Warum wir die Mafia-Spiele nie vergessen werden - Seite 2: Story- und Gameplay-Besonderheiten

Special Stefan Wilhelm
Warum wir die Mafia-Spiele nie vergessen werden - Seite 2: Story- und Gameplay-Besonderheiten
Quelle: 2K Games

Bevor mit The Old Country bald ein neues Kapitel der Mafia-Saga aufgeschlagen wird, schwelgen wir in Nostalgie und finden heraus, was die Reihe eigentlich auszeichnet.

Durch die zusätzlichen Ebenen bekommen die Mafia-Storys eine epische Tragweite und dank der authentisch geschriebenen und vertonten Dialoge kaufen wir den Figuren ab, was sie uns erzählen - egal, ob es nun der Don an der Spitze der Familie ist oder irgendein armer Schlucker in der Gosse.

Im englischen Original hören wir auch häufig Akzente und Dialekte, die den Charakteren mehr Glaubwürdigkeit verleihen und sie im jeweiligen Setting verankern. Da kommen die vielen Meetings in dunklen Hinterzimmern gleich noch besser zur Geltung.

Bei Mafia 1 und 2 steht die Geschichte klar im Zentrum des Erlebnisses. Wir können uns zwar frei durch die offenen Städte bewegen, aber es gibt so gut wie keine Nebenbeschäftigungen, die uns von der Story ablenken.

Erst Mafia 3 versucht, ein klassischeres Open-World-Abenteuer zu sein, und damit ist es bei den Fans auf wenig Gegenliebe gestoßen. Es dreht sich immer noch alles um die Geschichte, aber damit die auch weitergeht, müssen wir erst jede Menge monotone Fleißarbeit leisten.

Nach Mafia 3 war also klar: Die Reihe muss kein GTA-Konkurrent sein. Sie darf und sollte auch weiterhin ein Story-Erlebnis bleiben, denn das ist, was sie am besten kann. Mit dem vierten Teil backen die Entwickler dementsprechend wieder kleinere Brötchen.

Theoretisch hat das Spiel zwar eine erkundbare Welt, aber die dient vor allem dazu, den Weg zur nächsten Hauptmission auszuschmücken. Nur ist es diesmal eben keine Großstadt, sondern ein Landstrich im alten Sizilien, wo sich das organisierte Verbrechen tummelt.

Sizilien um 1900 in Mafia: The Old Country Quelle: 2K Games The Old Country bringt die Reihe aus der Großstadt in eine ländliche Umgebung, die wir zu Fuß, zu Pferde oder am Steuer von Autos aus dem frühen 20. Jahrhundert durchqueren.

Das Gameplay: Konventionell, aber mit dem gewissen Etwas

Nun ist die Reihe zwar dafür bekannt, dass es in ihren Städten abseits der Story nicht viel zu tun gibt, aber die Entwickler haben sich doch immer wieder kleine Features überlegt, um die spielerische Komponente aufzupeppen.

Mafia 1 bemüht sich etwa besonders darum, uns wirklich spüren zu lassen, mit welchen uralten Autos wir unterwegs sind. Das zeigt sich nicht nur in Verfolgungsjagden mit 30 km/h, sondern auch im Schadensmodell und der Fahrphysik.

Die Karossen sind für damalige Verhältnisse äußerst detailliert zerstörbar und angemessen schwer zu steuern. Nicht umsonst ist die berühmteste Stelle der ganzen Reihe das Autorennen in Mafia 1 - hier fanden etliche Spieldurchgänge ein vorzeitiges Ende.

Auch Recht und Ordnung werden in Mafia 1 und 2 strenger durchgesetzt als in vergleichbaren Spielen. Da ist uns die Polizei schon auf den Fersen, wenn wir mal zu schnell fahren oder über eine rote Ampel brettern, während wir in GTA und Co. meist erst nach dem Einsatz von Gewalt belangt werden.

Über die Spiele und Neuveröffentlichungen hinweg wurden Fahrphysik, Schadensmodell und Polizei dann zunehmend vereinfacht, wodurch die Besonderheiten eine immer kleinere Rolle spielen.

Aber auch ein Mafia 3 lässt seine schweren Muscle Cars noch authentisch durch die Gegend schlittern und versucht, den Rassismus der damaligen Gesellschaft im Gameplay abzubilden, wenn wir etwa aus Läden geworfen werden, die nur für Weiße gedacht sind.

Tommy aus Mafia: Definitive Edition zerstört ein Auto. Quelle: PC Games Hardware In einer der ersten Missionen in Mafia 1 ist es unsere Aufgabe, den Fuhrpark eines Kontrahenten zu demolieren. Hauptsächlich wird bei Mafia aber genretypisch gefahren und geschossen. Es sind die Missionen, in die das simple Gameplay eingebettet ist, die es interessant machen: Wir setzen Konkurrenten unter Druck, verticken illegale Ware, schalten Zeugen aus oder lassen die Besitztümer eines verfeindeten Capos in Flammen aufgehen.

Vertraute Mafia-Arbeit also, wie man sie aus einschlägigen Filmen und Serien kennt - bereitet aber natürlich mehr Freude, wenn wir es selbst machen dürfen!

So muss Mafia aussehen!

Was ist also die Essenz von Mafia? Wenn ihr uns fragt, dann sind es epische Gangster-Dramen vor einzigartigen Kulissen, die vor altmodischem Flair nur so spüren. Es sind legendäre Soundtracks und authentisch geschriebene und vertonte Figuren.

Und es sind klassische Mafiosi-Aufgaben, immer mit ein paar Ecken und Kanten veredelt, die uns noch mehr im Setting verankern. Bleibt nur zu hoffen, dass The Old Country den Prinzipien der Familie treu bleibt - basierend auf dem, was es bisher davon zu sehen gab, sind wir aber guter Dinge, dass wir dem neuen Teil am Schluss keine Betonschuhe anziehen müssen.

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