35 Jahre Lemmings: Wie das Puzzlespiel der GTA-Macher neue Maßstäbe setzte
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Ein paar grünhaarige Pixelmännchen, ein lautes "Oh, no!" - und ein Spieleklassiker war geboren. Noch vor Grand Theft Auto landete DMA Design mit Lemmings einen der größten Erfolge der Firmengeschichte.
Was haben das knuffige Puzzlespiel Lemmings und die brutal-sarkastische Gangster-Saga Grand Theft Auto gemeinsam? Beide Reihen stammen aus der Feder von DMA Design, das im schottischen Dundee gegründet wurde. Anfang der 1980er-Jahre verfügte die Stadt an der Ostküste Schottlands über eine überraschend lebhafte Programmier- und Gaming-Szene. Ein wichtiger Grund dafür war die nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelte Fabrik des Technikunternehmens Timex.
Trotz wiederkehrender finanzieller Probleme erlebte das Unternehmen zu dieser Zeit einen Aufschwung: Timex hatte einen Fertigungsvertrag mit Sinclair Research abgeschlossen und montierte in Dundee unter anderem die Heimcomputer ZX81 und ZX Spectrum. Davon profitierte auch die lokale Bevölkerung - vor allem bei jüngeren Menschen wuchs das Interesse an Computern und neuer Technik spürbar. Lange hielt dieser Boom allerdings nicht an. Nachdem Sinclair 1986 von Amstrad übernommen worden war, begann der schrittweise Niedergang des Geschäfts und der Fabrik in Dundee.
Dieser Einfluss reichte dennoch aus, um in Dundee eine nachhaltige Begeisterung für Computer- und Videospieltechnik zu entfachen. DMA Design wurde 1988 von David Jones gegründet. Das erste Büro lag über einem Fish-and-Chips-Restaurant und bestand aus gerade einmal zwei Räumen: einem für die Entwickler und einem für den Büroalltag. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jones bereits erste Spuren in der Branche hinterlassen und für den Side-Scroller Menace einen Publishing-Deal mit Psygnosis abgeschlossen. Als nächstes Projekt folgte der Side-Scrolling-Shooter Blood Money. Das Spiel überzeugte seinerzeit mit hohen Wertungen und zählte technisch zu den beeindruckendsten Action-Titeln seiner Epoche.
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Mike Dailly, damals als Programmierer bei DMA Design tätig, erklärte in einem Post-Mortem-Vortrag auf der Game Developers Conference 2019, warum Lemmings (jetzt kaufen 39,95 € ) ohne Blood Money womöglich nie entstanden wäre: "Die Entwicklung von Lemmings begann mit einem Streit. David arbeitete an Blood Money und erhielt Artworks von einem Grafik-Artist namens Tony Smith. Absolut wunderschön, mit herausragenden Animationen für diese Zeit. Aber er schickte uns auch das Artwork eines Walkers - nicht unähnlich den AT-ST aus Star Wars. Und David verliebte sich ein wenig und dachte, dass man daraus vielleicht ein Spiel machen könnte."
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Dürfen es ein paar Pixel weniger sein?
Die ursprüngliche Idee für das Walker-Spiel war schnell skizziert: Wie würde ein Actionspiel aussehen, in dem man durch Straßen marschiert und dabei kleine Pixel-Figuren über den Haufen schießt? Die ersten Sprites - also die 2D-Animationen der Figuren - bewegten sich in einem Rahmen von 16 x 16 Pixeln. Mike Dailly merkte jedoch an, dass sie im Verhältnis zum Walker deutlich kleiner sein müssten, damit die Kampfmaschine wirklich imposant wirkt. Seine These: Selbst Figuren mit nur 8 x 8 Pixeln könnten noch überzeugend funktionieren.
