Lost Planet: Extreme Condition im Gamezone-Test

Test Gonzo09

Lost Planet sieht auch auf dem PC hervorragend aus, doch auch hier ist das Spielvergnügen nicht besonders lang ausgefallen.

Dumm (Schneepiraten) und Dümmer (Akriden)

Dies liegt aber nicht nur an der guten Infrastruktur von Waffen und Energie, sondern auch an der nicht vorhandenen Gegnerintelligenz. Dies ist keine Übertreibung, denn sowohl Aliens, wie auch Schneepiraten überzeugen allein durch Masse, Klasse sucht man vergeblich. Bei den Ungetümen mag es noch angehen, dass sie sich in rauen Mengen hirnlos auf den Spieler stürzen, von den Schneepiraten hätte ich mehr erwartet, als dass sie...nun ja... eigentlich immer nur stehenbleiben.

Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Zwei Piraten auf einer erhöhten Plattform haben mich entdeckt. Zwei weitere stehen direkt vor mir. Ich stecke in Schwierigkeiten. Sollte man wenigstens meinen. Hier bewegt man sich gemütlich zu Seite, legt beim Strafing in aller Ruhe an und hält drauf. Wenn der eine Pirat einen guten Tag hat wird er sich ein wenig zur Seite rollen. Vielleicht, wenn er ein richtig harter Hund ist, hinter eine Kiste. Meistens aber nicht, nach zwei Sekunden liegen vier tote Piraten im Schnee und weiter geht es. Die Aliens sind nicht besser, mit einfach zu erkennenden und umgehbaren Mustern rücken sie dem Spieler zu Leibe und lediglich die Tastsache, dass ein eingesteckter Treffer Wayne zu Boden gehen lässt, bringt einen gelegentlich ins Schwitzen. Gelegentlich aber auch in ein eher zornige Stimmung, denn wenn eine große Gruppe Feinde den Spieler in der Zange hat, kann sie es schaffen, ihn immer wieder niederzureißen und man muss eine ganze Weile mitanschauen, dass man nicht das Geringste machen kann. Besonders auffällig ist dies bei den riesigen Endgegnern, die sich gerne sehr schnell im Gegensatz zum etwas trägen Wayne bewegen und häufiger solche Serien landen.

Zu langsam für Multiplayerfun

Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Überhaupt ist das Spieltempo zumeist ungewohnt langsam, was angesichts der Tatsache, dass man ja permanent durch Schnee stapft für die Atmosphäre des Soloteils auch in Ordnung ist. Der Multiplayer wirkt dadurch aber eher wie eine Zeitlupenveranstaltung, da alle anderen auch eher behäbig durch die weiße Wüste wandern. Am ehesten kann noch der CoOp-Mode glänzen, denn gemeinsam riesige Aliens zu erlegnen ist kurzfristig ganz witzig. Uninnovativ und aufgrund des geringen Spieltempos auch größtenteils schlicht langweilig sind die restlichen VS-Modi. Alle stapfen irgendwo durch die Gegend, es gibt keine taktische Finesse, denn schließlich ist ja steuerungs- und bewegungstechnisch alles auf Massenvernichtung in dem Solomodus ausgelegt und richtige Freude und Spannung kam bei den Mehrspielerduellen einfach nicht auf. Das die Langezeitmotivation von Lost Planet damit wirklich in den Keller geht ist schwer zu verdauen, denn die Solokampagne ist kurz, der Multiplayer relativ uninteressant und mehr gibt es halt nicht...Außer natürlich der Optik.

Walking through a Winterwonderland

Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Der Moment auf den alle gewartet haben: Sieht das erste DirectX10-Spiel so aus, wie wir es erwarteten, als wir viel Geld für neue Grafikkarten ausgegeben haben? Ja, tut es. Lost Planet ist genau der optische Showcase-Titel, den NVidia gerne mit einer 8800er Karte gebündelt sieht. Diese oder ATI's 2900-Flagschiff sollte es aber auch sein, denn wenn man all die schönen Effekte sehen möchte, die die Nummer 10 so mit sich bringt, muss es ab 1280*1024 schon etwas mit einem gewissen Punch sein. Wer eine kleinere Karte hat, kann all die HDR (High Dynamic Range Lightning) -Spielereien, das 16-fache AA oder auch sonst alles abschalten und Lost Planet wird immer noch nicht völlig das Auge beleidigen, aber das Schneetreiben, die auf dem Eis gleißende Sonne oder die gewaltigen Akriden werden nur einen Bruchteil von dem zeigen, wozu sie wirklich im Stande sind. Es gibt derzeit kein effektgeladeneres Spiel für den PC und wer mal so richtig mit seiner neuen Hardware angeben möchte, kommt um Lost Planet derzeit nicht herum. Die DirectX9-Version befindet sich ebenfalls auf der DVD und sieht im Vergleich auf den ersten Blick erkennbar weniger beeindruckend aus, ist aber immer noch sehr schön, auch wenn man gut erkennt, wie ausgiebig HDR-Lightning genutzt wurde und das es wirklich ein Menge bringt. In die Kategorie "bei 3 Promille klang es nach einer guten Idee" fällt auf jeden Fall die automatische, das Spiel pausierende Warnung, dass die gewählten Einstellungen die vorhandene Hardware überfordern, sprich die Framerate gerade in den Keller ging. Hey, ich habe diese Einstellungen gewählt und ich entscheide, ob es mir zu sehr ruckelt oder nicht! Quit bugging me! Zum Glück kann diese Schnapsidee ausgeschaltet werden...

Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet: Extreme Condition Beim Sound ist alles schön, nur ist er teilweise zu dünn. Wenn ein mehrere Meter hohes Stahlungetüm aus allen Rohren feuert, sollte das Geräusch entsprechend sein. Leider musste ich bei meiner Anlage die Bässe sehr weit hoch drehen, so dass der Rest des Sounds schon übersteuerte, bevor die Waffen endlich zufriedenstellende Geräusche von sich gaben. Von diesen kleinen Mängeln in der Aussteuerung allerdings abgesehen wurde auch an der Audiotechnikfront ganze Arbeit geleistet. Der semi-klassische Soundtrack passt sich gut den Situationen an, ob es nun ein hektisches Feuergefecht gibt oder ein Marsch durch eine fast verlassene Schneelandschaft ansteht. Die Steuerung, oder vielmehr die Anzeige dieser, ist dagegen der klare Fall eines Videospielports, wie er nicht sein sollte. Alle Hinweise und Erklärungen während des Spiels zeigen das Xbox-Pad und dessen Tastenbelegung, völlig unabhängig davon, ob überhaupt ein solches Pad angeschlossen ist. Die Tastenbelegung, mit der sicher der größte Teil der PC-Egoshooterfans steuern wird, bleibt außen vor. Die gute Nachricht ist allerdings, dass Capcom der Tastatur keine Fesseln anlegte und alles frei belegbar ist. WASD oder Cursortasten, allein eure Wahl und sobald diese getroffen ist, steuert sich Lost Planet mit allen Varianten sehr anständig und ohne Probleme.

Meinung

Wertung zu Lost Planet: Extreme Condition (PC)

Wertung:

7.2 /10
Pro & Contra
Wahnsinnig schöne Schneelandschaftengrafische Perfektion mit modernsten Effektenatmosphärisch wurde das Eissetting gut eingefangenbeeindruckend große Aliengegnerinnovative Lebensenergie durch aufladbares Energiereservoirgute Storyansätzeunterhaltsame Intermezzos an Bord der Mechsspannende wenn auch wenig innovative Endgegner
Steam ist ein Zumutunghohe Hardwareanforderungen für die modernen Effektemit zwölf Missionen sehr kurzer Solo-ModusSpielgeschwindigkeit ist für den Multiplayermodus zu niedrigschlechte Ausführung der vielversprechenden Storyansätzedie Computergegner besitzen bestenfalls das absolut notwendige Minimum an Intelligenzpraktisch keine taktischen Feinheiten im Gameplayfür Profis kaum eine Herausforderung
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