Machinarium im Gamezone-Test

Test Jonas Küßner

Mit Liebe zur Depression - PnClern bietet sich vielleicht kein gewöhnlicher Genre-Vertreter, aber trotzdem ein extrem guter!

Totgesagte leben länger, heißt es. Das scheint auch auf das Genre der Point & Click-Adventures zuzutreffen, das sich zunehmend hinaus aus der schleichend einsetzenden Bedeutungslosigkeit, hinauf auf die Festplatten der Spieler gehievt hat. Neben 3D-Ablegern wie 'Ankh', 'Jack Keane' und Co. hat vor allem der Hamburger Publisher Deadalic Entertainment in der jüngeren Vergangenheit Achtungserfolge mit Titeln wie 'Edna bricht aus' und 'The Whispered World' erzielt und möchte diese Erfolgserie sicherlich gerne mit dem aktuellsten Vertreter 'Machinarium' fortführen. Ob das gelungen ist, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

I, Robot

Machinarium Quelle: Amanita Design Machinarium Es ist mal wieder einer dieser Tage, an denen man auseinander genommen auf einem verwahrlosten Schrottplatz aufwacht. "Prima" wird sich Josef denken, der seine metallenen Komponenten mithilfe des Spielers erst einmal in Ruhe zusammensetzt und zurück in die namensgebende Stadt Machinarium wandert. Wie, weshalb, warum - die Fragen stehen hinten an, denn sowohl Intro als auch irgendeine andere Form von Einleitung sucht man vergebens, sodass man sich fortan an den ersten Rätseln versuchen muss, um immer tiefer in die Geschichte des Spieles einzutauchen.

Machinarium Quelle: Amanita Design Machinarium Josef selbst ist mit seinen großen Knopfaugen und dünnen Ärmchen nicht gerade der Inbegriff eines formvollendeten Roboters, aber Schönheit kommt ja bekanntlich von innen. So führt die liebenswürdige Blechbüchse seinen Weg trotz der widrigen Umstände fort und findet heraus, dass eine fiese Roboter-Bruderschaft die Stadt per groß angelegter Detonation in die Luft jagen will, was es natürlich tunlichst zu verhindern gilt. Als hätte er nicht schon genug um die Ohren, ist es zudem ihm, seine große Liebe wieder zu finden und zu befreien.

Machinarium Quelle: Amanita Design Machinarium Wer auf der Suche nach einem Adventure inklusive vieler und lustiger Dialoge ist, wird enttäuscht sein: In 'Machinarium' wird nicht ein einziges Wort gesprochen! Erzählt wird das Ganze in Form von Sprechblasen, die über den Köpfen der Charaktere auftauchen und in animierter wie leicht verständlicher Form die Geschichte fortführen. Das ist gerade für Spiele dieses Genres, generell mit einem Hang zur Textlastigkeit ausgestattet, ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber keinesfalls schlecht. Auch findet man hier nicht allzu viel Humor vor, das Setting wirkt allgemein eher depressiv denn fröhlich, obwohl Josef mit seiner Art eine gehörige Portion Charme versprühen kann.

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