2K Games wählte mit der Gamescom einen guten Zeitraum, um Mafia 3 anzukündigen: Der Open-World-Titel war in Köln so gut wie konkurrenzlos! Wir haben uns das Open-World-Spiel angesehen und für euch alle Informationen zum Charakter, dem Zeitalter und dem Spielort zusammengetragen!
Eines der exklusivsten und meistnachgefragten Themen der Gamescom war nicht Call of Duty, Tomb Raider oder Uncharted. Sondern Mafia 3. Der Open-World Action-Titel von 2K Games wurde schon vor der Gamescom angekündigt, jedoch erst in Köln enthüllt. Weltpremiere in Deutschland, statt auf der E3... Okay, Aufmerksamkeit war den Machern schon mal sicher!
Hinter verschlossenen Türen konnten wir einen ersten Blick auf eine live vorgespielte Version werfen. Der Ansatz der Serie: Eine fesselnde Geschichte rund ums kriminelle Gangster-Leben. Während die vorherigen Teile kurz nach dem zweiten Weltkrieg spielten, wechselt der dritte Teil in eine spätere Ära. Wir übernehmen die Kontrolle über Lincoln Clay, einen schwarzen Waisen, der sich in New Orleans vom Kleinganoven zum Mafia-Boss emporklettert.
Clay wächst zunächst ohne Familie auf. Feste Beziehungen sind im fremd. Erst im Vietnamkrieg lernt er echte Freunde kennen, die ihn wie ihren Bruder aufnehmen. Als er aus dem Krieg zurückkehrt, wird er fest in seine neue Familie integriert. Die stellt sich zwar als echter Mafia-Clan, der Black Mob, heraus, aber wer sich zum ersten Mal im Leben "daheim" fühlt, dem ist das egal.
Motiv: Rache
Quelle: 2K Games
Lincoln Clay, neuer Anti-Held von Mafia 3 - will sich an den Mördern seiner "Familie" rächen.
Doch das Leben in New Orleans geht nicht lange gut. Ein verfeindeter, italienischer Clan tötet Lincolns neue Wahlfamilie. Der "Vater", die "Brüder", die neue "Mutter"... Alle weg vom Fenster. Das scheint der Beginn von Mafia 3 zu sein. Lincoln greift nun selbst nach der Macht, um zum großen Mafia-Boss aufzusteigen und sich nach und nach an den Schuldigen des Attentats zu rächen.
Doch Lincoln ist nicht allein. Kein geringerer als Vito Scaletta, Protagonist aus Mafia 2, steht Lincoln zur Seite im Kampf gegen den Italian Mob. Außerdem helfen zwei weitere Gangster, Cassandra und der schnauztragende Burke, unserem Protagonisten. Sie lassen sich beispielsweise als Lieutenants aufstellen, die von Gegnern übernommene Stadtteile koordinieren. Die drei haben außerdem unterschiedliche Spezialfähigkeiten. Bei Burk, dem Iren, können wir zum Beispiel jederzeit anrufen, um unseren Fahndungslevel bei der Polizei zu senken.
Neue Ära, neue Probleme
Quelle: 2K Games
"Zur Seite, Nigger!" - Mafia 3 thematisiert den Rassismus der 60er und 70er Jahre.
Aber Vorsicht: Jederzeit anrufen heißt, dass wir aus unseren Autos aussteigen müssen. 1968 beginnt die Handlung von Mafia 3. Autotelefone gab es damals noch nicht. Wollen wir einen unserer drei Helfer anrufen, müssen wir eine Telefonzelle finden.
Und auch andere Probleme der Zeit machen Lincoln zu schaffen. Als Schwarzer sieht er sich immer wieder rassistischen Anfeindungen gegenüber. In unserer Demo erschrickt beispielsweise eine vornehme, alte Dame, weil wir es wagen, denselben Gehsteig wie sie zu benutzen. Das könnte später vielleicht ein Problem werden, denn viele weiße Bürger sind noch stark rassistisch veranlagt. SIe könnten ganz schnell die Polizei rufen. Und dass die nicht gut auf Farbige zu sprechen sind, sehen wir wenige Momente später in der Demo. Ein Liebespaar wird willkürlich von der Polizei angehalten und kontrolliert. Es kommt zum Streit und rassistisch motivierte Kontrolle eskaliert. Die Polizisten verprügeln die zwei... Eigentlich könnten wir jetzt eingreifen und helfen. Doch wir wollen gerade ein Gangsterversteck hochgehen lassen. Da ist viel Polizeiaktivität im Viertel nicht gerade förderlich. Also sehen wir darüber hinweg, dass die Cops eben noch gesagt haben, wir "Nigger" sollen uns gefälligst verpissen.
Filmreife Action, weniger Wirtschaft
Quelle: 2K Games
Wir können uns durchballern oder lieber taktisch einschleichen.
In den folgenden Minuten ballern wir uns durch eines der vielen Verstecke des italienischen Mobs. Das ist keine Mission, sondern ein Open-World-Element. Wir müssen uns durch den mehrschichtigen Bau unter der Erde wühlen und den Boss vor Ort ausschalten. Dann gehört das Viertel drumherum uns.
Wie wir in das Gebäude eindringen, bleibt uns überlassen. Der Komplex ist unter einem Nachtclub, wir können uns also tarnen und einschleichen oder einfach von vornherein ballern. Unten entdecken wir jedoch auch zwei unterirdische Tunnels. Einer ist zu Fuß erreichbar, der andere stellt sich als unterirdischer Kanal heraus. Die verlaufen unter den Füßen der New Orleanser - wir hätten uns also auch einschleichen können. Die Shoot-Outs sind serientypisch toll inszeniert und dank der weniger modernen Waffen richtig spannend. Eins fiel aber extrem auf: Der hohe Gewaltgrad.
Quelle: 2K Games
New Orleans bei Nacht ist eine Reise wert!
Lincoln Clay macht zwar im Trailer vor der Demo klar, weshalb er so gewalttätig und pervers-brutal vorgeht. Doch manchmal ist das tatsächlich übertrieben. So ballert er mit Schrotflinten blutreich Gliedmaßen weg oder führt Nahkampfattacken aus. Während andere Spiele an diesen Stellen die Tat nur von hinten andeuten, feiert Mafia 3 den Akt, indem Lincoln Gegnern das Messer erst mehrmals frontal ins Gesicht rammt und den Feind dann aufschlitzt. Hui, ziemlich deftige Kost...
Auf den Wirtschaftsaspekt des Vorgängers wollen die Entwickler zum größten Teil verzichten. Man muss zwar noch immer Stadtviertel um Stadtviertel von Gegnern befreien und übernehmen. Doch die Organisation darin übernehmen unsere drei Begleiter Cassandra, Burke und Vito. Sie können die Viertel mit ihren Spezialfähigkeiten aufblühen lassen, ohne dass sich der Spieler um Details wie Bars oder Verstecke kümmern muss.
Offene Welt
Ist man nicht gerade in einer Mission gebunden, kann man New Orleans der späten 60er und frühen 70er Jahre frei erkunden. Zum Beispiel mit einem der zeittypischen Fahrzeuge. Sobald wir einsteigen, erscheint im unteren Bereich des Bildschirms der Tacho. Das HUD-Element kennt man ja bereits. Oben blendet das Spiel nun aber zusätzlich noch einen Rückspiegel ein. So sieht man immer, was hinter einem los ist.
Mafia 3 greift spannende Themen wie Krieg und Rassismus auf und verpackt sie in ein fesselndes Krimi-Abenteuer aus einer verdrehten Gangster-Perspektive. Der hohe Gewaltgrad wirkt aber gewöhnungsbedürftig.
