Der Kino Mogul stellt eine der simpelsten und monotonsten Wirtschaftssimulationen der letzten Jahre dar.
Das sinnloseste 3D-Feature ... ever!
Kino Mogul
Nicht nur spielerisch wird man in die einfacheren Tage des Homecomputer zurückversetzt, auch technisch erinnert der Kino Mogul an ein Amiga-Programm. Ein Sonderpreis als "sinnlosestes grafisches Beiwerk, dass auch noch hässlich ist" geht auf jeden Fall an die 3D-Karte, auf der das Kino und die anderen Lokalitäten zu finden sind. 1998 hätte ich vielleicht noch eine anerkennende Braue angesichts der leicht ruckeligen 4096-Farb Iso-3D-Darstellung ohne sichtbare Ausnutzung von 3D-Hardware hochgezogen. Heutzutage war es eher eine erstaunte Ungläubigkeit, dass in Zeiten von Sim City 4000 irgendein Hersteller sich traut diese unanimierte Monstrosität in einem kommerziellen Produkt unterzubringen. Allerdings sieht die Karte nicht nur abstoßend aus, sondern ist auch frei jeglichen Nutzens. Die Örtlichkeiten lassen sich locker und schnell per Buttonklick erreichen und es gibt auch keine Flecken die sich nur über die schwerfällig zu bedienende Karte entdecken ließen. Daher geht ein großen Lob an den Programmierer, der an eine Möglichkeit dachte, die Karte gleich ganz abzuschalten.
Kino Mogul
Die Aktionsscreens sind nicht übertrieben schön und sicher nicht mehr zeitgemäß, versprühen aber zumindest etwas mehr Charme als die Karte. Leider sind sie so unübersichtlich, dass man anfangs für die Taste F1 dankbar ist, die alle Optionen anzeigt, die in einem Screen zu finden sind. Das wichtigste Grafikschmankerl, die Filme, die im Kino laufen, wurde komplett ignoriert. Es ist zwar ein Screen vorhanden, in dem der Saal gezeigt wird, nur läuft dort entweder ein Miniausschnitt des Intros, das übrigens zugleich eine Werbung für eine deutsche Cineplex-Kette ist, oder, sobald der Film angefangen hat, ein kurzer Teil aus dem beiliegenden und absolut sehenswerten Gratis-Animationsfilm Elephants Dream. Von den Sachen, die eigentlich gezeigt werden, sieht man nichts und so halten sich Atmosphäre und Freude auch in Grenzen, wenn ein neuer Sommerhit anläuft. Der Sound beschränkt sich auf ein paar unauffällige Piepser und ein wenig Fahrstuhlmusik. Begeisterung im Saal bleibt akustisch genauso verborgen, wie die Schnarchgeräusche, wenn ein Langweiler läuft.
Es gibt bereits jetzt einen Patch, der auch sofort installiert werden sollte, da einige Kleinigkeiten ausgebügelt werden. So besteht erst damit die Möglichkeit, die Preise für jeden Saal einzeln zu wählen, der Rest sind Kleinigkeiten, so dass neue Filme etwas häufiger zur Verfügung stehen, das Startkapital ist etwas höher und die Zuschauerzahlen werden für jeden einzelnen Film angezeigt. Als "Ausgleich" für die kleinen Verbesserungen, sind alte Spielstände nach dem Update leider nicht mehr nutzbar.
