Harvest Moon: Retro-Special zum Simulations-Klassiker für SNES

Special Marco Cabibbo Lukas Schmid
Harvest Moon: Retro-Special zum Simulations-Klassiker für SNES
Quelle: Natsume

Retro-Special zu Harvest Moon: Bringt die Kühe in ihren Stall und holt das Korn in den Speicher: Wir werfen einen Blick zurück auf Harvest Moon für SNES, die wohl kultverdächtigste Farmer-Simulation aller Zeiten. Aber aufgepasst, das bedeutet für euch ganz schön harte Arbeit!

In den heutigen Zeiten, in denen man alles überall und jederzeit sofort bekommen kann, vergisst man nur allzu gern, wie leicht man es heute eigentlich hat. Wem es nach einer herzhaften Portion Pommes mit Majo gelüstet, muss nur zur nächsten Frittenbude düsen und kann sich dort sofort den Bauch vollschlagen.

Aller Anfang ist schwer: Nicht einmal drei Jahre habt ihr Zeit, um diese Bruchbude in einen florierenden Landwirtschaftsbetrieb zu verwandeln. Hoch die Ärmel! Quelle: PC Games Aller Anfang ist schwer: Nicht einmal drei Jahre habt ihr Zeit, um diese Bruchbude in einen florierenden Landwirtschaftsbetrieb zu verwandeln. Hoch die Ärmel! Noch vor wenigen hundert Jahren sah das ganz anders aus und erwies sich als deutlich schwerer, wenn nicht gar unmöglich. Auf dem Acker musste der gemeine Bauer nicht nur erst in schwerer Feldarbeit die Kartoffeln pflücken, sondern auch noch nach Hause bringen und zubereiten. Von einem solchen Landleben hat sich ein Großteil unserer Bevölkerung mittlerweile verabschiedet und ist in die Stadt geflohen, um dort einen körperlich kaum anstrengenden Beruf wie etwa Videospielredakteur nachzugehen. Wer aber dennoch mal das Verlangen spürt, mit ehrlicher Handarbeit sein Brot zu verdienen, kann seit über 20 Jahren auf die Harvest Moon-Serie setzen. Regenfälle begrüßt der Bauer. Ein Wirbelsturm hingegen kostet euch nicht nur einen Arbeitstag, er verwüstet zudem auch einen Teil eurer Gemüsefelder, … Quelle: PC Games Regenfälle begrüßt der Bauer. Ein Wirbelsturm hingegen kostet euch nicht nur einen Arbeitstag, er verwüstet zudem auch einen Teil eurer Gemüsefelder, … In der von Natsume erdachten Reihe, welche mittlerweile den Namen Story of Seasons trägt, dürft ihr in Videospielform all das tun, was das Farmerleben auszeichnet. Ganz im Sinne unserer Retro-Rubrik wollen wir uns auf den folgenden Seiten aber primär mit dem ersten Teil auseinandersetzen, der am 6. August 1996 für das SNES erschienen ist.

Spaß bei der Arbeit

Regenfälle begrüßt der Bauer. Ein Wirbelsturm hingegen kostet euch nicht nur einen Arbeitstag, er verwüstet zudem auch einen Teil eurer Gemüsefelder, … Quelle: PC Games Regenfälle begrüßt der Bauer. Ein Wirbelsturm hingegen kostet euch nicht nur einen Arbeitstag, er verwüstet zudem auch einen Teil eurer Gemüsefelder, … Harvest Moon versetzt euch in die Lage eines Jungbauern, der von seinen Eltern einen heruntergekommenen Bauernhof übertragen bekommt. Für die nächsten 2 ½ Jahre ist es nun eure Aufgabe, den verkümmerten Landstrich in eine florierende Landwirtschaft zu verwandeln. Bevor ihr aber zum ersten Spatenstich ansetzen könnt, steht zunächst ein erster Besuch im örtlichen Dorf an - neben eurer Farm und dem nahegelegenen Wald die einzige Location, die ihr im Spiel aufsuchen könnt. Der Besuch bei Bürgermeister, Barbesitzer und Co. geschieht nicht nur aus reiner Höflichkeit, denn zur Begrüßung erhaltet ihr direkt ein paar wertvolle Utensilien für euer künftiges Leben auf der Farm.

Zu Beginn ist euer Besitz noch sehr überschaubar: Eure Hütte ist winzig, Kuh- und Hühnerstall stehen leer und das Unkraut droht, den gerade erst erworbenen Besitz vollständig zu überwuchern. Mit dem richtigen Werkzeug, das ihr im Schuppen finden könnt, lässt sich der Natur aber Einhalt gebieten. Mit dem Hammer zerkloppt ihr nutzlose Felsen und Steine, die Axt verwandelt Baumstümpfe in wertvolle Holzscheite und die Sichel macht mit Büschen kurzen Prozess.

Kühe lasst ihr am besten dauerhaft im Stall, denn ihre Wegfindung von der Weide zurück in den Stall erweist sich leider als zu unkomfortabel und zeitraubend. Quelle: PC Games Kühe lasst ihr am besten dauerhaft im Stall, denn ihre Wegfindung von der Weide zurück in den Stall erweist sich leider als zu unkomfortabel und zeitraubend. Habt ihr genügend Ackerland freigelegt, solltet ihr sofort zum Spaten greifen und einige Felder anlegen, auf die ihr anschließend die ersten Gemüsesamen ausbreitet. Während im Frühling Steckrüben und Kartoffeln gut gedeihen, stehen im Sommer Mais und Tomaten auf dem Plan. Abgesehen von Gras, das auch im Herbst mit der Sichel zu Heu verarbeitet werden kann, gibt es im ersten Harvest Moon nicht mehr anzupflanzen. Von Anfang an solltet ihr eure Felder zudem so anlegen, dass ihr möglichst viel Gemüse erreichen könnt. Sobald die Keimlinge aus dem Boden sprießen, könnt ihr die Pflanzen in der Mitte nämlich nicht mehr erreichen.

Da jede der vier Jahreszeiten außerdem nur 30 Tage umfasst und alle Gemüsearten mehrere Tage benötigen, um zu wachsen, solltet ihr hier immer gut vorausplanen. Habt ihr zu Beginn des Wochenendes keinen Nachschub an Samen gekauft und ab Montag nicht mehr genügend Zeit bis zum Saisonwechsel, solltet ihr den Kauf daher lieber noch mal überdenken.

Zeit = Geld

Sobald eines der Feste im Dorf stattfindet, solltet ihr für den Tag die Arbeit ruhen lassen und euch ein wenig Spaß gönnen. Auch Präsente könnt ihr hier kaufen. Quelle: PC Games Sobald eines der Feste im Dorf stattfindet, solltet ihr für den Tag die Arbeit ruhen lassen und euch ein wenig Spaß gönnen. Auch Präsente könnt ihr hier kaufen. Eine weitere wichtige Ressource in dem Spiel ist die euch zur Verfügung stehende Zeit, denn Harvest Moon ist einem festen Tagesrhythmus unterzogen. Sobald ihr euch im Freien aufhaltet (eine Ausnahme bildet hier die Stadt), geht der Morgen gemächlich in den Tag über, bis langsam das erste Abendlicht zum Vorschein und schließlich die Nacht hereinbricht. Später als sechs Uhr abends kann es jedoch nie werden. Bis zum späten Nachmittag habt ihr Zeit, sämtliche Erzeugnisse von der Farm in die Box für den Lieferanten zu legen, der sie am Ende abholen kommt. Gerade zu Beginn des Spiels nimmt das Gießen und Ernten der Pflanzen aber so viel Zeit in Anspruch, dass ihr für den Rest des Tages zu nichts anderem mehr kommt - womit wir auch schon beim wohl größten Kritikpunkt des gesamten Spiels sind.

Wie es das Bauernleben nun mal so an sich hat, geht euer Tagesablauf schnell in einen festgelegten Zyklus über, in dem ihr immer wieder das Gleiche macht. Erst wenn ihr später eine Sprinkleranlage sowie ein Pferd mit Tragetaschen besitzt, gestaltet sich die Arbeit auf dem Feld deutlich leichter. Weitaus mehr Aufwand und Vorausplanung müsst ihr aufbringen, wenn ihr euren Bauernhof mit Kühen und Hühnern auffüllen möchtet. Während die zuletzt Genannten nicht viel Arbeit machen und im Tausch für ein Ei nicht viel mehr als gefüttert werden müssen, sind die Vierbeiner schon deutlich anspruchsvoller.

Der goldene Herbst ist da: Feldfrüchte anbauen könnt ihr in dieser Jahreszeit aber nicht, wohl aber den nahegelegenen Wald nach schmackhaften Pilzen absuchen. Quelle: PC Games Der goldene Herbst ist da: Feldfrüchte anbauen könnt ihr in dieser Jahreszeit aber nicht, wohl aber den nahegelegenen Wald nach schmackhaften Pilzen absuchen. Um wortwörtlich den maximalen Milchertrag aus ihnen herauspressen zu können, will jede Kuh gehegt, gestreichelt und gefüttert werden. Da sich Kühe und Hühner dasselbe Futter teilen, solltet ihr sichergehen, dass ihr für den Winter ausreichend Vorräte angelegt habt. Auch die Prozedur mit der Milchproduktion nimmt leider schnell monotone Züge an, da es weder bei der Fütterung noch dem Melken einen Automatisierungsprozess gibt.

Liebe ist in der Luft

Für ein wenig Abwechslung im Bauernalltag sorgen die verschiedenen Feste, welche im Verlauf des Jahres abgehalten werden. Jede Veranstaltung sollte von euch dazu genutzt werden, um mit der Dorfgemeinschaft besser in Kontakt zu kommen - allen voran natürlich mit den weiblichen Bewohnern.

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