Auf die Ohren! Die erfolgreichsten Musiker-Biopics - Teil 2

Special David Bummer
Auf die Ohren! Die erfolgreichsten Musiker-Biopics - Teil 2
Quelle: Universal; Paramount; Universal

Der Erfolg von Musiker-Biopics wie zuletzt Bohemian Rhapsody schlägt sich nicht nur an den Kinokassen nieder. Nicht selten zahlen sich die Filme auch für die Hauptdarsteller in Form eines Oscars aus. So verwundert es nicht, dass in Hollywood Porträts dieser Art schon immer hoch im Kurs standen.

Mittels einer Verfilmung hinter die Fassade einer berühmten Persönlichkeit sehen zu können und deren Lebensgeschichte zu erfahren, lockt immer wieder aufs Neue Zuschauer in die Kinos. Darsteller, die einen Musikstar verkörpern, haben zudem meist gute Karten, einen der begehrten Filmpreise abzuräumen, wie Ray (Jamie Foxx als Ray Charles), Walk the Line (Reese Witherspoon als June Carter), La Vie en Rose (Marion Cotillard als Édith Piaf) oder auch Rami Malek für "Bohemian Rhapsody" (Oscar, Golden Globe) in jüngster Vergangenheit bewiesen.

Dexter Fletchers Freddy Mercury-Biopic "Bohemian Rhapsody" wurde jüngst, gemessen an den Einnahmen, zum erfolgreichsten Musiker-Biopic, das es je gab. Fletcher schließt direkt an das Genre an: Mit "Rocketman", einem Film über Elton John, steht kommenden Donnerstag bereits das nächste musikalische Highlight in den Startlöchern. Und Johnny Flynn (Brotherhood) wurde kürzlich für das David-Bowie-Biopic Stardust verpflichtet, das noch dieses Jahr gedreht werden soll. Musik scheint derzeit Trumpf zu sein. Für uns ein Grund, in diesem zweiteiligen Special die erfolgreichsten Musiker-Biopics zusammenzutragen. Vor zwei Wochen haben wir euch die Filme vor der Jahrtausendwende vorgestellt, im zweiten Teil des Specials stellen wir euch nun die danach vor.

EMINEM - 8 Mile (2002)

Zwar dreht sich Curtis Hansons Film um den jungen, weißen Rapper Jimmy "B-Rabitt" Smith Jr., erzählt im Grunde aber vom Karrierestart des Marshall Bruce Mathers, der als Eminem zu einem der erfolgreichsten Musiker der 2000er-Jahre in den Vereinigten Staaten aufstieg. Geschickterweise übernahm der King of Hip-Hop die Hauptrolle gleich selbst. 1995 wohnt der 23-jährige Jimmy "B-Rabbit" Smith Jr. in der Vorstadthölle Detroits. Die einzige Möglichkeit, Langeweile und Gewalt zu entkommen, ist seine Selbstverwirklichung im Hip-Hop. Einen Oscar gab es für Eminem auch: für den Titelsong Lose Yourself.
Szenenbild aus '8 Mile' Quelle: Universal Szenenbild aus "8 Mile"

RAY CHARLES - Ray (2004)

Anders als bei vielen anderen Biopics auf diesen Seiten wirkte der Musiker, um den es sich inhaltlich dreht, hier noch persönlich mit. Große Teile des Films beruhen daher auf Vorstellungen von Ray Charles und auch auf die Wahl des Hauptdarstellers Jamie Foxx hatte die Soul-Legende maßgeblichen Einfluss. Bevor der Film schließlich in die Kinos kam, starb Charles im Juni 2004. Taylor Hackford (Im Auftrag des Teufels) schuf ein pulsierendes und bewegendes musikalisches Meisterwerk, das 2005 mit sechs Nominierungen ins Oscar-Rennen ging. Am Ende gab es Preise für Foxx und den Ton.
Szenenbild aus 'Ray' Quelle: Universal Szenenbild aus "Ray"

COLE PORTER - De-lovely (2004)

Cole Porter (1891-1964) komponierte rund 40 komplette Musicals und unzählige Liedtexte (viele davon mit augenzwinkernden Zeilen), von denen viele Evergreens geworden sind. Sein mondäner Stil war legendär. Erfolgsproduzent Irwin Winkler (Rocky, Good Fellas, Silence) schuf aus Porters Lebensgeschichte ein flottes, zweifach Globe-nominiertes Biopic, in dem Stars wie Robbie Williams, Alanis Morissette oder Sheryl Crow Gesangsparts übernahmen. Kevin Kline mimte Porter selbst. Szenenbild aus 'De-lovely' Quelle: Fox Szenenbild aus "De-lovely"

KURT COBAIN - Last Days (2005)

Bei Gus Van Sants Drama aus dem Jahr 2005 handelt es sich um kein Biopic im klassischen Sinn. Die letzten Tage im Leben von Nirvana-Frontmann Kurt Cobain inspirierten Van Sant vielmehr zur melancholischen Geschichte des gefeierten Rockstars Blake. Gespielt von Michael Pitt (Ghost in the Shell) ist Blake zwar Cobain gewidmet und deutlich (auch optisch) an ihn angelehnt, jedoch nicht mit dem Grungemusiker identisch.

Entfremdet und psychotisch wandert Blake durch Wälder, sein Haus und über sein Grundstück, schreibt Tagebuch, spielt Gitarre, Schlagzeug, singt und stirbt schließlich. Van Sant setzt auf lange Einstellungen, unterlässt es aber, klare Botschaften zu vermitteln. Ein filmisches Gesamtkunstwerk, das nicht für jedermann zugänglich ist. In Cannes nahm Last Days 2005 als Wettbewerbsbeitrag teil und Gus Van Sant war für die Goldene Palme nominiert.
Szenenbild aus 'Last Days' Quelle: Alamode Szenenbild aus "Last Days"

JOHNNY CASH - Walk the Line (2005)

Der Man in Black, Country-Legende Johnny Cash, sorgte dafür, dass ein weiteres Biopic zu hohen Ehren kam. James Mangolds Film gewann 2006 bei den Golden Globes als Bester Film und zwei Darsteller-Preise. Ins Oscar-Rennen ging der grandiose Walk the Line mit fünf Nominierungen, darunter auch für Joaquin Phoenix. Gewinnen konnte letztlich Reese Witherspoon.
Szenenbild aus 'Walk The Line' Quelle: Fox Szenenbild aus "Walk The Line"

IAN CURTIS - Control (2007)

Die britische Band Joy Division prägte den Übergang des Punkrock zur Alternative Music Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre. Kopf der Truppe war der charismatische, aber innerlich zerrissene Ian Curtis, der im Mai 1980 Selbstmord beging. Regie-Debütant Anton Corbijn, der in der Musikszene wegen seiner Videoclips hochangesehen ist, verfilmte Curtis' Geschichte. Eine Perle des Independent-Films!
Szenenbild aus 'Control' Quelle: Capelight Szenenbild aus "Control"

BOB DYLAN - I'm Not There (2007)

Keine klassische Story, nicht chronologisch aufgebaut: Regisseur Todd Hayens (Carol) nähert sich anhand sechs verschiedener Handlungsstränge, die die unterschiedlichen Facetten Bob Dylans darstellen, dem virtuosen Songschreiber und Literaturnobelpreisträger. Hayens warf alle Regeln des konventionellen Biopics über den Haufen, setzte verschiedenste Inszenierungsstile ein und besetzte Dylan sechsfach mit Christian Bale, Marcus Carl Franklin, Richard Gere, Heath Ledger, Ben Whishaw und Cate Blanchett. Letztere gewann u. a. einen Golden Globe und wurde für den Oscar nominiert.
Szenenbild aus 'Im Not there' Quelle: Tobis Szenenbild aus "Im Not there"

NOTORIOUS B.I.G. - Notorious B.I.G. (2009)

Christopher George Latore Wallace alias Notorious B.I.G. war einer der bedeutendsten US-amerikanischen Rapper der 1990er-Jahre und Zugpferd des Hardcore-Rap. Im März 1997 wurde er, wie auch sein größter musikalischer Widersacher Tupac Shakur ein halbes Jahr zuvor, auf offener Straße erschossen. George Tillman, Jr., (The Hate U Give) inszenierte die Lebensgeschichte Biggies mit Jamal Woolard in der Hauptrolle, der den Part auch im Tupac-Biopic All Eyez on Me (2017) übernahm.
Szenenbild aus 'Notorious B.I.G.' Quelle: Fox Szenenbild aus "Notorious B.I.G."

THE RUNAWAYS - The Runaways (2010)

Eine der ersten Hard-Rock- und Punk-Girlbands steht im Zentrum von Floria Sigismondis Biopic. Mitte der 1970er-Jahre steigen die beiden Freundinnen Joan Jett (Kirsten Stewart) und Cherie Currie (Dakota Fanning) von rebellischen Straßenkindern in Los Angeles zu Rockstars auf. Mit Cherry Bomb landen The Runaways einen Riesenhit. Doch der Ruhm hat seinen Preis. Jett ist bis heute als Musikerin aktiv. Szenenbild aus 'The Runaways' Quelle: Universum Szenenbild aus "The Runaways"

JOHN LENNON - Nowhere Boy (2011)

Mit der Autobiografie Imagine This: Growing Up With My Brother John Lennon lieferte Julia Baird, eine Halbschwester Lennons, 2011 die Vorlage für Sam Taylor-Woods (Fifty Shades of Grey) Filmbiografie rund um die frühen Jahre des späteren Pilzkopfs. Taylor-Woods über 20 Jahre jüngerer Ehemann Aaron Taylor-Johnson (Avengers) übernahm die Hauptrolle. Der Film erzählt von Lennons musikalischen Einflüssen und der Entstehung der Beatles.
Szenenbild aus 'Nowhere Boy' Quelle: Senator Szenenbild aus "Nowhere Boy"

JAMES BROWN - Get on Up (2014)

Chadwick Boseman (Black Panther) als Godfather of Soul! Mit der Weiterentwicklung des Blues und Soul zum Funk war James Brown einer der bedeutendsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Tate Taylor (Girl on the Train) erzählt auf mehreren Zeitebenen die bewegte Lebensgeschichte Browns. 1933 in ärmlichen Verhältnissen geboren, erwacht erst im Knast sein Interesse an der Musik. Als Talentscout Ben Bart ihn entdeckt, steigt Brown zum Weltstar auf. Für den Soundtrack gab es einen Grammy.
Szenenbild aus 'Get On Up' Quelle: Universal Szenenbild aus "Get On Up"

N.W.A - Straight Outta Compton (2015)

Zu den Niggaz Wit Attitudes, kurz N.W.A gehörten bei der Gründung 1986 die Rapper Arabian Prince, Dr. Dre, Eazy-E und Ice Cube, später stießen DJ Yella sowie MC Ren dazu. Wie kaum ein anderer Act trugen N.W.A zur Etablierung des Gangsta-Raps bei. F. Gary Gray (Fast & Furious 8) setzte der Hip-Hop-Crew ein filmisches Denkmal, das jede Menge Preise abräumte und für den Drehbuch-Oscar nominiert war.
Szenenbild aus 'Straight Outta Compton' Quelle: Universal Szenenbild aus "Straight Outta Compton"
Das waren die erfolgreichsten Musiker-Biopics. Habt ihr dabei eure Lieblingsbiografien vermisst?

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