In fast atemberaubender Geschwindigkeit bringen die italienischen Entwickler von Milestone inzwischen ihre Rennspiele auf den Markt.
Nach dem mittelprächtigen Sebastien Loeb Rally stiegen die italienischen Entwickler von Milestone wieder auf zwei Räder um und wagten sich damit ins raue Gelände. Mit MXGP 2 bieten sie augenblicklich das einzige Motocross-Spiel mit offizieller Lizenz. Und der Inhalt kann sich wirklich sehen lassen, zumindest was den Umfang betrifft. Ob es die Anzahl der verschiedenen Strecken ist, indoor wie outdoor, die vielen lizenzierten Bikes und Fahrer und nicht zuletzt die unterschiedlichen Spielvarianten, hier hat Milestone wieder einmal richtig geklotzt und nicht gekleckert.
Quelle: Milestone
MXGP2 (4)
Man hat die Wahl zwischen dem offiziellen Rennkalender der vergangenen Saison, wo man als bekannter Fahrer mit seinem ebenso bekannten Bike antritt, oder entscheidet sich für die Karriere, in der wir mit eigenem Bike und in eigener Person antreten. Das bei den Rennen gewonnene Geld investieren wir in optische und technische Tuningteile und rüsten unser alter Ego damit aus. Je nach Anspruch können wir auch wählen, ob wir jeweils nur das Rennen fahren wollen oder das komplette Spektakel, mit Training, Qualifikation und zwei Durchgängen bei den Rennen.
Beim Studium der enthaltenen Lehrvideos wird schnell klar, Milestone legt diesmal besonders viel Anspruch auf authentisches Gameplay. Ein Tricksystem gibt es nicht, lediglich der offiziell auch erlaubte Scrub ist möglich. Dieses zur Seite lehnen des Bikes dient dazu die Flugbahn zu beeinflussen, so dass wir an einer möglichst günstigen Stelle wieder den Boden berühren, um gleich voll beschleunigen zu können.
Quelle: Milestone
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Bei der Steuerung setzt Milestone auf das getrennte Prinzip. Während wir mit dem Linken Stick das Bike lenken, verlagern wir mit dem rechten Stick das Gewicht das Fahrers. Das erfordert etwas Einarbeitungszeit, besonders auch weil die Steuerung recht empfindlich reagiert, erlaubt einem aber im Gegenzug schnelle Reaktionen. Insofern man nicht den leichtesten Schwierigkeitsgrad wählte, sind auch die fordere und hintere Bremse getrennt zu bedienen. Will man mit der KI mithalten, empfiehlt sich dies auch unbedingt, denn die Gegner-KI kennt keine Gnade.
Womit wir auch schon bei einem der größten Kritikpunkte an dem Titel wären, die gegnerischen Fahrer. Diese verhalten sich nicht nur brutal und rücksichtslos, in Verbindung mit der Kollisionskontrolle aus der Hölle können sie einem auch jedweden Spaß am Wettstreit rauben. Schon der Start ist eine Katastrophe und wenn man es nicht schon in der ersten Kurve schafft sich kollisionsfrei vorne abzusetzen, ist es reines Glück, ob einem die KI passieren lässt. Dabei fällt überdeutlich auf, dass fast jede Berührung mit anderen Fahrern sofort zum Sturz unseres Fahrers führt, während die KI fröhlich weiter fährt. Viel ärgerlicher ist es dann, wenn einem diese einfach abschießt, abdrängt oder sogar während eines Sprungs von der Strecke wirft.Womit wir beim nächsten Kritikpunkt wären. Irgendwie konnte sich Milestone nicht entschließen wie sie mit Spielern umgehen soll, welche die Piste verlassen. An manchen Stellen nämlich wird man augenblicklich zurückgesetzt und verliert wertvolle Plätze, an anderen Stellen kann man deutlich abkürzen ohne bestraft zu werden. Dies ist deswegen so ärgerlich, weil man nicht selten wirklich nur Zentimeter neben die Piste gerät und auch sofort wieder zurückkommen könnte, doch das Spiel ist schneller und fängt einen ab. Hier wäre der goldene Mittelweg ein deutliches Plus für den Spielspaß gewesen.
Quelle: Milestone
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Der wird ebenfalls von den immer wieder auftretenden Framerate-Einbrüchen getrübt. Diese treten auch nicht kurz auf, sondern können sich über mehrere Sekunden hinwegziehen in denen wir mit gefühlt 10 Frames spielen, auf PS4 genauso wie auf Xbox One. Es ist auch nicht festzustellen wodurch diese ausgelöst werden. Grafisch besonders aufwändige Szenen sind es nicht und auch mit dem gesamten Starterfeld vor sich läuft der Titel meist rund. Doch so als würde die Engine mittendrin Wichtigeres zu tun haben, wird sie von den Framerate-Einbrüchen überfallen.
Leider schafft es auch der Online-Modus nicht MXGP 2 aus dem Tal des Mittelmaßes zu befreien. Besonders wenn man ganze Meisterschaften mit anderen Spielern absolvieren will, nervt jeder einzelne Verbindungsabbruch zu den Servern. Ebenso existieren die Framerate-Einbrüche auch im Online-Modus, gepaart mit heftigen Sprüngen der Fahrer, inklusive einem selbst.
