King Arthur - Legend of the Sword: Filmkritik zu Guy Ritchies Fantasy-Epos

Test Thomas Raab
King Arthur - Legend of the Sword: Filmkritik zu Guy Ritchies Fantasy-Epos (4)
Quelle: Warner Bros.

Eine kraftvolle und mystische Kino-Rückkehr: Guy Ritchie haucht der Artus-Legende neues Leben ein.

Es war ein Wagnis. Mit Filmen wie Bube, Dame, König, Gras und Snatch - Schweine und Diamanten sowie Rock'N'Rolla etablierte sich Guy Ritchie als unkonventioneller, aber nicht weniger erfolgreicher Regisseur des Independent-Genres. Sein ungewöhnlicher und eigenwilliger Stil wurde sein Markenzeichen, das er auch in seinen Mainstream-Produktionen Sherlock Holmes, dessen Fortsetzung Sherlock Holmes: Spiel im Schatten und zuletzt dem zu Unrecht wenig beachteten Codename U.N.C.L.E. gekonnt einsetzte und weiterentwickelte. Action, Thriller und schräger Humor waren bisher Ritchies Metier und Steckenpferd. Doch nun sollte der gebürtige Brite einer der ältesten und bekanntesten Legenden seines Vaterlandes zu neuem Glanz verhelfen. Mit der Sage um König Artus und das geheimnisvolle Schwert Excalibur wagte sich Ritchie erstmals ins Fantasy-Genre.

Aufstieg eines Mythos
Artus, die Tafelrunde, Excalibur ... thematisch waren der sagenumwobene König oder Elemente seiner Legende schon häufig Teil der Filmgeschichte, wie etwa in Richard Thorpes Die Ritter der Tafelrunde (1953), Jerry Zuckers Der erste Ritter (1995), Antoine Fuquas umstrittenen King Arthur (2004) oder natürlich John Boormans Kult-Film Excalibur (1981). Letzterer war es auch, der Guy Ritchie schon im Teenageralter für das Thema begeisterte. Doch jetzt stand er vor der Aufgabe, sich in einem Genre zurechtzufinden, das stilistisch stark vorgeprägt ist, und einer Geschichte neue Facetten abzugewinnen, die gefühlt jeder kennt. Ritchie entschloss sich, Artus Leben von Anfang an zu erzählen, seinen Weg zur Legende und zum Mythos herunterzubrechen auf die Geschichte über den Aufstieg eines Mannes von der Straße bis auf den Thron. Und natürlich blieb Ritchie dabei seinem dynamischen Stil treu, schuf eine radikal neue Interpretation seines King Arthur: Ein faszinierendes und kraftvolles Fantasy-Epos. King Arthur - Legend of the Sword: Filmkritik zu Guy Ritchies Fantasy-Epos (1) Quelle: Warner Bros. King Arthur - Legend of the Sword: Filmkritik zu Guy Ritchies Fantasy-Epos (1) Der Beginn einer Legende
Als Kind muss Arthur miterleben, wie das Reich seines Vaters Uther Pendragon von dunklen Mächten heimgesucht wird. Mit Hilfe des magischen Schwerts Excalibur kann Uther das Unheil jedoch abwenden. Hinter seinem Rücken wird allerdings eine Intrige gesponnen, die ihn und seine Frau das Leben kostet. Im letzten Moment kann Uther seinen Sohn Arthur retten, indem er ihn in einem Korb auf dem Fluss aussetzt. Arthur - seines Geburtsrechts beraubt und völlig ahnungslos, wessen Sprössling er ist - wächst fortan in einer entfernten Großstadt in der Obhut eines Freudenhauses auf. Die harten Bedingungen auf Straßen und Hinterhöfen lassen Arthur zu einem einfachen, aber gerechten Mann des Volkes werden. In seiner Heimat regiert nach Uthers Tod indes Arthurs Onkel Vortigern mit harter und unbarmherziger Hand. Doch dann offenbart sich eines Tages Excalibur erneut und wartet auf seinen rechtmäßigen Erben ...
King Arthur - Legend of the Sword: Filmkritik zu Guy Ritchies Fantasy-Epos (2) Quelle: Warner Bros. King Arthur - Legend of the Sword: Filmkritik zu Guy Ritchies Fantasy-Epos (2) Moderne und Antike
Es war kein leichtes Unterfangen, dem sich Guy Ritchie stellte. Über drei Jahre dauerten allein die Arbeiten am eigentlichen Film, diverse Startverschiebungen ließen die Vermutung aufkommen, dass sich das Projekt zum Problemfilm entwickeln könnte. Doch weit gefehlt! Ritchie gelang es ein Epos zu erschaffen, das mit einer Laufzeit von knapp zwei Stunden zwar keine epochalen Ausmaße zu haben scheint, durch seine Machart dem Publikum aber ein gefühltes Mammutwerk vorsetzt, dass zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen lässt. Nach einem atemberaubenden Prolog gönnt der Film dem mitten ins Leben des Titelhelden katapultierten Zuschauer keine Pause. Zu Gute kommt King Arthur dabei ein fulminanter Schnitt, der es unter anderem ermöglicht, dem Pubilkum das Heranwachsen Arthurs zum jungen Mann mithilfe einer knapp zwei-minütigen Sequenz derart gekonnt ins Hirn zu dreschen, dass man am Ende das Gefühl hat, diese Lebensjahre tatsächlich erlebt und in voller Länge gesehen zu haben. Unterstützt wird das Ganze durch einen spektakulären Soundtrack der modern und mittelalterlich zugleich klingt.
Stilistisch sind zwar immer wieder typische Fantasy-Elemente eingearbeitet, die beispielsweise an Der Herr der Ringe erinnern, doch Ritchie ruhte sich nie auf bereits bekannten Lorbeeren aus, wagte immer wieder Neues, drückte den Szenen seinen Stempel auf. Dadurch wirkt King Arthur unverbraucht, neu, insbesondere aber kraftvoll und energisch und lässt dennoch genügend Raum für seine Charaktere, bei denen Charlie Hunnam in der Titelrolle begeistert und Jude Law als Vortigern einfach nur eine Freude ist.

Wertung zu King Arthur (2017)

Wertung:

10 /10

FAZIT

Ein zweistündiges Fantasy-Epos, das eine enorme Kraft besitzt. Schnitt und Soundtrack suchen ihresgleichen. Unbedingt anschauen!

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