rund um einen Gaming-PC jede Aktion gemeint, bei der ihr die Leistung des PCs durch einen Bauteilwechsel verbessert. Auch manche Dinge, die die Leistung nicht oder nur in einem geringen Maße verbessern, können darunterfallen: Ein zusätzliches Laufwerk oder mehr Arbeitsspeicher, der Umstieg von einer Festplatte auf eine SSD für Windows, ein besseres Netzteil oder auch ein höherwertiges Mainboard.

Für unser Special konzentrieren wir uns aber auf die CPU und die Grafikkarte, wobei für eine neue CPU in aller Regel auch ein neues Mainboard plus RAM nötig sein werden, außer ihr habt bereits eine Intel Sockel 1200- oder 1700-CPU beziehungsweise ein AMD Sockel AM4-Mainboard und wollt lediglich einen stärkeren oder mit mehr Kernen bestückten Prozessor kaufen.

Prozessorwahl

Ab einem Core i5-Prozessor seid ihr im Grunde genommen noch immer gut mit im Spielegeschehen dabei, sofern ihr mindestens den Sockel 1151, der im Jahr 2015 erschien, als Basis habt. Je neuer der Sockel, desto eher ist für euch ein CPU-Upgrade derzeit noch nicht nötig. Trotzdem kann der Wechsel zu einem modernen Core i5 oder auch Ryzen 5000 in aktuellen Spielen einiges bringen - selbst der nur 135 Euro teure Core i5-10400F für den Sockel 1200, den wir seit seinem Release im Frühling 2020 als Preistipp empfehlen, ist etwa 50 Prozent schneller in Spielen als der Core i5-7600K für den Sockel 1151.

Vor etwa zwei Jahren erschienen und noch immer Top beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Core i5-10400F (rechts im Bild) Quelle: PCGH Vor etwa zwei Jahren erschienen und noch immer Top beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Core i5-10400F (rechts im Bild) Zumindest gilt das für 720p als Auflösung, was weniger als Full-HD ist. Bei höheren Auflösungen schrumpft der Abstand, da die Grafikkarte immer mehr an Bedeutung gewinnt, je mehr Details und Pixel berechnet werden müssen. Was Prozessoren angeht, die schneller als der Core i5-10400F sind, so packt man mit einem Core i5-12400F oder AMD Ryzen 5 5600X bereits weitere um die 20 Prrozent in Spielen obendrauf. Bei den noch teureren CPUs gewinnt man dann aber nur noch wenige Prozentpunkte, sodass sich der Kauf eher wegen des Plus an Kernen lohnt: Ein Ryzen 7 5800X oder Core i7-12700KF bietet mehr Kerne und Threads als der Core i5 oder Ryzen 5, was aber derzeit in Games nur kleine Vorteile bringt.

Doch zurück zu "alten" CPUs: Selbst wer noch mit einer Intel-CPU der 7000er-Reihe oder aufseiten von AMD maximal mit einem Ryzen 5 2600X unterwegs ist, was an sich noch ausreicht, kann mit einer neuen CPU-Kombi so viel an Leistung gewinnen, dass sich der Wechsel lohnt. Ein Set mit dem genannten Core i5-10400F, einem Mainboard und 16GB RAM kostet ab etwa 250 Euro. In der Summe winken für diesen Betrag Leistungssteigerungen, die euch selbst eine Grafikkarte für 300 Euro nicht bringen kann, außer ihr seid aktuell noch immer maximal mit einer AMD Radeon R9 280X oder Nvidia GeForce GTX 960 oder vergleichbarer anderer Grafikkarte unterwegs. Einige aktuelle CPU-Kombis werden wir euch später noch nennen. Zuerst geht es aber um Mainboards.

Mainboard: ab 60 Euro geht es los

Damit die CPU ihre Leistung entfalten kann, muss man kein teures Mainboard kaufen. Modelle ab 60 Euro reichen völlig aus, solange sie nur alle für euch wichtigen Slots und Features bieten. Bei Intel muss man allerdings aufpassen, wenn man eine der übertaktbaren K-CPUs für den Sockel 1200 oder den neueren Sockel 1700 kauft und auch vorhat, zu übertakten. Denn dann ist ein Mainboard mit Z-Chipsatz nötig - hier geht es beim Sockel 1200 erst ab 130 Euro los, beim Sockel 1700 ab 160 Euro. Bei AMDs Sockel AM4 kann man theoretisch mit allen Mainboards übertakten, wobei natürlich teurere Modelle in aller Regel mehr Optionen bieten und stabilere Ergebnisse wahrscheinlicher machen. Spezielle CPUs sind dabei nicht nötig: Jeder AMD Ryzen lässt sich übertakten.

Wichtig beim Aufrüsten ist neben der Frage, welchen Sockel die neue CPU benötigt, zum Teil auch die Kompatibilität. Neue Ryzen 5000-CPUs kommen mit manchen alten AM4-Mainboards nicht klar - dies ist wichtig zu wissen, wenn man schon ein AM4-Mainboard hat, auf dem vielleicht nur ein Ryzen 5 1600X werkelt und auf einen Ryzen 5000 umsteigen will. Wer aber sowieso auch das Mainboard neu kauft, orientiert sich an den Chipsatz-Nummern. Beim Sockel AM4 und 1200 haben die aktuellen Modelle 500er-Chipsatz-Namen wie B550 oder Z590, beim Sockel 1700 sind es 600er-Chipsätze. Die Chipsatznamen stecken auch immer im Namen des Mainboards mit drin.

  1. Seite 1 PC-Aufrüstung: Einleitung und CPU-Auswahl
  2. Seite 2 PC-Aufrüstung: RAM und CPU-Mainboard-Kombinationen
  3. Seite 3 PC-Aufrüstung: Flaschenhals und Grafikkarte
  4. Seite 4 PC-Aufrüstung: Grafikkarten und Übersicht Aufrüstungs-Kits
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