Hogwarts Legacy - Wird das Spiel ein Abschiedsbrief an Harry Potter?
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Seit fast 25 Jahren begleiten uns Harry Potter und seine magischen Abenteuer. Obwohl sich das Franchise immer noch großer Beliebtheit erfreut, scheint es sich auf dem absteigenden Ast zu befinden. Hogwarts Legacy könnte das letzte große Werk und damit ein Abschiedsbrief an die Reihe werden.
In der sagenumwobenen Nacht, in der ein kleiner Junge mit seinem Leben und einer blitzförmigen Narbe davonkam, ahnten sie es bereits. Minerva McGonagall erklärte Albus Dumbledore, dass jedes Kind weltweit den Namen des Jungen kennen würde. Doch wenn sie gewusst hätte, was für Wellen der kleine Zauberer schlagen würde, hätten sie ihn vielleicht nicht auf der Türschwelle der Dursleys abgelegt. Denn sein Name ist weltweit bekannt - wenn auch nicht so, wie die Hexe es sich vorgestellt hat.
Die Rede ist natürlich von Harry Potter, dessen Geschichte eine ganze Generation beim Aufwachsen begleitet hat. Mitternachtsverkäufe für den nächsten Band, verkleidete Besucher im Kino und sogar Videospieladaptionen, die einen selbst aktiv werden lassen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich für eine Weile hinter die sicheren Schlossmauern von Hogwarts zurückzuziehen. Doch auch eine so magische Welt, deren Helden für Toleranz und Tapferkeit einstehen, ist nicht frei von Fehlern. Vor einiger Zeit begann die Fassade zu bröckeln, schuld daran ist einerseits die Autorin J.K. Rowling selbst, andererseits die schlechten Wertungen für die neuen Geschichten aus der Zauberwelt.
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Quelle: Warner Bros.
Endlich dürfen wir selbst durch die magische Welt streifen! Aber was erwartet uns danach?
Doch Ende dieses Jahres erwartet Fans eine Gelegenheit, auf die sie viele Jahre gewartet haben: In dem Videospiel Hogwarts Legacy (jetzt kaufen 39,95 € / 53,99 € ) geht es zurück in die berühmte Schule für Hexerei und Zauberei. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht Harry und auch nicht der aus Phantastische Tierwesen bekannte Newt Scamander - sondern ihr.
Auf den ersten Blick scheint der Titel alles zu sein, was die Herzen höherschlagen lässt. Genau deshalb liegt die Vermutung nahe, dass uns damit das letzte große Werk aus dem Harry-Potter-Universum, ein krönender Abschluss, erwartet. Es könnte sich also um einen Abschiedsbrief an die Geschichte handeln, die viele von uns von klein auf begleitet und dabei sowohl viel Freude als auch Kummer beschert hat.
Reise mit dem Zeitumkehrer: vom Waisenkind zum Markennamen
Am 26. Juni 1997 erschien mit "Harry Potter and the Philosopher's Stone" der erste Band der erfolgreichen Saga. Nachdem die Autorin J.K. Rowling zunächst von mehreren Verlagen abgelehnt wurde, veröffentlichte Bloomsbury ihr Werk schließlich mit einer Auflage von 500 Exemplaren. Heute dürften sich viele Geschäftsführer ärgern, sich nicht die Rechte an der Kinderbuchreihe gesichert zu haben.
Doch mit dem Erfolg, den der 11-jährige Waisenjunge haben würde, konnte damals wohl niemand rechnen. Es folgten sechs weitere Bände, bis die Geschichte mit dem siebten und letzten Teil "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" im Jahr 2007 ihr Ende fand.
Als der entsprechende Film vier Jahre später in die Kinos kam, benötigte er nicht einmal den Titel: Auf manchen Plakaten prangte neben Harry, Ron und Hermine bloß der simple Schriftzug "It all ends". So viele Tränen, wie nach dem Abspann in den Sälen geflossen sein dürften, lassen sich wohl selbst mit Magie nicht zählen. Gegen manche Dementoren ist selbst die süßeste Schokolade machtlos.
Ob es nun die Sehnsucht der Fans oder profitorientierte Unternehmen waren, so schnell geriet die zauberhafte Welt allerdings nicht in Vergessenheit. Seit 2012 könnt ihr eine Tour durch die Filmstudios in Leavesden bei London machen und dabei durch die Winkelgasse schreiten, zahlreiche Requisiten bestaunen und alkoholfreies Butterbier trinken.
In den USA gibt es sogar einen ganzen Freizeitpark zu Ehren des Zauberschülers: In Orlando im Bundesstaat Florida bietet "The Wizarding World of Harry Potter" neben diversen Fahrgeschäften und Attraktionen auch ein nachgebautes Hogsmeade. Selbst eine kleine Version von Hogwarts lässt sich bestaunen.
Schlechte Wertungen & wo sie zu finden sind
Da ist es wenig verwunderlich, dass auch der Buchhandel und die Kinos mit Nachschub versorgt wurden. An den Erfolg der ursprünglichen Saga konnte J.K. Rowling allerdings nicht mehr anknüpfen.
Neben dem Theaterstück "Harry Potter und das verwunschene Kind", dessen Skript selbst unter den treuesten Fans in Verruf geraten ist, startete mit "Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind" eine neue Filmreihe. Mehrere Jahrzehnte, bevor Harry das Licht der Welt erblicken würde, begibt sich der fürsorgliche Newt Scamander auf eine Reise nach Amerika. Immer mit dabei, sofern sie nicht gerade Unruhe stiften: Sein Niffler und der Bowtruckle namens Pickett.
Quelle: Warner Brothers
Normalerweise ist Dumbledore immer zur Stelle, um den Tag zu retten. Den Wertungen für den neuen "Phantastische Tierwesen"-Film konnte er aber nicht helfen.
Der Film präsentiert beeindruckende magische Wesen, von denen wir bisher nur im gleichnamigen fiktiven Sachbuch gehört haben. Doch die goldenen 20er haben auch ihre düstere Seite, da der böse Zauberer Grindelwald zusehends an Macht gewinnt. Newt beschert uns einige zauberhafte Momente, liebevoll gestaltete Tierwesen und unterdurchschnittliche Fortsetzungen. Der neueste Teil "Dumbledores Geheimnisse" kann gerade mal einen Metascore von 47 aufweisen.
Eine langatmige Handlung, zu viele Charaktere und Nebengeschichten, keine klare Richtung: Für den dritten Film einer fünfteiligen Reihe sind das keine guten Voraussetzungen. Vielleicht lässt sich das Ruder noch einmal herumreißen, doch es scheint so, als wäre der Hogwarts-Express bereits abgefahren. Die Magie scheint auf der Strecke zu bleiben und es kommt unwillkürlich die Frage auf, ob die Welt nach fast 25 Jahren nicht langsam in den Ruhestand gehen sollte.
Problematische Äußerungen einer einst gefeierten Autorin
Unschuldig ist die Autorin an solchen Meinungen sicherlich nicht. Denn J.K. Rowling sorgte in der Vergangenheit aufgrund als transphob aufgenommener Äußerungen mehrfach für negative Schlagzeilen. Das enttäuschte hauptsächlich betroffene Potterheads, wie die eingefleischten Fans genannt werden, aber auch die restliche Community hart.
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