Injustice 2 im Test: Levelsystem, Gameplay, kleine Schwächen
Test
Nach dem brutalen Mortal Kombat X sind nun die DC-Superhelden wieder dran. Die Netherrealm Studios um Ed Boon veröffentlichen endlich einen Nachfolger zum 2013 erschienenen Injustice: Gods Among Us und lassen uns erneut mit zahlreichen Helden und Oberfieslingen gegeneinander antreten. Ob Injustice 2 seinen Vorgänger auf die Bretter schickt, erfahrt ihr im Test.
Injustice 2 im Test
Give 'em the Loot
Quelle: PC Games
Injustice 2 verzichtet auf Fatalities oder Blutfontänen, bei einigen brutalen Attacken merkt man dennoch, dass dies ein Spiel der Mortal Kombat X-Entwickler ist.
Für alle, die sich beim letzten Absatz gewundert haben: Ja, ihr habt richtig gelesen. In Injustice 2 erhalten die Kämpfer für jeden Kampf Erfahrungspunkte und steigen wie in einem RPG im Level auf, wenn genügend EP eingefahren wurden. Zudem erhaltet ihr für gewonnene Fights Motherboxen in verschiedenen Wertigkeiten sowie Credits, mit denen sich Motherboxen kaufen lassen. Wer jetzt bei dem Wort Motherbox direkt einen dreckigen Witz im Kopf hat, sollte ihn uns unbedingt zusenden sollte aufpassen, dass dieser ihm in einer Injustice-2-Arena nicht aus selbigem geprügelt wird.
Öffnet ihr einen der mysteriösen Würfel, erhaltet ihr nämlich neue Rüstungsgegenstände, Kostümfarben und Spezialattacken. Während einige Objekte rein kosmetischer Natur sind, werten andere bestimmte Fähigkeiten auf. Ganz wie in einem Rollenspiel dürfen die Kämpfer sich aber nicht sofort mit neuen Rüstungsgegenständen ausrüsten. Die meisten Verbesserungen sind nämlich level-gebunden. Wer sich beispielsweise seinen eigenen Batman bauen will, muss also dafür einige Spielstunden investieren.
Haue mit Harley und Co.
So gut die Story, so spaßig das Multiversum und so motivierend das Level- und Loot-System auch ist, ein echtes Fighting Game steht und fällt eben mit seinem Gameplay. Glücklicherweise kann Injustice 2 auch hier begeistern. Die verschiedenen Kombos, deren Gelingen nicht nur auf die richtige Kombination der vier verschiedenen Angriffstasten, sondern auch auf die richtige Länge des Tastendrucks ankommt, gehen schnell in Fleisch und Blut über und sorgen für spannende Gefechte zwischen erfahrenen Prügelspielern.
Quelle: PC Games
Die Aktionen und Waffen der 29 spielbaren Kämpfer sind an deren Persönlichkeiten und Kräfte angepasst. Harley schwingt ihren bekannten Hammer.
Doch auch blutige Anfänger kommen schnell ins Spiel. Das sehr gute Tutorial kann beliebig oft wiederholt werden und erklärt sämtliche Spielmechaniken ausführlich und Schritt für Schritt. Prügelspiel-Neulinge werden zwar anfangs in Button-Mashing verfallen und damit auf dem ersten der fünf Schwierigkeitsgrade auch Erfolge verbuchen, doch bereits nach kurzer Zeit erkennt man, wie und wann genau man die gelernten Aktionen anbringen sollte. Spezialattacken wie ein Schuss mit Batmans Bat-Claw oder ein Energieschuss aus Green Lanterns Laterne lassen sich zudem mit recht einprägsamen Kombinationen aus Richtungs- und Angriffstasten ausführen.
Anfänger profitieren hier dann auch davon, dass die Muster dieser Attacken bei jedem Kämpfer sehr ähnlich sind und man so nicht nur durch Auswendiglernen, sondern auch durch Ausprobieren spektakuläre Attacken aus dem Ärmel schüttelt. Dieses einsteigerfreundliche Kampfsystem mag für waschechte Prügelspiel-Profis nicht genug in die Tiefe gehen, für den Normalo-Zocker ergeben sich so aber spannendere und ausgeglichenere Kämpfe, selbst wenn man einfach mal kurz zwischendurch mit ein paar Freunden auf der heimischen Couch eine Runde draufloskloppen möchte.
Quelle: PC Games
Habt ihr nur noch wenig Energie, könnt ihr einen Konflikt auslösen. Hierfür müsst ihr Balken eurer Spezialleiste setzen. Wer gewinnt, erhält Energie zurück oder führt eine richtig starke Attacke aus.
Heldenhafte Kräfte
Doch wenn man mit Superhelden, Magiern und Oberschurken spielt, bleibt es natürlich nicht nur bei ein paar Fausthieben oder Spezialattacken. Wie schon im Vorgänger dürft ihr mit der Arena-Umgebung interagieren und eure Gegner gegen Statuen werfen oder ihnen Gegenstände vor den Kopf werfen.
Auch die beliebten Arena-Übergänge sind natürlich wieder mit an Bord. Führt ihr an der richtigen Stelle einen Angriff aus, schlägt ihr euren Kontrahenten von der Stage durch zahlreiche Hindernisse bis dieser schließlich in eine andere Arena fällt. Wer bei einem lokalen Duell seinen Kumpel durch die Weltgeschichte kloppt und dabei keine hämische Freude empfindet, ist auf jeden Fall ein besserer Mensch als der Autor dieser Zeilen.
Quelle: PC Games
In den sogenannten Motherboxen befinden sich neue Ausrüstungsteile und auch die Farben der Kostüme lassen sich ändern.
Während den Kämpfen lädt sich obendrein noch eine Superkraft-Leiste mit vier Balken auf. Sind alle Balken voll könnt ihr eine verheerende Attacke zünden, die dem Gegner richtig viel Energie raubt und zudem auch noch besonders spektakulär inszeniert ist. Supergirl schlägt ihre Kontrahenten beispielsweise ins Orbit, während Flash durch Raum und Zeit rennt und seinen Gegner gegen die Sphinx und einen T-Rex wirft. Leider sieht man sich an diesen Attacken aber recht schnell satt, da jeder Kämpfer nur eine davon hat.
Wer schon beim zweiten Energiebalken angekommen ist und gerade ordentlich Schaden kassiert, darf aber auch von der Spezialenergie Gebrauch machen. Per Richtungstaste und R2 aktiviert ihr einen Konflikt, bei dem ihr die Kraft der vier Balken setzt. Wer mehr Balken setzt, gewinnt den Konflikt und somit auch Gesundheit zurück oder führt einen starken Angriff aus. Man muss mit seiner Superkraft taktisch klug vorgehen, um dem Gegner kurz vor Schluss nicht noch ein Comeback durch einen verlorenen Konflikt zu schenken.
Schöne Schlägereien
Quelle: PC Games
Die Spezialattacken der verschiedenen Kämpfer werden genial in Szene gesetzt. Zudem fallen hier auch die schönen Lichteffekte besonders auf.
Ein paar Federn lässt Injustice 2 dennoch. So gibt es hier, genau wie bei Mortal Kombat X, den kleinen aber Netherrealm-typischen Input-Lag. Zudem sind einige Animationen arg hüftsteif und andere komplett von MKX übernommen. Problematischer ist allerdings, dass ein paar der Kämpfer (wie etwa Wonder Woman oder Aquaman) etwas überpowert sind und dadurch online gerne für Move-Exploits ausgenutzt werden. Hier sollte dringend per Patch noch am Balancing geschraubt werden, denn ansonsten macht der Prügler einen rundum guten Eindruck.
Der Charakter der jeweiligen Kämpfer wurde überall gut in ihr Move-Set übertragen, die Arenen erstrahlen mit tollen Lichteffekten und knackigen Texturen, die Figuren wurden allesamt toll modelliert und flüssig spielt sich Injustice 2 auch noch. In den Fights läuft das Spiel immer mit 60 fps, nur in den Zwischensequenzen im Story-Modus geht es runter auf 30 und es kommt vereinzelt zu kleinen Rucklern, da gerade im Hintergrund die Stage geladen wird.
