Inscryption im Test: Eines der besten Indie-Spiele des Jahres, Seite 2
Test
Was entsteht, wenn man Kartenspiel und Horror mischt? Ein blutiger Cocktail voller düsterer Geschichten. Unser Test zu Inscyption!
Dieser ist aber alles andere als wehrlos. Wenn ihr in einem Landkartengebiet zweimal ein Duell gegen ihn verliert, befördert er euch ganz Rogue-like ins Jenseits und ihr müsst noch einmal von vorne beginnen. Die Karten aus dem vorherigen Durchlauf werden gelöscht und ihr startet mit einem neuen Deck.
Gerade bei den Bosskämpfen am Ende jedes Abschnitts müsst ihr öfter mal dran glauben, da sie neben dem Standard-Karten-Gameplay auch gewisse Gimmicks nutzen, die den Kampf erheblich erschweren.
Das Rogue-like-Gameplay kann hierbei allerdings auch hin und wieder etwas frustrierend sein. Denn wenn man nicht weiß, was man grade zu tun hat, bleibt oft nichts anderes übrig, als immer und immer wieder die Landkarte zu erkunden. Das kann für nicht-Fans dieser Mechanik schnell spaßraubend werden.
In diesem Artikel
Horror und Kartenspiel - Wie passt das zusammen?
Doch zum Glück gibt es ja noch den Horror-Aspekt, und diese Mischung funktioniert sehr gut. Durch die düstere, teilweise verstörende Stimmung vermittelt der Titel das Gefühl, wirklich in einem Spiel um Leben und Tod zu stecken, bei dem jeder Fehler bestraft wird. Das wird durch die First-Person-Kamera noch verstärkt und man fühlt sich als ein Teil der Geschichte.
Der Psycho-Horror ergibt sich aber nicht durch fiese Jumpscares oder 08/15 Zombievirus-Szenarien, sondern durch die gruselige Darstellungs- und Erzählweise der Geschichte sowie teilweise verstörende Gameplay-Elemente. Diese reichen vom Mord an den Tierkarten über moralische Konflikte bis hin zur nicht ganz so sanften Entfernung des eigenen Augapfels und erzeugen eine schaurig-schöne Atmosphäre.
Quelle: PC Games
Behauptet euch gegen Leshy in einem düsteren Spiel auf Leben und Tod.
Unterstrichen wird all das durch die Musik und Soundeffekte, die an den richtigen Stellen passend eingesetzt werden.
Mister Twister
Bei Games mit Kartenspielmechanik liegt der Hauptaugenmerk des Spiels meist auf dem Gameplay, die Story ist maximal zweitrangig. In diesem Punkt bricht Inscryption allerdings mit dem Standard. Denn die Geschichte, die hier erzählt wird, ist großartig.
Nicht nur erfahrt ihr mit der Zeit alles über den alten Mann, zusätzlich entwickelt sich noch einiges an Hintergrundstory, die euch fesseln wird und viele Male für verstörende Momente sorgt.
Je nachdem, wie schnell ihr es schafft, die Rätsel zu lösen, kommt ihr in der Story voran und begegnet auch neuen Charakteren, die euch unterstützen oder behindern wollen.
Darüber hinaus erlebt die Geschichte mit der Zeit einige brillante Twists, die euch garantiert erstaunt zurücklassen werden.
Hier findet sich allerdings auch ein großer Nachteil. Denn zu der ohnehin nicht sehr langen Spielzeit kommt eine Story, die nach einmaligem Erleben ihre Magie größtenteils verliert, wodurch sich der Wiederspielwert auf das Bestreiten von Kartenduellen beschränkt.
Für Fans von kurzen, knackigen Story-Erlebnissen, die Spaß an Kartenspielen haben und mit dem Rogue-like-System gut zurechtkommen, ist Inscryption auf jeden Fall ein tolles Abenteuer und eines der besten Indie-Spiele des Jahres.
Inscryption ist seit dem 19. Oktober 2021 für PC erhältlich.
