Lego Star Wars 2: Die klassische Trilogie im Gamezone-Test

Test Denis Brown

Nicht nur LEGO und Star Wars Fans können mit diesem Titel gehörig viel Spaß haben.

Niedlichkeits-Overkill & Lachtränen

Einer der schönsten Aspekte der "Lego Star Wars Reihe", ist der Humor, der vor allem, aber nicht nur in den Cut-Scenes zum Einsatz kommt. Natürlich wird davon ausgegangen, dass der Spieler die eigentliche Handlung schon kennt, denn viele Szenen werden nur verkürzt dargestellt und gesprochen wird auch nicht. Vielmehr erzählen überzeichnete Gestiken und viele Seitenhiebe einen verniedlichten Aufguss der Krieg der Sterne Story, bei dem man sich das Lachen hin und wieder nicht verkneifen kann. Endlich erfährt man zum Beispiel, warum der Bau des zweiten Todesstern nicht im Zeitplan lag, oder welche Badehosen Sturmtruppen im Whirlpool eines Sternzerstörers tragen. Noch schöner wird es jedoch auf Jabbas Segelbarke in Episode sechs, denn nach ausgiebigem Zusammenbasteln diverser Legosteine und Lösen kleiner Puzzles, merkt man plötzlich, dass man eine Disco-Tanzfläche zusammengebaut hat, auf der sich Gamorreanische Wachen zusammenfinden, um mit der Axt als Gitarre zu einer Hardrock-Version des "Imperial March" abzurocken - da sind Lachtränen garantiert. Doch auch der finster kichernde Imperator und der zusammengestutzte Darth Vader, die natürlich versuchen möglichst böse zu wirken, sorgen durch die niedlichen Darstellung eher für Lachfalten als Furcht und zeugen daher von hoher Familienfreundlichkeit.

Zur Technik

Lego Star Wars 2: Die klassische Trilogie Lego Star Wars 2: Die klassische Trilogie Vergleicht man alle erhältlichen Konsolenfassungen von Lego Star Wars 2 miteinander, so fällt auf, dass sich diese grafisch nur sehr geringfügig unterscheiden. So auch die Xbox 360 Fassung, die sich trotz feinerer Texturen und HD Auflösung nicht besonders stark von der PS2 Fassung abzuheben vermag, was aber am ehesten am gewählten Grafikstil liegt. Schließlich werden hauptsächlich Legosteine dargestellt, die nunmal keine außergewöhnlichen Details bieten, die noch weiter ausgeschmückt werden könnten. Am deutlichsten wird der Unterschied noch bei der Beleuchtung und Schattierung der Objekte und Charaktere, die den Plastikkriegern der Xbox 360 den authentischsten Kunststoff-Look verpasst und zudem für einen etwas dynamischeren Eindruck sorgt. Auch bei der Umgebung sorgen die HD Texturen für einen noch runderen Eindruck als bei den Fassungen der Konkurrenzkonsolen, doch da Lego Star Wars 2 erst in den letzten Leveln einer jeden Star Wars Episode seine grafischen Stärken ausschöpft, hat man generell oft den Eindruck, dass die Xbox 360 etwas unterfordert wird. Dafür läuft das Spiel aber auch in HD völlig flüssig in 60 Bildern pro Sekunde, zumindest so lange nicht verstärkt Transparenzeffekte (wie z.B. extrem viel Rauch) dargestellt werden, denn hier geht Microsofts Kiste gern mal kurzeitig die Puste aus und das Spiel beginnt leicht zu stottern. Da dies jedoch recht selten vorkommt und am ehesten der Umsetzung vom PC zuzuschreiben ist, kann man getrost darüber hinwegsehen. Im Audiobereich gibt es hingegen kaum erwähnenswertes, da es fast schon selbstverständlich ist, dass hier der Original-Soundtrack sowie Soundeffekte aus dem Film zum Zuge kommen. Die Tracks wurden jedenfalls glasklar in Dolby Digital abgemischt und passen immer zur aktuellen Spielszene - was will man mehr?

Ärgerlich ist hingegen, dass Lego Star Wars 2 nicht für den Gebrauch am PC-Monitor optimiert wurde. Wer die Xbox 360 über ein VGA-Kabel am 4:3 PC-Monitor bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln betreibt, bekommt leider ein leicht gestauchtes Bild, was vor allem deswegen ärgerlich ist, weil das Spiel am Fernseher in Vollbild dargestellt wird. Doch leider bekommt man die Grafik nicht einfach mit schwarzen Balken in 16:9 geboten, wie es bei manchen anderen Spielen der Fall ist. Stattdessen wird ein 4:3 Bild durch schwarze Balken gestaucht, wodurch alle Objekte in die Breite gestreckt werden und furchtbar deformiert aussehen. Abhilfe schafft hier eine Portion Unlogik, nach dem Prinzip "Minus und Minus ergibt Plus". Wenn man im 360 Dashbord die Bildschirmeinstellung auf 16:9 umstelt, wird Lego Star Wars 2 in Vollbild dargestellt, wenn auch minimal in die Höhe gestreckt. Das sieht jedenfalls weit besser aus als die in die Breite gestreckte Variante. Hier sollte Traveller's Tales unbedingt ein Update nachlegen.

Lego Star Wars 2: Die klassische Trilogie Lego Star Wars 2: Die klassische Trilogie Ebenfalls schade ist, dass man sich keine großen Gedanken um einen Multiplayer-Part bzw. das Einflechten des Spiels in Xbox Live gemacht hat. Das Lego Star Wars Universum würde sich jedenfalls prima für spannende Online-Kämpfe eignen, doch da nicht einmal der Co-Op Modus über Xbox Live spielbar ist, kann man diesen Gedanken getrost verwerfen. Hier leidet die Xbox 360 Fassung eben unter der Tatsache, dass Lego Star Wars 2 ein Multi-Plattform Titel ist, und somit nicht wirklich an die Vorzüge der Xbox 360 angepasst wurde. Daher ist der einzige Nutzen von Xbox Live bei diesem Spiel, dass man sich ein Paket Charaktere für 400 Microsoft Points herunterladen kann, und dass die Gamerscore nach jedem Erfolg aktualisiert wird. Mit einem gut funktionierenden Online Support hätte Lego Star Wars sicherlich noch einige Sympathiepunkte mehr kassieren können.

Meinung

Wertung zu Lego Star Wars 2: Die klassische Trilogie (X360)

Wertung:

8.4 /10
Pro & Contra
einfaches, aber ausgefeiltes Gameplay mit der Möglichkeit sich abzureagierenschön modellierte Legofiguren mit glaubwürdigem Plastik-Lookeinfacher Zugangdaher für jede Altersklasse geeignetjede Menge Charaktere und Vehikelviele freispielbare Boni und Spielmodiwitzige Präsentationviele Seitenhiebe auf die Star Wars ReiheAnfänger und Profis werden gleich gut bedientgünstiger Preis
Unflexible Kamera, die aber nur selten wirklich Probleme machtkein Online-Modusnur mäßig an die Fähigkeiten der Xbox 360 angepasstDie Steuerung von Fahrzeugen und Raumschiffen ist etwas gewöhnungsbedürftigfehlerhafte Darstellung über VGA am PC-Monitor bei 1024 x 768 Pixelnnichts für Knuddelphobiker
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