The Wild Wild West - Die 10 besten Western der Filmgeschichte

Special Angelina Knauer
The Wild Wild West - Die 10 besten Western der Filmgeschichte
Quelle: Tobis/Paramount/Sony

Vor ungefähr einem Monat ist der knallharte Western "Feinde - Hostiles" mit Christian Bale als skrupelloser Offizier in den deutschen Kinos angelaufen. Am 5. Juli folgt auch schon der nächste, "Die Frau, die vorausgeht", diesmal mit Jessica Chastain in der Hauptrolle. Ganz und gar untypisch für diese Art von Film, handelt es sich bei dem kommenden Werk um ein einfühlsames Drama, das Susanna White in Szene gesetzt hat. Seit ein paar Jahren sind Western wieder voll im Kommen - oder waren sie nie weg? Wir geben euch einen kleinen Einblick in eines der ältesten Genres der Filmgeschichte und stellen zehn Cowboy-und-Indianer-Streifen vor, die zu den Besten zählen.

Es sind Geschichten, die sich um den "Wilden Westen" ranken, einem grob eingegrenzten Bereich westlich des Mississippi. Im Zentrum des Geschehens steht der US-amerikanische Mythos um die Eroberung jenes von Ureinwohnern bewohnten Landstrichs. Über die Jahre wurde diese Zeit, vor allem geprägt durch die Sichtweise der angloamerikanischen Eroberer, trivialisiert, was dazu führte, dass Fakt nicht mehr von Fiktion zu unterscheiden ist. Film und Literatur griffen diese Legenden auf und so entstanden bereits im 19. Jahrhundert die ersten Westerngeschichten. Am 1. Dezember 1903 wurde das Genre erstmals mit dem zwölfminütigen Film "Der große Eisenbahnraub" im Kino ausgestrahlt. In den 1950ern hatten die Western-Streifen vor allem in den USA ihre Hochphase und galten bis in die 70er hinein als das künstlerische Steckenpferd Amerikas. Die actiongeladenen Abenteuer liefen immer wieder nach Schema F ab. Die Hauptfigur war meist ein gutmütiger, teilweise naiver Cowboy oder Sheriff, der sich gegen seinen Konterpart, einen skrupellosen Bösewicht durchsetzen musste. Natürlich durften Saloons, Indianer, Pferde und wilde Schießereien nicht fehlen. Mit der Entwicklung des Films haben sich auch die Rahmenbedingungen für den Western verändert und es entstanden eine Vielzahl an Unter-Genres, wie der Spätwestern und der Italowestern, die deutlich zynischer und realitätsnaher waren. Aber trotz der vielfältigen Herangehensweisen war diese Domäne, bis auf ein paar Ausreißer, in den 70ern ausgelutscht. Es hat scheinbar den Visionär Quentin Tarantino gebraucht, um den Western wieder frisches Leben einzuhauchen. Mit "Django Unchained" landete der Ausnahme-Regisseur im Jahr 2012 einen Riesenhit, der eine neue Western-Ära einleitete. Wir wollen euer Gedächtnis etwas auffrischen und euch zehn herausragende Western aus verschiedenen Epochen zeigen, die als Meilensteine des Genres bezeichnet werden können.

Der General (1926)

Szenenbild aus 'Der General' (1926) Quelle: Edel Germany Szenenbild aus "Der General" (1926) Im Jahr 1926 bringt Buster Keaton den Stummfilmklassiker "Der General" auf die Bildfläche. Der epische Film spielt während des amerikanischen Bürgerkrieges und basiert auf dem Andrews-Überfall vom 12. April 1862. Es handelte sich um die teuerste Komödie der Stummfilm-Ära, die bei Kritikern und Publikum als Keatons größter Misserfolg galt. Später hat sie sich jedoch zu einer der bedeutendsten Komödien der Filmgeschichte entwickelt. Der Hauptprotagonist Johnnie Gray (Buster Keaton) ist ein angesehener Lokomotivführer, dessen geliebte Dampflokomotive von nordstaatlichen Spionen entführt wird. Ohne zu zögern, begibt sich der Mann mit dem steinernen Gesicht im Alleingang auf eine turbulente Verfolgungsjagd, um seine General zurückzubekommen.


Für ein paar Dollar mehr (1965)

Szenenbild aus 'Für ein paar Dollar mehr' (1965) Quelle: Tobis Szenenbild aus "Für ein paar Dollar mehr" (1965)
Für den Dreh der Fortsetzung des Italo-Western-Hits "Für eine Handvoll Dollar" (1964) baute Produktionsdesigner Carlo Simi die Stadt "El Paso" in der Wüstenlandschaft bei Almería in Spanien nach. Das Filmset existiert noch heute und ist mittlerweile zu einer Sehenswürdigkeit avanciert. Die zentrale Figur des actiongeladenen Western "Für ein paar Dollar mehr" ist der Kopfgeldjäger Monco (Clint Eastwood), der zwar im Vorgängerfilm noch keinen Namen trug, sich ansonsten aber nicht verändert hat. Der skrupellose Held geht eine Allianz mit seinem dubiosen Berufskollegen Colonel Mortimer (Lee Van Cleef) ein. Zusammen wollen die beiden die Bande von Bösewicht El Indio (Gian Maria Volonté) unterwandern, um den Verbrecher in einem Showdown stellen. Neben den humoristischen Einlagen zwischen dem barschen Eastwood und dem eleganten Van Cleef, brilliert auch der deutsche Bösewicht vom Dienst Klaus Kinski als buckliger Killer.


Zwei glorreiche Halunken (1966)

Szenenbild aus 'Zwei glorreiche Halunken' (1966) Quelle: Fox Szenenbild aus "Zwei glorreiche Halunken" (1966)
Nach "Für eine Handvoll Dollar" (1964) und "Für ein paar Dollar mehr" (1965) beendet Sergio Leone seine später als Dollar-Trilogie bezeichnete Arbeit mit dem im Jahr 1966 erschienenen Italowestern-Klassiker "Zwei glorreiche Halunken". Dieser Film markiert zugleich die letzte Zusammenarbeit zwischen dem Filmemacher Leone und dem von ihm in den Weltruhm erhobenen Star Clint Eastwood. Der Outlaw Tuco (Eli Wallach) und sein Kopfgeldjäger-Freund (Clint Eastwood) führen ein abgekartetes Spiel: "Der Blonde" liefert den steckbrieflich gesuchten Tuco aus, kassiert die Prämie und schießt den Banditen anschließend vom Strick. Diesen Vorgang wiederholen die beiden so lange, bis Tuco bei einer dieser Aktionen fast wirklich hängt. Es entwickelt sich ein Streit zwischen dem ungleichen Paar, welcher sie zu Todfeinden werden lässt. Plötzlich taucht ein Schatz in der Wahrnehmung der beiden auf, welcher Tuco und "den Blonden" zu einer erneuten Kooperation zwingt.


Spiel mir das Lied vom Tod (1968)

Szenenbild aus 'Spiel mir das Lied vom Tod (1968) Quelle: Paramount Szenenbild aus "Spiel mir das Lied vom Tod (1968) Der Endzeit-Western "Spiel mir das Lied vom Tod" ist neben "Zwei glorreiche Halunken" (1966) Sergio Leones meist bewunderte Leistung - und nicht nur das, denn der Italowestern gehört ebenso zu den erfolgreichsten Filmen des besagten Genres. Beeindruckende Kameraarbeit gepaart mit Ennio Morricones Jahrhundertsoundtrack ergibt ein zeitloses Meisterwerk, in dem schon mal zehn Minuten völlige Stille herrschen kann. Geprägt von Gier, Ehre und Vergeltung führen drei hartgesottene Revolverhelden in den letzten Tagen des Wilden Westens einen epischen Kampf um die Kontrolle über Wasser. Dieses Meisterstück gilt als der erste Teil der "Es war einmal ..."-Trilogie des italienischen Filmemachers. Die anderen beiden Teile sind "Todesmelodie" (1971) und "Es war einmal in Amerika" (1984). Die einzelnen Filme des Dreiteilers weisen keinerlei inhaltliche Bezüge zueinander auf.


Django Unchained (2012)

Szenenbild aus 'Django  Unchained' (2012) Quelle: Sony Szenenbild aus "Django  Unchained" (2012)

Der deutsche Zahnarzt Dr. King Schultz (Christoph Waltz), der sich seit geraumer Zeit der Kopfgeldjagd gewidmet hat, befreit den versklavten Django (Jamie Foxx) aus dessen Gefangenschaft, um mit seiner Hilfe an die verbrecherische Bande der Brittle Brothers heranzukommen, die Djangos Ehefrau verschleppt und verkauft haben. Quentin Tarantino zeichnet, in seiner Hommage an den Italowestern, ein schonungslos realistisches Bild des von Sklaverei beherrschten Amerikas. Neben Waltz und Foxx konnte der exzentrische Filmemacher Hollywoodgrößen wie Leonardo DiCaprio und Jamuel L. Jackson an Bord seines Italowestern-Verschnitts holen. "Django Unchained" ist geprägt vom Western-Flair. Es wird beispielsweise mehrfach Bezug auf Sergio Corbuccis "Django" aus dem Jahr 1966 genommen. Außerdem ist Darsteller Franco Nero, der in Corbuccis Film die Titelrolle spielt, in einem Gastauftritt zu sehen. Ganz untypisch für den Filmemacher, ließ Tarantino einige Musikstücke von Ennio Morricone speziell für diesen Film komponieren und bediente sich nicht bereits bestehender Kompositionen. Die Arbeit zahlte sich aus, denn der Film war nicht nur ein Kinokassenhit, sondern brachte Christoph Waltz (Bester Nebendarsteller) und Quentin Tarantino (Bestes Originaldrehbuch) einen Oscar ein.


Der Schatz der Sierra Madre (1948)

Szenenbild aus 'Der Schatz der Sierra Madre' (1948)<br>
  Quelle: Warner Szenenbild aus "Der Schatz der Sierra Madre" (1948)
 

"Der Schatz der Sierra Madre" gilt als Vorreiter aller Abenteuerfilme. In John Hustons Meisterwerk, gehen drei amerikanische Abenteurer in der titelgebenden Wüste auf die Suche nach Gold. Doch Zwietracht, Neid und Gier brennen sich in die Köpfe der Männer und lassen sie unsägliche Gräueltaten begehen. Der US-amerikanische Spielfilm basiert auf B. Travens gleichnamigen Roman. Gerüchten zufolge soll sich der mysteriöse Autor am Set als Berater aufgehalten haben. Für seinen Film erhielt Regisseur Hustons zwei Oscars (Beste Regie/Bestes Drehbuch). Ein weiterer Goldjunge ging an seinen Vater Walter Hustons als Bester Nebendarsteller, der in diesem Western Howard spielte.


Erbarmungslos (1992)

Szenenbild aus 'Erbarmungslos' (1992) Quelle: Warner Szenenbild aus "Erbarmungslos" (1992)
In diesem vierfach oscarprämierten Spätwestern spielt Clint Eastwood nicht nur die Hauptrolle, er ist auch für Regie und Produktion zuständig gewesen. Sein actionreiches Meisterstück entlarvt die Mythen des Westerns als Suff-Märchen und Lügengeschichten. Als ausgebrannter Revolverheld William Munny tritt Eastwood auf die Bildfläche. Munny verlässt für ein paar Dollar seine Farm und Familie, um zwei Männer in der Prärie zu jagen. An seiner Seite stehen sein alter Partner Ned (Morgan Freeman) und der unerfahrene Kid (Jaimz Woolvett). Eine Sechsschüsser-Ballade aus dem Bilderbuch, die weltweit 159,1 Millionen Dollar einspielte. Im Abspann von "Erbarmungslos" befindet sich eine kleine Widmung an Sergio Leone und Don Siegel, zwei Männer, die Eastwood zu dem gemacht haben, was er heute ist. Im Jahr 2013 entstand mit "The Unforgiven" ein japanisches Remake des Spätwesterns.


Butch Cassidy und Sundance Kid (1969)

Szenenbild aus 'Butch Cassidy und Sundance Kid' (1969) Quelle: Fox Szenenbild aus "Butch Cassidy und Sundance Kid" (1969) Regisseur George Roy Hill schuf 1969 mit "Butch Cassidy und Sundance Kid" einen humorvollen Outlaw-Epos, der auf historischen Begebenheiten basiert. Es ist nicht nur der kommerziell erfolgreichste, postmoderne Western aller Zeiten, sondern war auch das Sprungbrett für Robert Redford, der durch "Butch Cassidy und Sundance Kid" über Nacht zum Superstar wurde. Die beiden sympathischen Ganoven Butch Cassidy und Sundance Kid haben sich mit ihrer "Hole in the Wall"-Bande auf Eisenbahnraub spezialisiert. Doch der letzte Coup geht schief und die beiden Banditen müssen vor einem hartnäckigen Suchtrupp fliehen. Ihre Lösung ist die Flucht nach Bolivien. Das dynamische Duo, bestehend aus Robert Redford und Paul Newman, kam so gut beim Publikum an, dass Hill die beiden direkt für sein Thriller-Drama "Der Clou" (1973) verpflichtete und damit gleich einen weiteren Hit landete. 1970 ging "Butch Cassidy und Sundance Kid" mit sieben Oscarnominierungen ins Rennen. Vier Goldjungen durften sie am Ende der Nacht mit nach Hause nehmen, unter anderem für das Beste Drehbuch und die Beste Kameraführung.


Der Mann der Liberty Valance erschoss (1962)

Szenenbild aus 'Der Mann der Liberty Valance erschoss' (1962) Quelle: Universal Szenenbild aus "Der Mann der Liberty Valance erschoss" (1962)
Der Verantwortliche für diesen Spätwestern ist kein Geringerer als der Großmeister des Westerns John Ford, der innerhalb seiner Karriere mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. Ford wurde vor allem durch seine wegweisenden Genreperlen wie "Ringo" (1939), "Der schwarze Falke" (1956) und "Der Mann der Liberty Valance erschoss" berühmt. Als Vorlage für den Letzteren diente Dorothy M. Johnsons gleichnamige Erzählung. Fords Meisterwerk aus dem Jahr 1962 versammelte damalige Hollywoodgrößen wie John Wayne, James Stewart und Lee Marvin und wurde in schwarz-weiß gedreht. Neben Sam Peckinpahs "Sacramento" aus demselben Jahr, zählt "Der Mann der Liberty Valance erschoss" zu den ersten Spätwestern. Eigentlich will Senator Stoddard (James Stewart) in dem kleinen Örtchen Shinbone nur an der Beerdigung vom eigenbrötlerischen Rancher Doniphon (John Wayne) teilnehmen. Dort trifft er aber auf neugierige Journalisten, die ihm nach und nach die Wahrheit über den Tod von Valance (Lee Marvin) entlocken. Ford durchbricht mit seinem solide gearbeiteten Kinostück den ungeschriebenen Ehrenkodex des Westerns und stellt die Legenden und Mythen dieser Zeit in Frage.


Der mit dem Wolf tanzt (1990)

Szenenbild aus 'Der mit dem Wolf tanzt' (1990) Quelle: Studiocanal Szenenbild aus "Der mit dem Wolf tanzt" (1990)
Auf dem von Michael Blake verfassten, gleichnamigen Roman basiert dieser siebenfache Oscarpreisträger, für den Kevin Costner die Regie, Hauptrolle und Koproduktion übernahm. "Der mit dem Wolf tanzt" dreht sich um die Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges, in der Lt. John Dunbar (Kevin Costner) einen Posten im äußersten Westen besetzt und dort erst Bekanntschaft, dann Freundschaft mit dem Stamm der Sioux schließt. Dadurch lernt das "Bleichgesicht" die Kultur der Ureinwohner kennen und lieben. Costner besetzte die Sioux-Rollen mit echten Einheimischen und ließ über ein Drittel des Western in der Stammessprache Lakota ablaufen. Das begeisterte die noch lebenden Sioux so sehr, dass sie Costner zum Ehrenmitglied ihres Volkes machten. Der Film ist sein dreistündiges Plädoyer gegen den bisher cineastisch schöngefärbten Völkermord an den Uhreinwohnern, welches ihm zusätzlich die Anerkennung des Publikums und der Kritiker einbrachte. Ab 5. Oktober 2018 gibt es diesen Western in einer Extended Blu-ray-Version zu haben. Diese enthält, neben dem Film, Audiokommentare von Kevin Costner, Produzent Jim Wilson, Kameramann Dean Semler und Editor Neil Travis. Außerdem sind die Dokumentationen "The Creation of an Epic", "A Day in the Life of a Western Frontier" und das Making-Of dabei.

Das waren unsere zehn Westernhits. Ist euer Lieblings-Western dabei?


Solltet ihr den einen oder anderen noch nicht kennen, folgen hier die Formate in denen die "Cowboy und Indianer"-Filme aktuelle käuflich zu erwerben sind.


DVD-Cover zu Quelle: Edel Germany GmbH DVD-Cover zu "Der General" (1926) Blu-ray-Cover zu Quelle: Universal Blu-ray-Cover zu "Der Mann der Liberty Valance erschoss" (1962) Blu-ray-Cover zu Quelle: Studiocanal Blu-ray-Cover zu "Der mit dem Wolf tanzt" (1990) Blu-ray-Cover zu Quelle: Warner Blu-ray-Cover zu "Der Schatz der Sierra Madre" (1948) Blu-ray-Cover zu Quelle: Sony Blu-ray-Cover zu "Django Unchained" (2012) Blu-ray-Cover zu Quelle: Tobis Blu-ray-Cover zu "Für ein paar Dollar mehr" (1965) UHD-Cover zu Quelle: Warner UHD-Cover zu "Erbarmungslos" (1992) Blu-ray-Cover zu Quelle: Paramount Blu-ray-Cover zu "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) DVD-Cover zu Quelle: Fox DVD-Cover zu "Butch Cassidy und Sundance Kid" (1969)
 
Blu-ray-Cover zu Quelle: Fox Blu-ray-Cover zu "Zwei glorreiche Halunken" (1966)

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk