Frischer Wind im Genre, oder doch nur ein ganz normales Echtzeit-Strategiespiel? Wir haben den ausführlichen Test!
In Impossible Creatures schlüpfen wir in die Rolle von Rex Chance, einem bekannten Weltenbummler und Kriegsberichterstatter. Er bekommt überraschenderweise von seinem verschollenen Vater einen Brief, in dem er ihn zu sich auf eine kleine Inselkette im Südpazifik einlädt. Rex macht sich natürlich sofort auf den Weg und wird schon kurz nach seiner Ankunft auf den "Islas Variatas" von äußerst seltsamen Kreaturen unangenehm überrascht. Zum Glück wird er von der reizenden Forscherin Lucy Willing in letzter Sekunde gerettet und zusammen machen sie sich auf die Suche nach den Geheimnissen dieser Inselkette deren äußerst seltsamer Tierwelt.
Es handelt sich bei diesem Spiel um ein waschechtes Echtzeitstrategiespiel mit Aufbauelementen. Die Entwickler haben sich aber ein paar ganz besondere Features einfallen lassen um das Spiel von der harten Genrekonkurrenz abzuheben. Denn obwohl das Spiel im Jahr 1937 spielt, handelt es sich um eine bizarre Science Fiction-Geschichte in der es dank der "Sigma-Technologie" möglich ist, per Knopfdruck die wildesten Geschöpfe zu erschaffen. Dazu muss man nur ein paar DNA -Proben von bestehenden Tieren sammeln, diese in einem Biofusionator neu zusammensetzen und schon hat man einen fliegenden Haifisch oder einen Tiger mit giftigen Stacheln. Unsere beiden Hauptfiguren Rex und Lucy übernehmen unterschiedliche Aufgaben, so kann Rex DNA-Proben von Tieren sammeln und Lucy mit dem Bau einer Basis oder dem Erforschen neuer Technologie beauftragt werden. Natürlich kann man sich auch ein paar Helfer anheuern, welche zum Beschaffen von Ressourcen und dem Bau von weiteren Gebäuden eingesetzt werden können. Zum Aufbau unserer Kreaturenarmee benötigen wir nämlich in erster Line sehr viel Kohle, welche von unseren Helfern gesammelt werden muss. Ebenfalls benötigte Elektrizität wird mit ein paar Generatoren völlig automatisch gewonnen und ist im Gegensatz zur Kohle auch nicht erschöpflich.
Neben diversen Gebäuden zur Verteidigung und Ressourcengewinnung ist der wichtigste Bestandteil unserer Basis natürlich der Biofusionator, in dem wir aus gesammelten DNA-Proben die unmöglichsten Tierchen zusammenbauen können. Dabei kann man völlig frei einzelne Körperpartien miteinander vermischen und aus den Vorteilen von zwei unterschiedlichen Tieren eines mit kombinierten und verbesserten Fähigkeiten erstellen. So können wir zum Beispiel eine Giraffe und einen Schützenfisch verbinden um ein sehr großes Tier mit extrem hoher Schussreichweite zu erstellen. Zusätzlich kann man dieses Tierchen auch noch zum Feuerlöschen verwenden, da Schützenfische ja bekanntlich mit Wasser spucken. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und da man auch Tiere zu Wasser und in der Luft erschaffen kann, ergeben sich oft die wildesten Mischungen. Aus den 51 normalen Tierchen und deren unterschiedlichen Körperteilen kann man somit stattliche 30000 unterschiedliche Kreaturen erschaffen. Es ist natürlich völlig klar, dass nur ein winziger Bruchteil davon auch sinnvoll und im Kampf überhaupt einsetzbar ist. Dieses äußerst innovative Feature macht es somit möglich jedes mal unter anderen Vorraussetzungen in den Kampf zu ziehen und gerade bei Mehrspielerpartien dürfte dies sehr interessant sein, da sich jeder Spieler seine eigene und jedes mal völlig andere Armee zusammenstellen kann. Der Nachteil dieses Features ist allerdings, dass man oft einfach nicht genau weiß, ob die gerade erstellte Kreatur auch wirklich gegen die des Gegners auch sinnvoll ist und ob nicht eine andere Mischung besser gewesen wäre. Einzige Hilfe sind dabei die unterschiedlichen Statistikangaben, die man beim Kombinieren der Tiere immer im Auge haben sollte. Eine fest vorgegebne Auswahl an Einheiten würde vieles erleichtern, dem Spiel aber auch die große Freiheit nehmen. Die Idee ist auf jeden Fall hervorragend, nur deren Umsetzung hätte man besser und benutzerfreundlicher machen können.
Grafisch ist das Spiel hervorragend umgesetzt und man merkt bereits am Menüdesign wie viel Mühe sich die Entwickler bei diesem Spiel gegeben haben. Alles hat einen 30er-Jahre-Touch und wirkt zugleich irgendwie futuristisch. Die Hauptdarsteller und die unterschiedlichen Gegner, auf die man im Laufe der Story trifft sind sehr gut herausgearbeitet und in witzigen Zwischensequenzen dargestellt. Die Spielegrafik selbst ist komplett in 3D und völlig frei dreh und zoombar. Da man das Terrain auch frei kippen kann, werden einem dank hervorragender Steuerung sogar viel mehr Freiheiten in der Kameraführung als bei anderen Genrevertretern gegeben. Die Kreaturen und auch die Gebäude sind sehr detailliert dargestellt und animiert, besonders bei naher Zoomstufe ergeben sich sehr eindrucksvolle Bilder. Das Spiel bietet zudem einen sehr umfangreichen Optionsmodus in dem man so ziemlich alles den eigenen Wünschen anpassen kann. Technisch ein wirklich sehr ausgereiftes und vorbildlich gestaltetes Spiel!
Die deutsche Übersetzung der Charaktere ist leider nicht so gut gelungen. Rex klingt einfach im englischen Original viel cooler und lockerer. Wer also dem englischen einigermaßen mächtig ist, sollte lieber zu US oder UK-Version greifen.
