Indy is back! Ob er sich in seinem neusten Videospiel wohl besser schlägt, als in seinem letzten Film?
B-Movie?
Indiana Jones und der Stab der Könige
Das Flair des neusten Videospiel-Abenteuers von Indiana Jones ist unfreiwillig komisch. Ähnlich wie man es von B-Movies kennt, ist die Geschichte wenig fesselnd und die Inszenierung unheimlich flach und billig. Die Dialoge sind absolut nicht ausgereift und vollkommen unglaubwürdig. Ein kleines Beispiel: Ihr habt gerade ein Mädchen aus den Fängen der Bösen gerettet. Sie erlitt Todesängste und sah so manchen Mann vor ihrer Nase den Löffel abgeben. Als ihr sie nach einiger Zeit endlich nach Hause und in Sicherheit gebracht habt, sagt Indy lediglich zu ihr: "Kannst du an einen sicheren Ort gelangen?" Daraufhin sagt diese "Ja!", rennt aus dem Haus und fertig. Eine etwas merkwürdige Rettung. Doch dieser Trend zieht sich durch das ganze Spiel. Die meisten Charaktere werden nur oberflächlich angerissen, sodass kaum eine Bindung zu diesen entsteht und keinerlei Spannung aufgebaut wird. Unterstützend wirkt dabei auch noch die Tatsache, dass man den Charakteren sowieso nicht abnimmt, dass sie es sind, die da gerade sprechen. Als sich das Mädchen noch in den Fängen ihrer Entführer befindet und von einem der Bösewichte über der Schulter davon getragen wird, schreit sie um Hilfe. Ihre Stimme erklingt zwar laut und deutlich, aber das Mädchen auf der Schulter des Entführers zuckt kaum, sondern verhält sich eher wie ein nasser Sack Kartoffeln. Man nimmt es ihr einfach nicht ab, dass sie gerade davon getragen wird und um Hilfe schreit.
Technische Defizite und launische Steuerung
Indiana Jones und der Stab der Könige
Bislang gab es leider noch keinen triftigen Grund das neuste Indy-Abenteuer mit Lob zu überschütten. Das ändert aber auch die Grafik nicht. Charaktermodelle von gestern tapsen völlig steif und ungelenk in der Gegend herum und ihre Mimik und Gestik ist dabei auch nicht immer so ganz eindeutig. Neben den unscharfen Texturen und billigen Effekten, entsteht auf diese Weise kein besonders ansehnliches Gesamtbild. Mit einer überzeugenden Sprachausgabe und aussagekräftigen Stimmen könnte man dies vielleicht ein wenig kompensieren - schade nur, dass auch diese total daneben ist. Es hat fast den Anschein, als hätte jeder Sprecher vor seiner Aufnahme ein bis zwei Schlaftabletten nehmen müssen, damit durchgängig solch monotone und langweilige Gespräche entstehen konnten. Da steckt keinerlei Pepp dahinter. Vielleicht tröstet es ja ein bisschen, dass im Hintergrund immerhin die bekannten "Indy-Melodien" erklingen.
Indiana Jones und der Stab der Könige
Leider wird die Kritik auch dann nicht leiser, wenn es um die Steuerung geht. Hier hat man absolut geschlampt. Mit Nunchuk und Wii-Remote teilt Indy seine Fäuste aus. Meist aber nur dann, wenn er das möchte und nicht wenn ihr wild mit dem Wii-Controller herumwirbelt. In einem heißen Gefecht kommen eure Schläge oft viel zu spät oder Indy hat erst gar keine Lust diese überhaupt auszuführen. So manches Scheitern wird daher auf das Konto der absolut miesen Steuerung gehen. Das nervt und frustriert!
