LEGO Marvel Super Heroes im Test: Ein kunterbunter Heldenspaß
Was habe ich LEGO früher geliebt! Ach was, immer noch. Als Kind hatte ich zwei riesige Kisten voll davon... Ninja-Festung, Burgen, Häuser und viele, viele Einzelteile. Ich liebe die LEGO-Videospiele, denn gerade die ganzen Umsetzungen der großen Marken wie Harry Potter, Star Wars und Herr der Ringe haben stets großen Spaß gemacht. Seit Marvel: Ultimate Alliance gab es auch kein wirklich vernünftiges Videospiel mehr, welches sich der zahlreichen Helden annahm. Umso besser also, dass nun, nicht zuletzt dank den erfolgreichen Filmen Iron Man, The Avengers und Captain America, eine Lego-Versoftung der Marvel-Helden veröffentlicht wird. Hier kommt LEGO Marvel Super Heroes und hat alles an Bord das Rang und Namen hat!Allein oder zu zweit gegen Dr. Doom!
Quelle: Warner Bros.
LEGO Marvel Super Heroes im Test (4)
Die Story von Lego Marvel ist relativ simpel. Dr. Doom schart eine Reihe von Superschurken wie Magneto, Loki und den grünen Kobold um sich um das Doom Ray of Doom zu bauen. Dafür benötigen die finsteren Gesellen kosmische Steine. S.H.I.E.L.D versucht das mit Hilfe der Avengers, X-Men und Co. unter der führenden Hand von Nick Fury zu verhindern. Doch so viel sei verraten: Nicht alles ist auf den ersten Blick so wie es scheint! Der Spielablauf folgt dabei dem typischen Lego-Stil: Feindliche Charaktere auseinander hauen, endlos Münzen einsammeln und mit etwas Geschick die Hindernisse überwinden um schließlich am Ende eines Levels den Bösewicht in einem Bossfight zu besiegen. Ein einfaches Rezept das funktioniert. Es lohnt sich die zahlreichen Legomünzen zu sammeln, denn in Deadpools Zimmer können diese wieder investiert werden. Dort gibt es nützliche und lustige Upgrades zu kaufen. Mehr Herzen, für ein längeres Lego-Leben oder ulkige Verkleidungen für die Charaktere. Meistens bin ich mit einem Team von drei bis fünf Helden unterwegs, welche für die verschiedenen Rätsel stets die passenden Fähigkeiten dabei haben, zumindest wenn es um einen handlungsrelevanten Fortschritt geht. Um beispielsweise goldene Wände oder Objekte zu zerstören wird ein Charakter wie Iron Man oder Die Fackel benötigt, während Charaktere wie Jean Grey und Die Unsichtbare dank Telekinese Gegenstände bewegen können. Viele der interaktiven Objekte verlangen nach bestimmten Leuten. Um ein Hindernis zu überwinden, schlage ich meistens alle Gegenstände kurz und klein. Dabei bleiben Bausteine zurück, welche ich zu einem Hebel oder einer Kontrolltafel zusammen bauen kann. Da es also nicht möglich ist mit nur einem Charakter die Story durchzuspielen, muss ich mehrmals im Spielverlauf zwischen den Figuren hin und her wechseln. Ein Wechsel zwischen den Helden bietet sich auch bei den Kämpfen mit Doombots und anderen feindlichen Fußsoldaten an, denn zwischenzeitlich kann es schon mal vorkommen, dass die Übersicht verloren geht wenn zu viele Lego-Männchen den Bildschirm belagern. Das Kampfsystem ist, mit zwei Tasten für den Standard- und Spezialangriff, sehr simpel gehalten und über einen weiteren Button kann ich die Figuren auch in die Luft springen oder schweben lassen - vorausgesetzt der Charakter kann fliegen, wie zum Beispiel Thor, der Gott des Donners.
Abseits der Geschichte gibt es in Lego Marvel viel zu entdecken. Bereits absolvierte Level können über die Basis von S.H.I.E.L.D wieder besucht werden. Da es einige Verstecke gibt, für die ich andere Figuren benötige als die im ersten Durchgang vorgegebenen, lohnt es, alten Arealen nochmals einen Besuch abzustatten, da nicht immer alles mit nur einem Besuch erspielt werden kann. Und nur so gibt es am Ende auch alle Sammelgegenstände. Für Achievement-Jäger ist genug zu tun. Besonders schön: Das Abenteuer kann auch zu zweit im lokalen Koop-Modus durchgespielt werden. Einfach einen zweiten Controller anschließen und los geht's! Leider gibt es immer noch keine Onlinevariante des Koop-Modus. Der Trend geht mehr und mehr zu Online-Gaming und der Titel bietet sich richtig dafür an. Schade!
Lego-Steine belagern den Bildschirm
Quelle: Warner Bros.
LEGO Marvel Super Heroes im Test (5)
Optisch macht Lego Marvel Super Heroes eine ordentliche Figur. Zwar ist der grafischen Qualität durch die Lego-Optik bedingt eine Grenze gesetzt, aber diese wissen die Entwickler geschickt einzusetzen. Die Lego-Charaktere sehen sehr putzig aus und sind ihren Vorbildern gut nachempfunden. Der ganze Look wirkt einfach in sich stimmig. Das Leveldesign wartet mit vielen, abwechslungsreichen Arealen auf. Mein persönliches Highlight war die Welt von Asgard, der Heimat von Thor und Loki - egal, ob nun die fliegende Zentrale von S.H.I.E.L.D., der Stark Tower oder die Tiefen des Atlantiks. So manch anderes Spiel könnte sich in Sachen Abwechslung eine Scheibe bei den Leveldesignern abschneiden. Allerdings hatte ich noch viel mehr Lego erwartet. Es gibt zahlreiche Lego-Gegenstände wie Fahrzeuge, Charaktere, Laternen und Schalter, aber gerade die Baustein-Version von New York hätte mehr davon vertragen können, um so einen noch stimmigeren Look verpasst zu bekommen. Das Spiel ist immer mit situationsbedingter Hintergrundmusik belegt und die Synchronisation, egal ob deutsche oder englische Sprachausgabe, sorgt für den ein oder anderen Lacher, auch wenn man über die Qualität dieser gerne mal streiten kann. Das liegt nicht zuletzt an den ulkigen Übersetzungen. So musste ich schon öfter mal grinsen, wenn vom Spinnenmann oder Dr. Angst die Rede war.