Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau: Rare zeigt, was mit Kinect 2.0 und der Live Cloud möglich ist

Special Alexander Winkel

Mit Kinect Sports Rivals, dem dritten Ableger von Rares Kinect Funsport-Reihe, demonstriert uns Microsoft auf der Gamescom, was mit dem neuen Kinect für die Xbox One bisher möglich ist und wie sich die Vernetzung der Spielwelt auf den Spielverlauf auswirken wird. Ein ganz großer Überraschungserfolg steht uns sicherlich nicht bevor, aber wir waren dennoch recht angetan von den Möglichkeiten der neuen Konsole und Kinect.

Kinect Sports und auch der zweite Ableger mit dem Untertitel Seasons Two waren grundsolide und vor allem sehr unterhaltsamem Partyspiele. Versteht mich nicht falsch, Rare hatte seine Arbeit damals richtig gut gemacht und aus den gegebenen Möglichkeiten der alten Kinect Technologie tatsächlich gelungene Sportspiele geschaffen, letztendlich wurde der Tatendrang der Entwickler aber durch die Grenzen der Kameratechnologie ein wenig ausgebremst. Tennis fühlte sich nur leicht besser als mit einer Wii-Remote an und auch Fußball war eher ein Etappenball, anstatt den Sportplatz tatsächlich ins Wohnzimmer zu holen.

Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (2) Quelle: Rare Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (2) Mit der Xbox One und der neuen Kinect Kamera wird Rare nun definitiv keinen opulenten Quantensprung in der Bewegungssteuerung beweisen, dennoch begeistert die Erkennung filigraner Bewegungen. In einer kurzen Demonstration wird klar: Einerseits benötigt Kinect 2.0 nun wesentlich weniger Spielfläche, denn auch knapp vor der Kamera und/oder im Sitzen lässt sich das Jetski noch steuern. Andererseits werden minimale Bewegungen erkannt, zum Beispiel eine geschlossene oder geöffnete Hand. Im Gespräch hat man uns verraten, dass man unter anderem auch im Tennis wesentlich mehr Varianz auf den Court bringen wird. Kinect erkennt die Rückhand und kann exakt die Schlagtechnik wie den Anschnitt des Balles erfassen. Auch Fußball soll ein flottes Gameplay abgeben und nicht mehr derart statisch daher kommen. Der Spaßfaktor wird aber durch verrückte Ideen voran getrieben, denn angeblich könne man den Ball auch im Rumpf eines Schiffes kicken. Dürfte eine wackelige Angelegenheit werden.

Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (3) Quelle: Rare Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (3) Ob und wie gelungen Rare letztere Sportarten tatsächlich in Kinect Sports Rivals umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Wir stürzten ins unter anderem ins kalte Nass und fuhren flotte Rennen mit dem Jetski, was extrem an Nintendos Klassiker Wave Race erinnerte. Mit kleinen Handbewegungen lässt sich das Lenkrad steuern, ohne dass man wirklich ins Schwitzen kommt. Stampft man mit dem Fuß auf oder lehnt sich beim Sprung für einen spektakulären Stunt nach hinten, wird der Boost aktiviert. Dank des immer wieder aufkommenden Wellenganges war der Ausritt alles andere als eine Spazierfahrt und man musste durchaus auch mal die rechte Handfläche öffnen, um den Gashahn los zu lassen und das Fahrzeug wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Von Konkurrenzkampf konnte bisher aber dennoch keine Rede sein, denn trotz sportlicher Mängel meinerseits und einigen groben Patzern die ich im Rennen verbrochen hatte winkte ich zum Schluss meinen Fans zu und freute mich auf einen Platz auf dem Podest. Im zweiten Spiel kletterten wir eine Felswand empor, wobei man tatsächlich jeden einzelnen Vorsprung mit seiner Hand exakt ergreifen muss. Soweit ja durchaus machbar, wären da nicht die Rivalen, die ständige an unseren Klamotten zerren und uns in den Abgrund werfen wollen, um den ersten Platz zu ergattern.

Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (4) Quelle: Rare Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (4) Erstaunlich ist vor allem die Erstellung des eigenen Champion. Bevor es überhaupt losgeht, wird ein virtuelles Abbild der eigenen Person durch Kinect generiert. In wenigen Schritten wird der Körperbau erfasst und anschließend ein exaktes Abbild des Kopfes erstellt. Während des Scans hatte Kinect auch eigenständig festgestellt, dass ich Brillenträger bin und mich gebeten, diese für die weitere Erfassung kurzzeitig zu entfernen. Nach einer kurzen Bedenkpause für Kinect und die Software stahlt und lächelt dann ein sportliches Ich auf dem Bildschirm. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Man sollte aber auch erwähnen, dass Kinect ein wenig meinen opulenten Bauchumfang optimiert und die Schulterpartie doch etwas arg muskulös ausgearbeitet hat, doch die comichaften Konturen ergeben ein markantes Gesicht. Insgesamt will Rare und vor allem Microsoft mit der schöneren Darstellung sicherlich auch dazu beitragen, dass kein Spieler im weltweiten Netz aufgrund des Körperbaus diskriminiert wird.

Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (6) Quelle: Rare Kinect Sports Rivals in der Gamescom-Vorschau (6) Denn die Erstellung des Avatars hat auch einen tieferen Sinn, als nur ein virtuelles Abbild für die sportlichen Wettkämpfen zu haben. Kinect Sports Rivals soll die Cloud-Möglichkeiten der Xbox One ausnutzen. Die Charaktere werden daher über das weltweite Netz verfügbar sein, auch wenn man nicht online ist und so zum Beispiel in dem einen oder andern Wettkampf auftreten. Dabei kommt eine ähnliche Technologie wie bei Forza 5 zum Einsatz, welche aus dem menschlichen Verhalten eine künstliche Intelligenz für von der CPU gesteuerte Rivalen nutzt. Letztendlich wird der Untertitel Rivals zum Leitbild gemacht. Bestreitet man ein hartes Duell gegen einen menschlichen Rivalen, so kann es sein, dass Kinect Sports Rivals uns einen harten Kampf über mehrere Runden und Disziplinen austragen lässt. Darüber hinaus sollen stets angepasste Herausforderungen und Events den Wettkampf antreiben. Bleibt abzuwarten, in wie weit dies alles umgesetzt wird. In der kurzen Demo konnten wir einen Blick auf die idyllische Insel erhaschen, wo bereits das eine oder andere Event neben dem schönen Strand und den Palmen sichtbar war.

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