Auf die Ohren! Die erfolgreichsten Musiker-Biopics - Teil 1

Special David Bummer
Auf die Ohren! Die erfolgreichsten Musiker-Biopics - Teil 1
Quelle: Columbia; Paramount; Tobis

Der Erfolg von Musiker-Biopics wie zuletzt Bohemian Rhapsody schlägt sich nicht nur an den Kinokassen nieder. Nicht selten zahlen sich die Filme auch für die Hauptdarsteller in Form eines Oscars aus. So verwundert es nicht, dass in Hollywood Porträts dieser Art schon immer hoch im Kurs standen.

Mittels einer Verfilmung hinter die Fassade einer berühmten Persönlichkeit sehen zu können und deren Lebensgeschichte zu erfahren, lockt immer wieder aufs Neue Zuschauer in die Kinos. Darsteller, die einen Musikstar verkörpern, haben zudem meist gute Karten, einen der begehrten Filmpreise abzuräumen, wie Ray (Jamie Foxx als Ray Charles), Walk the Line (Reese Witherspoon als June Carter), La Vie en Rose (Marion Cotillard als Édith Piaf) oder auch Rami Malek für "Bohemian Rhapsody" (Oscar, Golden Globe) in jüngster Vergangenheit bewiesen.

Dexter Fletchers Freddy Mercury-Biopic "Bohemian Rhapsody" wurde jüngst, gemessen an den Einnahmen, zum erfolgreichsten Musiker-Biopic, das es je gab. Fletcher schließt direkt an das Genre an: Mit "Rocketman", einem Film über Elton John, steht kommenden Donnerstag bereits das nächste musikalische Highlight in den Startlöchern. Und Johnny Flynn (Brotherhood) wurde kürzlich für das David-Bowie-Biopic Stardust verpflichtet, das noch dieses Jahr gedreht werden soll. Musik scheint derzeit Trumpf zu sein. Für uns ein Grund, in diesem zweiteiligen Special die erfolgreichsten Musiker-Biopics zusammenzutragen. Diese Woche gibt es dazu die Filme vor der Jahrtausend-Wende, bevor wir euch nächste Woche jene danach vorstellen.

GLENN MILLER - Die Glenn Miller Story (1954)

Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit zwischen Regisseur Anthony Mann und James Stewart (u. a. Winchester '73) und eine der kommerziell erfolgreichsten Produktionen des Jahres 1954: Glenn Miller (1904-1944) prägte die Swing-Ära wie kaum ein anderer, bis er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Sein Glenn Miller Orchestra schuf Welthits. Der Soundtrack des Films hielt sich zehn Wochen auf Platz 1. Oscars gab es für Ton, Musik und Drehbuch.
Szenenbild aus 'Die Glenn Miller Story' Quelle: Universal Szenenbild aus "Die Glenn Miller Story"

BUDDY HOLLY - The Buddy Holly Story (1978)

Der 3. Februar 1959 ging als "The Day the Music Died" in die Musikgeschichte ein. Ritchie Valens (s. S. 43), The Big Bopper und Buddy Holly kamen gemeinsam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. In Steve Rashs Film werden die letzten drei Jahre in der Karriere Hollys erzählt. Gary Busey erhielt für seine Performance einen Golden Globe und wurde für den Oscar nominiert. Darüber hinaus gab es eine Nominierung für den Besten Ton und den Preis für die Beste Filmmusik.
Szenenbild aus 'The Buddy Holly Story' Quelle: Universal Szenenbild aus "The Buddy Holly Story"

ELVIS PRESLEY - Elvis (1979)

Bevor sie 1980 zusammen Die Klapperschlange drehten, inszenierte John Carpenter seinen Hauptdarsteller Kurt Russell als Elvis Presley. Die Produktion entstand zwar nur für das US-Fernsehen, bedeutete aber gleichzeitig den TV-Absprung Russells auf die große Leinwand. In Europa lief das Biopic über den King, das das Leben und die Karriere Presleys bis zu dessen Tod 1970 nacherzählt, in den Kinos. Einen Golden Globe gab es als Best Motion Picture Made for Television.
Szenenbild aus 'Elvis' Quelle: Scotia Szenenbild aus "Elvis"

LORETTA LYNN - Nashville Lady (1980)

Die Ikone der US-Country-Szene steht im Mittelpunkt des siebenfach Oscar-nominierten Biopics von Michael Apted. Die Bergarbeitertochter, deren Privatleben turbulent verlief, legte in den USA eine unglaubliche Karriere hin, hatte zwischen 1960 und 2000 über 80 Hits und veröffentlichte - gesundheitlich angeschlagen - 2018 erneut ein Album. In die Rolle Lynns schlüpfte 1980 Sissy Spacek (Carrie) und wurde dafür mit dem Golden Globe (hinzu kam der für den Besten Film) und dem Oscar belohnt.
Szenenbild aus 'Nashville Lady' Quelle: Paramount Szenenbild aus "Nashville Lady"

WOLFGANG AMADEUS MOZART - Amadeus (1984)

Er war ein Rock-Idol, er war so populär... sang Falco 1985 in seinem Welthit Rock Me Amadeus. Ein Jahr zuvor erzählte Miloš Forman seine Version des Lebens von Mozart aus Sicht des Hofkomponisten Antonio Salieri (F. Murray Abraham). Das Bild, das Forman von Mozart zeichnete, spaltete Historiker und Publikum. Dennoch avancierte Amadeus zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres. Bei der Oscar-Verleihung 1985 räumte das Biopic acht Goldjungen ab, darunter in den Kategorien Beste Regie, Bester Film und bester Hauptdarsteller (Abraham). Tom Hulce (Mozart) war als Neben-darsteller nominiert.
Szenenbild aus 'Amadeus' Quelle: Tobis Szenenbild aus "Amadeus"

RITCHIE VALENS - La Bamba (1987)

Sein Name sagt den wenigsten etwas. Doch seine Welthits La Bamba und Donna kennt jeder. Valens, ein US-amerikanischer Rock-'n'-Roll-Musiker mit mexikanischen Wurzeln legte einen kometenhaften Aufstieg hin. 1941 in Pacoima, Los Angeles geboren, war er bereits mit 17 ein Star. Anfang 1959 tourte er mit Buddy Holly und The Big Bopper durch die USA. Bei einem tragischen Flugzeugabsturz am 3. Februar kamen alle drei Musiker ums Leben. Mit Lou Diamond Phillips (Young Guns) in der Hauptrolle verfilmte Luis Valdez (The Cisco Kid) das kurze Leben von Ritchie Valens. Der Soundtrack des Films wurde ein Megahit. Bei den Golden Globes '88 war La Bamba als Bestes Drama nominiert.
Szenenbild aus 'La Bamba' Quelle: Columbia Szenenbild aus "La Bamba"

CHARLIE PARKER - Bird (1988)

Der 1920 in Kansas geborene Saxofonist Charlie Parker gilt als Schöpfer und herausragender Interpret des Bebop, dem Ursprung des Modern Jazz. Bird, wie Parker genannt wurde, war einer der wichtigsten und einflussreichsten Musiker des Jazz.

So legendär wie seine Musik war auch sein zügelloser und von Drogen geprägter Lebensstil, der ihn nur 35-jährig das Leben kostete. 1988 näherte sich Jazz-Aficionado Clint Eastwood mit Bird an die Lebensgeschichte Parkers an. Dabei schuf er keine reine Biografie, sondern ein stilistisch eindrucksvolles Bild eines Ausnahmekünstlers, der von Forest Whitaker verkörpert wurde. Für Eastwood gab es den Regie-Golden-Globe, bei den Oscars die Statuette für den besten Sound.
Szenenbild aus 'Bird' Quelle: Warner Szenenbild aus "Bird"

JIM MORRISON - The Doors (1991)

Jim Morrison gilt als Ikone der 1960er-Jahre-Rock-Kultur. Sein Leben wurde von Alkohol, Drogen, Esoterik und einer Todesobsession bestimmt. Oliver Stone verfilmte mit Val Kilmer als Doors-Frontmann den Werdegang Morrisons und seiner Band überspitzt und überzeichnet. Die übrigen Band-Mitglieder waren nicht sonderlich begeistert.
Szenenbild aus 'The Doors' Quelle: Columbia Szenenbild aus "The Doors"

THE JACKSON FIVE - The Jacksons: An American Dream (1992)

Basierend auf der Autobiografie von Mutter Katherine Jackson entstand Anfang der 1990er diese rund vierstündge Mini-Serie über die erfolgreiche Musikerfamilie, aus der Michael als Megastar und King of Pop hervorgehen sollte. Die Jackson-Geschwister waren eng mit der Produktion verbunden, Michael steuerte einige Original-Gesangsparts bei. In den USA ein TV-Hit, der mit einem Emmy ausgezeichnet wurde.
Szenenbild aus 'The Jacksons: An American Dream' Quelle: Universal Szenenbild aus "The Jacksons: An American Dream"

TINA TURNER - What's Love Got to Do With It (1993)

Als Anna Mae Bullock 1984 mit What's Love Got to Do with It? einen Welthit landet, beginnt für die Künstlerin, die als Tina Turner Musikgeschichte schreibt, die zweite Karriere. Voraus gingen Erfolge im Duo Ike & Tina und eine furchtbare Ehe. Davon erzählt Brian Gibsons Biopic. Angela Bassett mimte Tina und erhielt einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung, ebenso wie Laurence Fishburne als Ike Turner.
Szenenbild aus 'Tina - Whats Love Got To Do With It' Quelle: Buena Vista Szenenbild aus "Tina - Whats Love Got To Do With It"

COMEDIAN HARMONISTS - Comedian Harmonists (1997)

Auch wenn Josef Vilsmaier mit einer gehörigen Portion künstlerischer Freiheit das Porträt der historischen Gesangstruppe anging, gehört sein Film zu den eher seltenen, aber gelungenen deutschen Biopic-Vertretern. Um das Berliner Vokalensemble entstand zwischen 1927 und 1935 ein regelrechter Hype. Da jedoch drei der sechs Mitglieder Juden waren, bedeutete die Machtergreifung der Nazis das jähe Ende einer Weltkarriere. Witz, Dramatik, Glamour und Historie... dazu der Bayerische und Deutsche Filmpreis 1998.
Szenenbild aus 'Comedian Harmonists' Quelle: Universum Szenenbild aus "Comedian Harmonists"
Nächste Woche stellen wir dann die Musiker-Biographien nach 2000 vor. Welches von diesen Biopics fandet ihr am authentischsten?

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