In Sound Mind in der Vorschau: Ein Horror, der über den Verstand hinausgeht

Special Jonas Höger Philipp Sattler 26,99 €
In Sound Mind in der Vorschau: Ein Horror, der über den Verstand hinausgeht
Quelle: Modus Games

Das psychologische Horror-Spiel In Sound Mind entführt euch zwar nicht in die Köpfe verwirrter Patienten, entwirft aber trotzdem Welten, die sich mit deren mentalen Ängsten befassen. Als Psychologe Desmond müsst ihr die Geheimnisse eben dieser Patienten lüften - und dabei aufpassen, nicht selbst den Verstand zu verlieren. Vorschau plus Video!

"To be in sound mind": Übersetzt bedeutet das so viel wie "zurechnungsfähig" oder "bei Verstand sein". Und um den Verstand dreht es sich bei dem psychologischen Horror-Spiel In Sound Mind vom Entwicklerstudio We Create Stuff in vielerlei Hinsicht. In der Rolle des Psychologen Desmond müsst ihr mithilfe von Tonbändern die Geheimnisse eurer Patienten lösen und findet euch dabei schon bald in einer düsteren Parallelwelt wieder, wie wir es beispielsweise aus The Medium kennen. Das Spiel soll im Laufe des Jahres für PC und die jüngste Konsolen-Generation erscheinen, wir durften aber schon einen kurzen Blick hineinwerfen und verraten euch, was wir in Erfahrung bringen konnten.

Can You Pet the Cat?

In Sound Mind wirft euch ohne Umschweife ins Geschehen. Als Psychologe Desmond erwacht ihr in einem verlassenen Gebäude und müsst erst einmal herausfinden, was eigentlich Sache ist. Aus der Ego-Perspektive erkundet ihr die verschachtelten Gänge und löst dabei das eine oder andere Rätsel. Es dauert nicht lange und ihr findet eine Taschenlampe, die euch die Navigation in den spärlich beleuchteten Räumen um einiges erleichtert.

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Bald stolpert ihr auch über eine Pistole, mit der ihr im Laufe des Spiels noch einige gruselige Gestalten von euch fernhalten werdet. Mit den beiden wichtigsten Gegenständen des Spiels ausgerüstet, findet ihr den Weg in euer Büro, wo euer Kassettenspieler verortet ist. Das zunächst unscheinbare Gerät ist das zentrale Element von In Sound Mind. Wenn ihr dort eines der im Spiel verstreuten Tonbänder einlegt, reist ihr in eine mysteriöse, teils surreale Welt, die unmittelbar mit dem jeweiligen Tonband verbunden ist.

Erstmal durchatmen: In eurem Büro seid ihr zum Glück sicher. Oder etwa doch nicht? Denn auch hier gehen merkwürdige Dinge vor sich.  Quelle: Modus Games Erstmal durchatmen: In eurem Büro seid ihr zum Glück sicher. Oder etwa doch nicht? Denn auch hier gehen merkwürdige Dinge vor sich.  Das verlassene Gebäude, das euer Büro beherbergt, dient euch als Hub, also als zentraler Dreh- und Angelpunkt. Habt ihr eine der verzerrten Tonband-Welten zu Ende erkundet, kehrt ihr hierher zurück, um die gesammelten Informationen wie in einem Puzzle zusammenzusetzen. Nur wenn ihr die Geschichten der Tonbänder miteinander verbindet, wird sich euch auch das große Ganze enthüllen. Denn zu Beginn eurer Reise tappt ihr diesbezüglich noch komplett im Dunkeln. Im Hub habt ihr zum Glück genug Zeit zum Nachdenken, denn das wenig einladend wirkende Gemäuer ist größtenteils ein sicherer Ort, obwohl sich auch hier mysteriöse Dinge andeuten. Außerdem findet ihr in eurem Büro später auch die knuffige Katze Tonia. Das wichtigste Feature des Spiels hat uns Lead Entwickler Ido großzügigerweise schon verraten: Natürlich könnt ihr Tonia streicheln.

Traumatische Tonbänder

Der Spiegel aus dem ersten Tonband ist auch hier ein sehr wichtiges Werkzeug, um bei den Rätseln nicht den Kopf zu verlieren. Quelle: Modus Games Der Spiegel aus dem ersten Tonband ist auch hier ein sehr wichtiges Werkzeug, um bei den Rätseln nicht den Kopf zu verlieren. Insgesamt bietet In Sound Mind derzeit vier Tonbänder und damit vier wirre Welten, die euch jeweils wenige Stunden beschäftigen. Jedes der Tonbänder erzählt die Geschichte eines besonderen Patienten und wartet mit verschiedenen Rätseln und Mechaniken auf. Um hinter die Geheimnisse aller Patienten zu kommen, solltet ihr mit offenen Augen und Ohren die gesamte Spielwelt erforschen. Neben teils verschlüsselten aber auch aufschlussreichen Schriftstücken gibt es auch eine Reihe an Audio-Aufnahmen, die euch mehr über das Schicksal der jeweiligen Person verraten. Die verschiedenen Welten hinter den Tonbändern unterschieden sich aber nicht nur bezüglich der Umgebung, sondern nutzen auch verschiedene Farbgebungen, um die sonst eher düster gehaltene Spielwelt aufzulockern. Dass In Sound Mind kein Grau-in-grau-Matschfest wird, darauf deutet schon das farbenfrohe Cover hin.

In einer Demo konnten Spieler bereits das erste Tonband rund um Patientin Virginia erkunden, wo es nicht nur Mysterien zu entdecken gab, sondern auch verschiedene Gegenstände gesammelt werden konnten - unter anderem einen Spiegel, der uns auch in der folgenden Welt gute Dienste erwies. Daher sollten wir die Dinge, auf die wir unterwegs stoßen, nicht achtlos liegen lassen, sondern einpacken und stets im Hinterkopf behalten.

Es werde Licht: Ohne eure Taschenlampe geht vor allem in Alans Tonband gar nichts. Quelle: Modus Games Es werde Licht: Ohne eure Taschenlampe geht vor allem in Alans Tonband gar nichts. In einem Vorab-Event hat uns Lead Entwickler Ido nun in die Welt des zweiten Tonbandes geführt. Hier dreht sich alles um den Patienten Alan, der die Dunkelheit gleichermaßen fürchtet, wie faszinierend findet. Im Gegensatz zu den sehr engen und beinahe klaustrophobischen Gängen des verlassenen Supermarkts aus Virginias Tonband (welches ihr in der kostenlosen Demo bereits spielen könnt), erkundet ihr in der Welt von Alan eine deutlich offenere Umgebung. Ido erklärt, dass das Entwicklerteam zwar eine unheimliche Atmosphäre erschaffen wollte, dabei aber auch das Element der Erforschung nicht zu kurz kommen soll. Neben den Rätsel-Gegenständen könnt ihr daher Nahrungsmittel, Munition oder Batterien für eure Taschenlampe finden. In Sound Mind bringt also auch einige Survival-Horror-Elemente mit.

So nah und doch so fern: Der Leuchtturm scheint der Schlüssel zur Lösung zu sein. Quelle: Modus Games So nah und doch so fern: Der Leuchtturm scheint der Schlüssel zur Lösung zu sein. Weil die Welt im Tonband abhängig vom jeweiligen Patienten geformt ist, geht es bei Alan viel um das Spiel aus Licht und Schatten. Schon bald muss Desmond in der düsteren Umgebung deshalb nach dem rettenden Licht suchen. Zwar ist am Horizont ein Leuchtturm zu sehen, der Weg dorthin führt aber über einen unwirtlichen Strand, voller gewaltiger Fischskelette und anderer Schrecken. Alans Ängste spiegeln sich auch in einem besonderen Feind wider: Desmond wird nämlich von einer Kreatur verfolgt, die wie ein bodenloses Loch alles in ihrem Weg verschluckt. Das unheimliche Ungeziefer lässt sich aber auch zu eurem Vorteil nutzen, beispielsweise um Hindernisse zu beseitigen. Genau wie Alan ist die schattenhafte Kreatur außerdem sehr lichtempfindlich, die Taschenlampe ist also euer bester Freund. Neben den Tonband-exklusiven Gegnern gibt es eine Entität, die das gesamte Spiel über eine Bedrohung darstellt: der gruselige Mann mit Hut, der auch das Cover von In Sound Mind (jetzt kaufen / 26,99 € ) ziert. Was genau es mit dieser schaurigen Gestalt auf sich hat, bleibt dem Spieler aber lange Zeit verborgen.

Tradition und Innovation geben sich die Hand

Obwohl die Entwickler von We Create Stuff bei dem Kreieren der Spielwelt und den dort verteilten Rätseln eher traditionell arbeiten und sich von großen Marken wie beispielsweise Resident Evil inspirieren lassen, scheuen sie sich nicht, auch ihre eigenen Wege zu gehen. Lead Entwickler Ido betont, dass es das wichtigste Ziel des Studios ist, ein Horror-Spiel zu produzieren, dass Spaß macht. Spieler sollen sich auf bizarre Momente und überraschende Begegnungen gefasst machen. Trotz des traditionellen Ansatzes soll In Sound Mind aber auf einige Features verzichten, die wir aus anderen Horrorspielen kennen. Beispielsweise gibt es keine feste Kameraperspektive, um auf künstlichem Wege langweilige Schockeffekte zu generieren. Stattdessen bewegen wir uns klassischer First-Person-Ansicht durch die mysteriösen Welten.

Der vielen von YouTube bekannte Musiker The Living Tombstone, der in der Vergangenheit vor allem durch seine auf Videospiel-Franchises basierenden Songs Popularität gewonnen hat, zeigt sich übrigens für den gesamten Soundtrack von In Sound Mind verantwortlich. Obwohl, oder gerade weil der Soundtrack meist zurückhaltend ist, untermalt er die vorherrschende Atmosphäre der einzelnen Welten gekonnt. So dürfen wir uns beispielsweise am Ende eines jeden Tonbandes über einen speziellen Song freuen, der thematisch an der absolvierten Welt angelehnt ist.

In Sound Mind soll später dieses Jahr für PC, Xbox Series X/S, PlayStation 5 und Nintendo Switch erscheinen. Veranschlagt ist das psychologische Horror-Spiel momentan für 39,99€. Wenn euch der erste Eindruck zugesagt hat, könnt ihr ja mal einen Blick in die kostenlose Demo riskieren.

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