Toiletten-Tabu rettet Hitman: Warum IO Interactive jetzt Millionen spart - und trotzdem abräumt
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Hitman-Entwickler IO Interactive spart Millionen - dank eines ungewöhnlichen Schwurs: keine neuen Toiletten mehr! Warum Agent 47 trotzdem brilliert und wie sich das auf James Bond auswirkt, liest du hier.
Normalerweise geht's bei Hitman ums lautlose Ausschalten ahnungsloser VIPs und spektakuläre Kills. Doch hinter den Kulissen kämpfte Entwickler IO Interactive offenbar jahrelang mit einem ganz anderen Killer: explodierenden Budgets. Nun hat CEO Hakan Abrak verraten, wie der kahlköpfige Meuchelmörder Agent 47 trotz kleinerer Budgets weiter glänzt - und was Klos damit zu tun haben.
Das Geheimnis der Hitman-Macher: nie wieder neue Klos!
"Ich habe geschworen, nie wieder neue Toiletten zu machen," gesteht Abrak im Interview mit The Game Business. Klingt skurril, ist aber ernst gemeint. Nach Hitman: Absolution 2012 wurde IO klar: Ständig neue Objekte, Räume oder - eben - Toiletten zu bauen, frisst Zeit und Geld, ohne dass es am Ende wirklich jemandem auffällt. Warum ein neues Klo designen, wenn das alte prima spült?
Also erfand IO für Hitman (jetzt kaufen ) in 2016 das sogenannte "Brick System" - eine Art Baukasten-Prinzip, bei dem bestehende Inhalte clever recycelt werden. Statt immer wieder alles neu zu entwickeln, werden Assets und Systeme modular genutzt. Ergebnis: weniger Kosten, gleiche Mordsqualität (höhö).
Hitman wurde billiger und gleichzeitig besser
Das Resultat kann sich sehen lassen: Laut Abrak kostete Hitman 2016 noch rund 100 Millionen Dollar. Hitman 2 kam mit 60 Millionen aus, und bei Hitman 3 reichten sogar nur 20 Millionen - ein Fünftel des ursprünglichen Budgets. Und das, obwohl das Spiel weiterhin neue Schauplätze bietet. Der Clou: Hitman 3 heimste mit Wertungen von 85 bis 87 Punkten die besten Kritiken der Reihe ein.
Agent 47 bleibt sparsam, 007 wird teuer
Ganz so günstig wird es bei IOs neuem Prestigeprojekt 007: First Light allerdings nicht. Es sei ein "ambitionierteres Produkt," räumt Abrak ein. Doch auch Bond soll von IOs Spardrang profitieren, man möchte "langlebige" Produkte erschaffen. Oder mit anderen Worten: keine unnötigen Klos mehr. Vermutlich darf Bond trotzdem weiterhin auf einer goldenen Toilette Platz nehmen, wenn's die Story verlangt.
Während sich andere Studios in der Corona-Ära im großen Expansionsrausch verzettelten, blieb IO auf dem Teppich. Abrak betont, man habe bewusst auf maßvolles Wachstum gesetzt, um die eigene Kultur und Qualität nicht zu gefährden. Das scheint sich offenbar ausgezahlt zu haben, also weiter so!
