Luigi's Mansion 2 im Test: Wie konnten wir es nur 11 Jahre ohne Luigi aushalten?

Test Michael Stadler

11 Jahre ist es nun her, dass Marios Bruder Luigi von der Rolle des Füllcharakters in diversen Auftritten des Nintendo-Hauptmaskottchens in die Rolle Hauptprotagonisten eines eigenen Abenteuers schlüpfen durfte. Mit Luigi's Mansion landete der Klempner in Grün anno 2002 einen waschechten Überraschungshit. Mit Luigi's Mansion 2 für Nintendos 3DS geht's nun wieder auf die Jagd nach Geistern. Kann das Spielkonzept eine so lange Zeitspanne überhaupt ohne unschöne Nebeneffekte überstehen? Here we go!

Die Geister drehen durch

Hauptschauplatz für Luigis neuestes Abenteuer ist das Nachtschattental. Hier leben Geister friedlich mit den Bewohnern zusammen und alles ist Friede, Freude, Mondesschein. Urplötzlich jedoch nähert sich ein extrem großes Buu-Huu dem Schattenmond, dem Ursprung des domestizierten Verhaltens der freundlichen Geister und zerfetzt das magische Konstrukt am Firmament in viele kleine Einzelteile. Die übernatürlichen Kreaturen, die unserem alten Forscherfreund Professor Immanuel Gidd gerade noch eine große Hilfe im Laboralltag waren, spielen nun verrückt und lassen ihre dunkle Seite zum Vorschein kommen. Praktisch jedoch, dass sich I. Gidd an Luigis vorzügliche Arbeit des ersten Teils erinnert. Nach einer kurzen Lagebesprechung beginnen wir nun also unsere Jagd nach den Stücken des Schattenmondes um dem Nachtschattental den fragwürdigen Frieden zurückzubringen.

Aus 08/16 mach 09/15

Luigi's Mansion 2 (2) Quelle: PC Games Luigi's Mansion 2 (2) Was uns jedoch noch zu unserem Glück fehlt, ist eine ordentliche Ausrüstung für die bevorstehende Geisterjagd. Da der alte Geistersauger "Schreckweg 08/16" nicht mehr ganz so zeitgemäß ist, bekommen wir von Gidd den neuen "Schreckweg 09/15" auf den Rücken geschnallt. Beim Spielprinzip hat sich jedoch bis heute wenig geändert. Mit unserem Rucksack-Staubsauger, welcher im Laufe der Zeit um ein paar Gadgets erweitert wird und jagen allerhand Geister in 5 verschiedenen Domizilen. Neben der obligatorischen Geistervilla erwartet uns beispielsweise eine verschneite Hütte. Jeder Ort ist in mehrere Abschnitte unterteilt, welche uns nach und nach den Ort des Geschehens näher bringen. Am Ende eines jeden Abschnitts steht uns stilecht ein Bosskampf ins Haus, welcher uns in gewohnter Manier das Ausspähen eines bestimmten Angriffsmusters abverlangt um das Level erfolgreich zu beenden. Geister, die in den restlichen Räumen der Häuser Schabernack treiben, werden zumeist erst von uns geblendet, damit sichtbar gemacht und im Anschluss per Schreckweg von uns aufgesogen. Während der Geist vor der Tortur zu flüchten versucht ist es an uns ordentlich dagegen zu halten. Eine kleine Sekundenanzeige über dem Geist selbst verrät uns dabei wie viel Zeit es in Anspruch nimmt, um den Willen des Geistes zu brechen, falls wir ihn nicht schon vor Ablauf in den Beutel ziehen.

Abseits der gut verteilten Begegnungen mit dem Übernatürlichen dient uns der Schreckweck auch als durchaus nützliches Gadget. Des Rätsels Lösung ist meist eine geschickte Kombination der Fähigkeiten der kleinen Wundermaschinen um beispielsweise Teppiche aufzurollen, Vorhänge aus den Verankerungen zu ziehen, oder wegblockierende Spinnweben zu entfernen. Neben der vorrangigen Suche nach Splittern des Schattenmondes gibt es in den Schauerstätten auch allerhand anderen Kram aufzusammeln. So sammeln wir Münzen und Edelsteine für weitere Upgrades des Equipments oder Schlüssel für neue Areale. Praktisch: Auf dem Touchscreen ist jederzeit eine Karte eingeblendet, auf der wie die Hotspots der aktuellen Mission per Ausrufezeichen angezeigt bekommen. Ist ein Kapitel erledigt werden wir je nach gebrauchter Zeit und aufgesammelten Gegenständen benotet.

Schaurig schön

Luigi's Mansion 2 (5) Quelle: PC Games Luigi's Mansion 2 (5) In Sachen Präsentation zeigt Luigi auch auf dem Handheld, dass wir eindeutig zu lange auf sein nächstes Abenteuer haben warten müssen. Jede der fünf Örtlichkeiten ist bis in die hinterste Ecke mit Details vollgestopft und wirkt wie aus einem Guss. Lässt man die jederzeit exakt funktionierende Steuerung, die sinnvollen sowie gut funktionierenden Gebrauch von den Bewegungssensoren im 3DS macht, außen vor sieht Luigi's Mansion 2 wirklich äußerst nett aus. Es wirkt zwar beinahe paradox ein auf dem Papier eher gruselig anmutendes Geister-Setting in den knuffigen und normalerweise auch recht bunt geratenen Grafikstil der Mario-Spiele zu packen, funktioniert jedoch dank stimmiger Farbgebung und ständigem Wechselspiel aus Erdtönen und grellen Farbeffekten erstaunlich gut. Die Vertonung steht Spielen des roten Bruders ebenfalls in nichts nach. Ohrwürmer am laufenden Band, schaurig schöne Wabermusik und fetzige Kampfbegleitung ergeben eine mitreißende Symbiose. Nett: Lassen wir Luigi in ruhigen Momenten ohne Tastenbefehl, summt er das Hauptthema des Spiels mit.

Meinung

Wertung zu Luigi's Mansion: Dark Moon (3DS)

Wertung:

8.9 /10
Pro & Contra
Detailgrad jeder Level auf sehr hohem NiveauKnuffig-schaurige Optik und AtmosphäreGameplay ohne große TiefpunkteGut funktionierende SteuerungCooler SoundGelungene Integration der SammelaspekteEndlich mal wieder Luigi!Schreckweg 09/15 mit neuen Funktionen
Teils etwas hackelige KameraSchwankender SchwierigkeitsgradPartiell zu viel Backtracking

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