Fehlende Updates sind nur ein Teil des Problems. Auch das komplexere Gameplay könnte dazu beitragen, dass sich Mario Kart World weniger wie das klassische Partyspiel anfühlt, das die Reihe jahrelang ausgezeichnet hat.
Bis ans Äußerste ausgereizt wurde der Switch-Port dann noch mit dem Booster-Streckenpass. Zwischen 2022 und 2023 erschienen in sechs Wellen immer wieder neue Strecken, die Mario Kart 8 Deluxe zu einem wahren Dauerbrenner machten. Selbst Spieler, die längst aufgehört hatten, schauten regelmäßig wieder vorbei, um die neuen Inhalte auszuprobieren.
Quelle: Nintendo
Der Booster-Streckenpass versorgte Mario Kart 8 Deluxe über zwei Jahre regelmäßig mit frischem Content.
Bei Mario Kart World ist von einem ähnlichen Weg bislang kaum etwas zu sehen. Dabei bringt das Spiel eigentlich die perfekten Voraussetzungen mit. Die offene Welt lädt förmlich dazu ein, regelmäßig neue Inhalte nachzuliefern. Warum nicht neue Regionen freischalten, zusätzliche Etappen-Cups auch für den normalen Grand Prix integrieren oder saisonale Events veranstalten? Stattdessen wirkt die Open World weiterhin wie eine überflüssige Dreingabe, die das Spiel eigentlich gar nicht gebraucht hätte.
In diesem Artikel
Klar, nicht jedes Spiel muss zu einem Live-Service-Titel werden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Nintendo das enorme Potenzial der offenen Spielwelt viel zu wenig ausschöpft. Vielleicht wäre Mario Kart World heute ein größeres Gesprächsthema, wenn Nintendo den Spielern in kürzeren Abständen neue Gründe liefern würde, den Motor wieder zu starten.
Hat Mario Kart seine Casual-Stärke verloren?
Ein weiterer Punkt, über den ich in den vergangenen Wochen immer häufiger nachgedacht habe, ist das Gameplay selbst. Womit wir zurück zu der Frage kommen, ob sich Mario Kart nicht etwas zu weit entwickelt hat. Auf der einen Seite halte ich die neuen Mechaniken für eine echte Bereicherung.
Das Grinden auf Geländern, das Fahren an Wänden und die erweiterten Sprungtechniken sorgen dafür, dass Mario Kart World spielerisch mehr Möglichkeiten bietet als jeder Vorgänger. Gleichzeitig habe ich aber auch das Gefühl, dass sich dadurch der Charakter der Reihe ein Stück weit verändert hat.
Quelle: Nintendo
Die neuen Gameplay-Mechaniken sorgen zwar für frischen Wind, machen das Spiel aber auch um einiges komplexer.
Mario Kart war für mich schon immer das perfekte Beispiel für "easy to learn, hard to master". Natürlich gab es auch schon früher fortgeschrittene Techniken und Abkürzungen. Wer sich intensiv mit Mario Kart 8 Deluxe beschäftigt hat, konnte sich immer einen Vorteil verschaffen.
Trotzdem hatte ich gerade bei Freunden, die das Spiel selbst nicht besaßen, nach ein paar Runden immer das Gefühl, dass sie bereits ein ordentliches Niveau erreicht hatten. Auch ohne regelmäßiges Training konnten sie problemlos mithalten. Genau das war für mich immer eine der größten Stärken der Reihe.
Bei Mario Kart World sieht das für mich etwas anders aus. Die neuen Gameplaymechaniken erweitern das Spiel sinnvoll, erhöhen aber gleichzeitig auch die Skillgrenze. Wer online wirklich mithalten möchte, kommt kaum noch daran vorbei, sich mit Wandfahrten, Rail-Grinds und den verschiedenen Sprungtechniken auseinanderzusetzen. Zwischen Gelegenheitsspielern und erfahrenen Fahrern entsteht dadurch eine deutlich größere Lücke als noch in früheren Ablegern. Erfahrt auf der nächsten Seite was Nintendo tun könnte um Mario Kart World wieder attraktiver für Spieler zu machen.
