L.A. Noire Complete Edition im Gamezone-Test

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Zweiter Tester, zweite Meinung: Im Gegensatz zur Konsole schafft L.A. Noire am PC nur knapp ein "Gut!". Erfahrt im Review warum.

Vom Streifencop zum Supercop

L.A. Noire Complete Edition Quelle: Rockstar L.A. Noire Complete Edition Zu Beginn haben wir den Rang eines Streifenpolizisten und fahren in den Straßen von L.A. mit unserem neuen Partner Philipp Dunn auf Streife. Unser erster Fall ist ein Mord, den es aufzuklären gilt. In unserem Streifenwagen fahren wir mit heulender Sirene zum Tatort. Die Steuerung des Fahrzeugs und des Protagonisten erfolgt wie auch bei GTA mit den Tasten A, S, W und D. Beim Fahren und Gehen durch das vollständig in 3D gestaltete Los Angeles der 1940er Jahre schwenkt die Kamera zum Glück aber automatisch mit, so dass das lästige permanente Steuern der Kamera wie bei GTA nicht notwendig, aber weiterhin möglich ist. Die Stadt wurde wunderschön modelliert. Hierbei haben die Entwickler auf viel historisches Material zurückgegriffen und haben tausende Luftbilder aus den 1940ern analysiert, um diese als Grundlage für das graphische Design und weitere Details wie z.B. den Verkehrsfluss zu verwenden. So kann man viele verschiedene Fahrzeuge durch die Straßen fahren sehen, die Trambahnen fahren laut rumpelnd über die Kreuzungen und die Ampeln haben noch diese charmanten Tafeln mit der Aufschrift "Stop" oder "Go", die man beim Ein- und Ausklappen bewundern kann. Highlight ist aber die Mimik der Personen im Spiel. Hier wurde die Technik Motionscan der Firma Depth Analysis eingesetzt, die es erlaubt einen detaillierten Gesichtsausdruck aus jedem Blickwinkel zu animieren.

L.A. Noire Complete Edition Quelle: Rockstar L.A. Noire Complete Edition Die Texturen wurden gegenüber den Konsolenversionen deutlich aufpoliert. Alles sieht schärfer und detailreicher aus, als auf einer Xbox360 oder der PS3. Es rächt sich aber dennoch, dass die Konsolenversionen zuerst entwickelt worden sind, denn die Grafik nutzt die technischen Möglichkeiten auf dem PC bei weitem nicht aus und sieht im Vergleich zu anderen aktuellen Spielen etwas altbacken aus. Das ist zwar schade, unterstreicht aber eigentlich den Gesamteindruck, denn diese Optik passt ja zum zeitlichen Setting des Spiels mit seinen runden Kühlerhauben und kurvigen Chromstoßfängern. Was macht schon ein wenig matschige Grafik aus - das Fernsehbild war damals auch nicht besser.

L.A. Noire Complete Edition L.A. Noire Complete Edition Nach dieser ersten eindrucksvollen Fahrt am Tatort angekommen suchen wir nach Hinweisen. Diese finden sich in Form von Gegenständen oder einfach nur Beobachtungen. Befindet man sich ganz nah an einem solchen Hinweis, ertönt ein bestimmter Sound und auf Wunsch wird auch kurz eine kleine Lupe eingeblendet. Beides kann man aber leicht übersehen bzw. überhören. Regelmäßig darf man auch Zeugen vernehmen. Hierbei ist es wichtig genau zuzusehen, denn nur bei genauer Beobachtung der Mimik und Gestik der Personen kann man erkennen, ob diese die Wahrheit sagen oder wieder einmal flunkern. Die Dialoge sind hervorragend gemacht, aber Spieler die keine Englischprofis sind, werden weniger begeistert sein, denn die Sprachausgabe ist grundsätzlich auf Englisch mit deutschen Untertiteln umgesetzt. Ist man der Meinung einen Bären aufgebunden zu bekommen, muss man dies mit Hilfe des passenden Gegenstands beweisen. Damit man sich nicht alles selber merken muss, werden alle Orte, Personen und Gegenstände in einem Notizbuch gespeichert, das man jederzeit mit einem Druck auf die Tabulatortaste öffnen kann. Im Spiel verteilt befinden sich auch Zeitungen, die einem das aktuelle Tagesgeschehen vermitteln und für das Verständnis der Rahmengeschichte wichtig sind. Nach erfolgreichem Abschluss eines Falls erhält man Punkte, deren Höhe sich daran orientiert, ob man alle verfügbaren Hinweise gefunden hat. Nach fünf Fällen wird man zum Detective befördert und löst dann weitere 16 Fälle aus den Dezernaten Verkehr, Sitte und Brandstiftung. Dabei bekommt man jeweils einen neuen Partner zur Seite gestellt. Mit Rücksicht auf Spieler, die L.A. Noire noch durchspielen möchten, werden hier keine weiteren Details verraten.

Technik

L.A. Noire Complete Edition L.A. Noire Complete Edition So toll die Grafik und die akustische Untermalung auch sein mögen, der große Schwachpunkt ist das Gameplay selbst. Zwar ist es hervorragend gelungen die Zwischensequenzen und die spielbaren Fälle zu einem großen Ganzen zu kombinieren, doch das Spiel leidet unter einer starken Linearität und einer relativ kurzen Spieldauer. Obwohl es zum Lösen eines Falls nicht notwendig ist alle Hinweise zu entdecken, gibt es keine Möglichkeit innerhalb eines Falls weiterzukommen sofern man nicht ganz bestimmte Hinweise gefunden hat. Versagt man bei einer Sequenz, wird diese bis zu dreimal wiederholt. Hat man es dann immer noch nicht geschafft, wird der Abschnitt einfach übersprungen. Bedingt durch den vorgegebenen Handlungsstrang kann man auch nicht wie z.B. bei GTA, die Reihenfolge der Fälle ändern. Die 21 im Spiel enthaltenen Rätsel sind nicht sehr viel, insbesondere da die ersten fünf Fälle eher als Tutorial anzusehen sind und schon nach wenigen Minuten absolviert sind. Als Trostpflaster kann man nach erfolgreichem Abschluss des Spiels weitermachen und sich frei in L.A. bewegen. Hier kann man dann weitere Fälle lösen und goldene Filmrollen bzw. Dienstmarken sammeln oder einfach nur herumfahren. Da die PC-Version als sogenannte "Complete-Edition" ausgeliefert wird, sind alle Zusatzitems, die bei den Konsolenversionen zum Download (DLC) angeboten werden, schon im Spiel enthalten.

Das Spiel kommt in der PC-Version auf zwei DVDs und einem Handbuch und belegt 13,4 GB auf der Festplatte. Zusammen mit dem Spiel wird auch der Rockstar Social Club installiert. Ein Konto ist für L.A. Noire hierbei zwingend notwendig. Der PC-Version wird in verschiedenen Foren nachgesagt Stabilitätsprobleme zu haben. Dies konnte ich jedoch mit der getesteten Version 1.1 nicht bestätigen.

Meinung

Wertung zu L.A. Noire Complete Edition (PC)

Wertung:

7.8 /10
Pro & Contra
Filmreife UmsetzungIntro und Zwischensequenzen erzeugen tolle Atmosphäreauthentischer SoundtrackL.A. der 1940er eindrucksvoll umgesetztMimik wirkt lebensecht
Lineares Gameplayumständliche SteuerungGrafik nicht auf aktuellem Stand der Technik
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