Iron Man 2 im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Oje, wieder eine Filmumsetzung! Macht Iron Man 2 auch auf der Wii dem Klischee alle Ehre oder ist es ein Überraschungshit?

Iron Man 2 Iron Man 2 Da verhält es sich mit dem Minigame, das einem in hitzigen Gefechten das Leben retten kann, ein wenig anders. Hier wird eine leuchtende Kugel dargestellt, die sich langsam entlang einer vorgegebenen Spur bewegt. Diese befindet sich ganz außen auf einem Ring. Durch geschicktes Drehen der einzelnen Spuren, muss man der leuchtenden Kugel nun einen Weg bis zur Mitte des Kreises bahnen. Sollte dies gelingen, so wird man wieder zum Leben erweckt und darf direkt an der Stelle weiterspielen, an der man soeben den Tod gefunden hat. Man muss also nicht wieder beim letzten Checkpoint anfangen und lästige Gegner erledigen, die man eigentlich bereits hinter sich gelassen hat. Das ist eine ganz interessante und praktische Idee.

Iron Man 2 Iron Man 2 Ebenfalls positiv zu erwähnen wären die Bossfights. Hier lässt sich immerhin ein Funke Innovation erkennen, da ihr manche Endgegner zunächst an ganz bestimmten Stellen treffen müsst, um etwa da Schutzschild zu deaktivieren. Erst dann lassen sich andere Teile des Obermotzes unter Beschuss nehmen. Im Grunde ist das auch nichts sonderlich Spektakuläres, aber für "Iron Man 2" stellt es dennoch immer wieder ein kleine Highlight dar, wenn man einen Endgegner bekämpfen muss.

Warmachine und das Waffenarsenal

Iron Man 2 Iron Man 2 Iron Man ist mit einer Vielzahl von Waffen ausgestattet. Er kann aus seinen Händen einen Laser schießen, verfügt über kraftvolle Raketen, beherrscht den Nahkampf und hat auch sonst so einiges auf dem Kasten. Doch gut ist noch nicht gut genug. Das Waffenarsenal lässt sich immer noch weiter steigern. Dazu sollte man innerhalb der Levels sogenannte Tech-Punkte einsammeln. Sie dienen als Währung für Waffenerweiterungen. Mittels Wii-Remote werden im Menü die einzelnen Teile von Iron Man ausgewählt und je nach Bedarf verbessert. So lassen sich die Flugzeit, die Panzerung des Anzuges, die Schlagkraft der Raketen oder andere Geschosse verbessern. Es können auch neue Dinge erworben werden, wie beispielsweise ein mächtiger Laser, den man zunächst einige Sekunden aufladen muss bevor man ihn abfeuern kann. Im Laufe der Zeit wird der Anzug von Iron Man also immer stärker und erhält immer mehr Extras und Verbesserungen.

Doch nicht nur Iron Mans Anzug lässt sich ordentlich aufpolieren. Da ihr die Missionen auch mit Warmachine bestreiten könnt, darf natürlich auch sein Anzug verbessert werden. Warmachine verfügt über mehr externe Waffen, die sich ein wenig von den Waffen Iron Mans unterscheiden. Das Grundprinzip beider Metallanzüge ist aber sehr ähnlich und es geht ziemlich ins "Geld", wenn man immer beide aufrüsten muss.

Gameplay mau, Technik wow?

Iron Man 2 Iron Man 2 Spielerisch gibt es also wenige Highlights und leider trifft das auch auf die Technik zu. Ganz besonders mies, geradezu unterirdisch schlecht, ist die Sprachausgabe. Sie ist in jeglicher Hinsicht misslungen. Die Sprecher haben vermutlich sämtliche Aufnahmen an einem Stück gesprochen, man hat immer gleich den ersten Versuch genommen und die Sache war im Kasten. So kommt es einem zumindest vor. Dermaßen unmotivierte und monotone Dialoge sind selbst für Filmumsetzungen enttäuschend. Doch nicht nur das. Manchmal klingen die Stimmen außerdem etwas seltsam, als würden sie aus gewisser Entfernung zu einem sprechen und hin und wieder scheint die Geschwindigkeit der Sprache mal schneller und mal langsamer zu sein. Möglicherweise wollte man das Desaster durch Nachbearbeitungen verbessern und hat dabei gepatzt, sodass es noch schrecklicher wurde. Die Lippensynchronisation reiht sich nahtlos in dieses traurige Spektakel ein. Der Mund bewegt sich, aber diese Bewegungen passen nur selten auf das, was gerade gesprochen wird. Auch die Animationen und das Charakterdesign wirken billig. Die hochkarätige Starbesetzung liefert als Polygonfiguren leider keine Glanzleistung und überzeugt höchstens durch Monotonie und Emotionslosigkeit. Darin wieder könnten sie einen Oscar gewinnen. Doch auch die Spielgrafik glänzt nicht gerade durch Qualität. Grobe Texturen, wenige Details und eine trostlos wirkende 3D-Welt können dem miesen Gameplay auch nicht aus der Patsche helfen.

Iron Man 2 Iron Man 2 Vielleicht aber die intuitive, flüssige und sensationelle Wii-Steuerung? Möglicherweise, sofern sie das denn wäre. Das ist aber auch nicht der Fall. Stattdessen muss man sich mit einer hakeligen Bedienbarkeit und wenig kreativen Ideen herumplagen. Den Nunchuk schüttelt man etwa um im Nahkampf die Fäuste zu schwingen, während man per Wii-Remote das Fadenkreuz über den Bildschirm lenkt. Kommt man dem rechten oder linken Bildschirmrand zu nahe, so dreht sich Iron Man nach rechts oder links. Das funktioniert und ist vielleicht auch nicht das Schlechteste, was wir bislang auf der Wii geboten bekommen haben, aber für schnelle Manöver und eingängige Bewegungsabläufe reicht es keinesfalls. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar irgendwann daran, aber das ist keine Entschuldigung für die oft sehr schwerfällige Steuerung. Im Vergleich zu den anderen Versionen ist die Steuerung auf der Wii allerdings fast schon wieder gut.

Meinung

Wertung zu Iron Man 2 (Wii)

Wertung:

5.7 /10
Pro & Contra
Bossfights sind oknettes „Überlebensspiel“
Unterirdisch schlechte Sprachausgabegrobe Texturen und miese Animationenmonotones und langweiliges Gameplay, das kaum Abwechslung bietetSteuerung ist hakelig, aber man kommt irgendwann einigermaßen damit klar
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