Mario Kart 7 ist ein Fun-Racer-Überflieger und das ist diesmal sogar wörtlich zu nehmen. Ein verdienter Gold-Award dafür!
Weihnachten steht vor der Tür und damit unzertrennlich verbunden der dazugehörige Reibach, den man aus dem traditionellen Weihnachtsgeschäft machen kann. Grund genug also für jede Branche zu dieser Jahreszeit neue Produkte auf den Markt zu werfen oder mit besonderen Angeboten zu punkten. Mit Zelda Skyward Sword und Super Mario 3D Land scheint Nintendo bereits bestens gerüstet für den letzten Verkaufsakt des Jahres. Doch damit nicht genug, kämpft seit dem 2. Dezember auch Mario Kart 7 um die Gunst der kaufbereiten Kundschaft - mit Recht?
Das Grundgerüst
Quelle: Nintendo
Mario Kart 7
Das Modul eingelegt, das Spiel gestartet und gleich wieder daheim. So oder so ähnlich könnte man Grunderlebnis eines jeden neuen Mario Kart und folglich auch des mittlerweile siebten Teils beschreiben. Das liegt mit Sicherheit daran, dass sich das Spielprinzip seit dem Erstling kein Stück verändert hat, wozu der Erfolg auch stets die notwendige Rechtfertigung gab. Und auch im Teil sieben sehen wir uns altbekannten Spielmodi gegenüber. Im Grand-Prix Modus stehen uns einmal freigespielt acht Cups mit je vier Rennstrecken zur Verfügung. Je nach gewählter Kubikzentimeter-Größe der Motoren sind die Gegner auch unterschiedlich stark. Während wir in der 50ccm-Klasse noch allen davon fahren und stets souverän als erster durchs Ziel brausen, bekommen wir in der 100ccm-Klasse schon mehr um die Ohren geschossen und in der höchsten Klasse, der 150ccm, ist jeder Sieg mit kompromissloser Power-Up-Verwendung sowie Fahrweise verbunden.
Mario Kart 7
Weiter stehen uns die Modi Zeitrennen, sowie die Ballonschlacht und die davon abgewandelte Münzschlacht im Singleplayer zur Verfügung. Da sich Mario Kart schon seit jeher als der Inbegriff von Fun-Racing versteht sucht natürlich vergebens nach realistischen Aspekten. Was zum Hauptteil an den Itemboxen liegt die auf jeder Rennstrecke zu Hauf zu finden sind. Diese eingesammelt bekommen wir kurzzeitige Unterstützung einiger mächtiger Gegenstände die uns dabei helfen den Vordermännern eins auszuwischen, mehr Fahrt aufzunehmen oder beides gleichzeitig. Je nach Position im Fahrerfeld fällt die Bestückung stärker oder schwächer aus, denn eine Bananenschale bringt einem auf dem achten Platz herzlich wenig. Ziel ist es natürlich auf Platz Eins die Ziellinie zu überqueren und am Ende den Goldenen Pokal für den Gesamtsieg in Händen zu halten.
Das neue Chassis
Quelle: Nintendo
Mario Kart 7
Doch so ganz ohne jegliche Veränderung am Erlebnis kommt auch der Aktuelle Serienteil nicht daher. Bei den Power-Ups beispielsweise feiern neben den Klassikern wie dem Turbo-Pilz, dem Superstern, der Bombe sowie rotem und grünem Panzergeschoss auch das aus Super Mario 3D Land bekannte Tanooki-Item und die Glückssieben ihr Debüt. Gerade letzteres hat es faustdick hinter den Ohren, erlaubt euch das Item immerhin gleich sieben Items auf einmal einzusetzen. Auch in der Rennvorbereitung erwarten uns nun mehr Auswahlmöglichkeiten als es zum Beispiel im Vorgänger noch der Fall war. Neben vier Chassis-Varianten können wir zwischen unterschiedlich großen bzw. dicken Reifen und einem Gleitschirm für unser Gefährt wählen. In Statistik-Leisten wie Handling, Beschleunigung und Tempo können wir die Auswirkungen unserer Konstellationen jederzeit nachvollziehen und für das anstehende Renn-Event optimieren. Dies kann jedoch nur vor einem kompletten Grand-Prix eingestellt werden, Änderungen mitten in der Meisterschaft sind leider nicht möglich. Aber auch kommt der neue taktische Aspekt des Spiels hervorragend zur Geltung und lässt den Spieler doch etwas mehr Zeit im Tüftel-Menü verbringen.
Quelle: Nintendo
Mario Kart 7
An neue Anbauteile kommen wir indem wir auf der Strecke Münzen einsammeln. Werden wir attackiert oder versuchen die auf den Grid positionierten Figuren des Mario Universums über den Haufen zu fahren zahlen wir dafür mit dem gesammelten Gold. Schade ist nur, dass wir es dem Spiel überlassen müssen welches Teil wir mit wie vielen Münzen bekommen. Hand in Hand mit den Kombinationsmöglichkeiten geht das überarbeitete Streckendesign. Anstatt wie früher vielleicht nur ab und an springen zu müssen, oder einmal in die Luft geschossen der Flugbahn komplett ausgeliefert zu sein, werden wir in Mario Kart 7 nicht nur zum Flitzen sondern auch zum Fliegen animiert. Sausen wir über eine Rampe wir automatisch der zuvor angeschlossene Gleitschirm geöffnet und wir haben plötzlich ungewohnt viel Kontrolle über die Flugkurve. Geschmeidig lehnen wir uns in alle Richtungen und fliegen dadurch Kurven, tauchen ab und steigen leicht nach oben. Vor allem taktisch macht dieses Feature in Symbiose mit der Levelarchitektur viel Sinn. Gerade unter Druck muss man manchmal abwägen ob es sich nun lohnt den Schirm auszupacken oder doch am auf dem Boden zu bleiben.
Mario Kart 7
Doch nicht nur nach oben eröffnet sich der Titel bisher unbekannte Sphären. Auf manchen Strecken müssen wir uns auch Unterwasser dem Ziel entgegen kämpfen. Nett: Ähnlich dem Flugschirm klappt am Heck eine kleine Schiffsschraube aus die uns einen Vortrieb auch im Reich der Fische ermöglicht. Zum Aufgebot gehören neben neuen Strecken aber auch Klassiker aus Zeiten des Nintendo 64 oder auch aus dem direkten Handheld-Vorgänger. Neben den Acht Standard-Fahrern bekommen wir im späteren Spielverlauf auch noch die Gelegenheit selbst in Form unseres Mii im Fahrersitz Platz zu nehmen. Wem das noch nicht nah genug am Renngeschehen ist, der nutzt die neue Cockpit-Ansicht. Ungewohnt irrsinniges Geschwindigkeitsgefühl gepaart mit einer Neigungssteuerung vermittelt ein neues Spielgefühl, auch wenn dieses durch die vielen Bewegungen zu Lasten des 3D-Effekts geht.
