Paul de Raque bringt zwar mittlerweile ordentlich Erfahrung mit, zeigt aber auch schon erste Schwächen.
Der Kampf mit Schwert und Macht
Knights of the Temple II
Fast überall lauern Gefahren: Fiese Fallen werden den guten Paul zu Schleichmissionen zwingen, während die Horden an anstürmenden Gegner schnelle Finger auf die beiden Schlagbuttons erfordern. Wie auch im ersten Teil, kommt ihr mit Buttonsmashing durchaus gut voran, einige der leider recht wenigen Gegner wie die mit zwei Säbel ausgestatteten Sarazenen sind aber nur mit einer guten Taktik auszuschalten. Deren Angriffe sollten geblockt werden und erst wenn diese abklingen, setzt man hartnäckig mit der eigenen Waffe nach. Die Intelligenz der Gegner ist aber nicht gerade hoch ausgefallen. Jede Kreatur hat einige wenige Attacken in ihrem Repertoire, sind diese bekannt, fällt es euch nicht sonderlich schwer, eine entsprechende Gegenmaßnahme zu finden. Ab und an sucht einer auch das Weite, nur um Verstärkung zu holen. Ansonsten belustigen die Feinde des Öfteren durch einen mehr oder weniger unfreiwilligen Tod, indem sie plötzlich selber über die Klippe stürzen. Wirklich ins Schwitzen kommt man erst bei den Endgegnern, meist riesige Burschen, welche nur ganz bestimmte Schwachstellen besitzen. Diese fordern nicht nur spielerisch einiges, auch die Grafik zeigt sich hier in voller Pracht. Die riesigen Kreaturen sehen atemberaubend aus und verzücken mit tollen Animationen. Leider kommt ein solcher Kampf nur selten auf, bis zum finalen Duell fordern nur drei solcher Brocken Paul und damit auch euch heraus.
Knights of the Temple II
Natürlich kann Paul de Raque auch in seinem nun recht hohen Alter immer noch auf spezielle Fähigkeiten zurückgreifen, ohne diese wäre er sicherlich auf seiner Reise durch Europa ziemlich aufgeschmissen. Dieses Mal erlernt er diese aber nicht durch Aufsammeln heiliger Gegenstände, ihr könnt den Recken ganz euren Wünschen nach ausbilden. Wie in einem Rollenspiel bekommt man durch das Metzeln gewisse Erfahrungspunkte gutgeschrieben, welche anschließend im Menü für die Fertigkeiten ausgegeben werden können. Typische Bereiche wie Ausdauer und Kampfkraft finden sich dort ebenfalls wieder, wie auch Spezialangriffe und Combos. Wenn Paul über genügend Ausdauer verfügt, können Spezialangriffe großen Schaden anrichten. Die Combos werden dagegen ganz normal mit den Schlagtasten ausgelöst, sorgen aber für reichlich Treffer auf der Gegenseite. Auch die spirituelle Kraft von Paul kann ausgebaut werden, was den heiligen Fähigkeiten entspricht. Durch das Töten seiner Widersacher wird seine Spiritualität erhöht, mit dieser kann er sich heilen oder durch himmlische Kraft fast unbesiegbar machen. Die Komplexität der Charakterentwicklung wurde konsequent und positiv erweitert, unschön ist aber die Tatsache, dass unwissend manche Fähigkeiten für den Kampf gegen das Böse vorrausgesetzt werden!
Die Schwächen und Technik
Knights of the Temple II
Mit nur drei Hauptmissionen und darin vier befindlichen Endgegnern ist der Kampf gegen das Böse doch arg mager ausgefallen. Wer sich nicht mit den Sidequests beschäftigt, wird das Ende sicherlich in fünf Stunden gesehen haben. Die auf der Packungsrückseite versprochenen variablen Endsequenzen belaufen sich auf gerade Mal zwei unterschiedliche Abspänne. Zwar wird der Eine oder Andere unter euch durchaus einen zweiten Durchgang wagen, vor allem weil manche Nebenmissionen nur einmalig machbar sind (wird ein Gegenstand verpasst, kann manche Quest nicht beendet werden), wirklich umfangreich ist das Abenteuer aber nicht ausgefallen. Die reinen Kampfabschnitte wechseln sich recht häufig mit ruhigen Stadtszenen ab, was durchaus Abwechslung bedeutet aber auch dem reinen Actionfan den Spaß nehmen kann. Nervig sind zudem die häufig aufkommenden Ladebildschirme. Wechselt ihr den Abschnitt, wird der Neue erst einmal mühsam nachgeladen.
Knights of the Temple II
Optisch kann man bei einem solchen Titel wahrlich nicht viel meckern. Die Gassen von Sirmium sind düster, überall huschen Ratten über den Boden und die Gesichter der Menschen sind angsterfüllt. Nur wenige Laternen bringen etwas warmes Licht in die pestverseuchte Stadt. Strahlend hell dagegen ist der Palast der Sarazenen, hier sorgen viele Töpfe und Teppiche für eine schöne Inneneinrichtung. In den Wäldern dagegen bewegen sich die Pflanzen nicht nur aufgrund des Windes, streift ihr die zahlreichen Farne, Büsche und Bäume, werden deren Blätter sauber zur Seite gedrückt. Vor allem in den hitzigen Gefechten geht so einiges zu Bruch, vorzugsweise natürlich in den Innenräumen. Wenn dann die Regale zu Boden scheppern, darf dies natürlich nicht ohne eine passende Physikengine passieren. Selbst Sekunden nach der Zerstörung können einzelne Holzbretter noch kippen und krachend auf dem Boden fallen. Einige Texturen sind aber arg verwaschen und mancher Charakter sieht aus der Nähe doch etwas kantig aus, dennoch erstrahlt das Spiel in einem optischen Glanz. Die musikalische Untermalung ist ebenfalls durchaus gelungen. Mystische und orientalische Klänge, oder auch nur Naturgeräusche umsäuseln die Ohren, während hartes Klirren der Waffen und Kampfgebrüll ertönt. Die Abmischung der Sprachausgabe ist in den Videosequenzen viel zu leise geraten und auch sonst nicht gerade rühmlich. Zudem wäre eine deutlich umfangreichere Ansammlung an Sprachsamples wünschenswert gewesen.
