Mario Party: Island Tour für Nintendo 3DS im Test: Gute Minispielsammlung, aber kein Multiplayer-Hit
Mit Mario Party Island Tour spendiert Nintendo dem 3DS - wie seinem Vorgänger auch - endlich einen eigenen Ableger der beliebten Minispiel-Reihe. Allerdings will sowohl daheim als auch unterwegs keine wirkliche Party-Stimmung entstehen.Viel Glück, wenig Verstand
Quelle: Nintendo
Mario Party: Island Tour im Test (2)
Auf den ersten Blick legt Mario Party Island Tour das gewohnte Qualitätsbild an den Tag. Auf insgesamt sieben Spielwelten und über 80 Minispielen geht es auch mobil in den Wettstreit. Anscheinend hat es Nintendo für notwendig erachtet, an den Zutaten des Erfolgsrezepts zu feilen und verändert damit das bekannte Spielerlebnis erheblich. Die Spielbretter gehen beispielsweise lediglich von A nach B und lassen elementare Gameplay-Inhalte, etwa die Jagd nach Sternen, unter den Tisch fallen. Stattdessen werden wir in manchen Fällen mit sehr unkreativen Zielen konfrontiert. Dieser zwanghafte Versuch einem Unterhaltungsspiel einen kompetitiven Touch zu verleihen, geht leider vollends daneben. Da helfen auch keine vermeintlich coolen Features wie Düsentriebwerke mehr. Zwar ist die KI der Gegenspieler bei Bedarf regelbar, Glück wie drei Dutzend Lottogewinner zusammen haben sie jedoch auf allen Schwierigkeitsgraden. Schon nach ein bis zwei Spielen wird man das Gefühl nicht los, als Spieler im Vergleich der einzig fehlbare Charakter auf dem Spielbrett zu sein, was nicht gerade zuträglich für ein ausgewogenes Spielerlebnis ist.
Quelle: Nintendo
Mario Party: Island Tour im Test (6)
Anders als der sonstige Spielverlauf unterliegen die Minispiele allerdings keinerlei Qualitätsschwankungen. Hier stellen wir allerlei kreativen Unfug an und lösen etliche Geschicklichkeits- und Denkspiele binnen kürzester Zeit. Dabei werden von Zeit zu Zeit die verschiedenen technischen Spielereien des 3DS wie der Gyro-Sensor, der Touchscreen oder das eingebaute Mikro für die Minispiele gebraucht. Leider wird das prägnanteste Gameplay-Element der mobilen Party nie so gut genutzt wie auf den stationären Konsolen. Während auf dem Spielbrett für unsere Begriffe ruhig mehr Spiele vorkommen könnten, wird man in der reinen Minispiel-Arie in Bowsers Turnierturm der kleinen Scharmützel schnell überdrüssig. Obgleich man für beendete Spiele Punkte einheimsen kann, verpasst es Nintendo wirklichen Anreiz für die Punktehatz zu schaffen.
Seine wahre Stärke entfacht Mario Party Island Tour erst im Multiplayer. Doch auch hier gilt es eine weitere bittere Pille zu schlucken. Zwar kann Mario Party als Download-Spiel mit bis zu vier Freunden über ein einziges Modul gespielt werden, jedoch endet dort auch schon der Multiplayer-Spaß. Duelle, wie sie beispielsweise Mario Kart über dessen Online-Modus bietet, lässt Mario Party komplett aus.
Optisch sowie technisch kann man Mario Party allerdings keinerlei Vorwürfe machen. Nintendo fährt das komplette Kult-Arsenal auf die Insel und überzeugt vollends. Auch wenn der deutsche Sprecher nicht mehr als reine Kommandos wie "Ende" oder "Start" vom Stapel lässt, ist eine Lokalisierung durchaus löblich. Der 3D-Effekt kann sich zwar ebenfalls sehen lassen, wird jedoch in der Hektik des Spielbetriebs mehr zum Hindernis als zum wahren Vorteil.