Im Körper des Feindes... So nah waren Mario und Luigi ihrem Erzfeind Bowser noch nie!
Mario & Luigi: Abenteuer Bowser
Doch was machen sie überhaupt in Bowsers Körper? Auf diese Frage gibt es eine einfache Antwort: Sie helfen ihm. Immer wieder packt der König der Schildkröten etwas Schweres an, das er aus eigener Kraft kaum anheben kann. Mario sieht dies, da sich die Muskelregionen von Bowser bemerkbar machen. Die beiden Brüder gehen nun dorthin und reizen den Muskeln noch ein bisschen mehr, indem sie Nervenfunken auf den Muskel schleudern. Dabei kommt es auf genaues Timing an. Haben sie alles richtig gemacht, so entwickelt Bowser ungeahnte Kräfte und schafft mal eben die schwersten Hindernisse aus dem Weg. Das ist aber noch längst nicht alles. In ganz besonderen Momenten können sie ihn sogar zu enormer Größe aufpumpen. Dabei wird er so riesig und stark, dass er gleich beide Bildschirme des Nintendo DS für sich und seine Schlachten beansprucht. Immer noch nicht genug, denn selbst beim Kämpfen unterstützen ihn die beiden heldenhaften Brüder. Wenn Bowser gegen einen Feind antritt und diesen im Laufe des Kampfes einsaugt, bekommen Mario und Luigi Besuch und im Bauch geht der Kampf noch weiter. Es scheint also gar nicht mal so übel zu sein, wenn man ein solch engagiertes Gespann in seinem Magen sitzen hat.
Die Rätsel die auf diese Weise entstehen sind sehr kreativ und außergewöhnlich. Da sich sowohl Bowser, als auch Mario und Luigi spielen lassen, ist immer Abwechslung geboten. Man kann fast jederzeit zwischen dem ungleichen Team wechseln. So erforscht man mit Bowser ein neues Gebiet, kommt aber schließlich nicht weiter, weil seine Muskelkraft nicht ausreicht. Es wird also umgeschalten zu den beiden Brüdern, die sich dem Problem annehmen. Nachdem dies behoben wäre, kann man wieder in die Rolle von Bowser schlüpfen und das Abenteuer fortsetzen. So wird der Spieler stets gezwungen geschickt zwischen den Parteien hin und her zu wechseln und das Team aus Freund und Feind gekonnt zu führen.
Latzhosen und Pilze statt Ritterrüstungen und Heiltränke
Mario & Luigi: Abenteuer Bowser
"Mario und Luigi - Abenteuer Bowser" ist abermals ein RPG der etwas anderen Art. Wer bei diesem Genre an klassische Vertreter wie "Final Fantasy" oder "Baldurs Gate" denkt, der wird sich fragen wie das denn bitteschön mit Mario und Luigi zusammenpassen kann. Für gewöhnlich erwartet man ein großes Aufgebot mystischer Fabelwesen, mächtiger Zauber und märchenhafter Landschaften. Dass Mario und Luigi in einer solchen Welt völlig deplatziert wirken würden, ist klar. Die beiden Klempner definieren das RPG-Genre jedoch ein wenig anders, eben auf ihre ganz spezielle Art und Weise. Sie tun im Prinzip nichts anderes, als die Genre-Kollegen: Kämpfen gegen Bösewichte, erkunden eine Oberwelt, sammeln Erfahrungspunkte wodurch sie im Level aufsteigen, verwenden Items und müssen darauf achten, dass sie eine starke "Rüstung" tragen. Doch all dies geschieht im typischen Nintendo-Flair. Hier gibt es keine Heiltränke zur Genesung, sondern die obligatorischen Pilze, zum Angriff steht kein mächtiges Schwert oder ein Feuerzauber zur Verfügung, sondern Schildkrötenpanzer oder die bekannte Feuerblume. Die "Rüstungen" haben nichts was an einen Ritter oder Zauberer erinnern würde, sondern sind stinknormale Latzhosen mit speziellen Fähigkeiten. Auch die Gegner sehen nicht aus als stammten sie aus einer alten Sage: Es sind viele bekannte als auch unbekannte Gesichter aus dem Pilzkönigreich, wie etwa Gumbas, Koopas oder Bob-Ombs. Da Mario eigentlich im Genre des Jump'n'Run zu Hause ist, merkt man natürlich einen starken Einschlag davon. Sowohl in der Oberwelt, aber noch viel deutlicher bei den Kämpfen.
Das altbewährte Kampfsystem
Mario & Luigi: Abenteuer Bowser
Wie schon in den beiden direkten Vorgängern ist das Kampfsystem rundenbasiert. Abwechselnd werdet ihr von Gegnern angegriffen bzw. greift diese selbst an. Ihr wählt eine Aktion aus, wie etwa eurem Gegenüber auf den Kopf zu springen oder ihm einen Hammer vor den Latz zu knallen und Mario oder Luigi führen die Aktion anschließend aus. Wer nun denkt, das war alles und man kann sich so lange entspannt zurücklehnen, der hat sich geschnitten. Ihr schaut euren Protagonisten nämlich nicht nur zu, sondern werdet selbst aktiv: Je nachdem für welchen Angriff ihr euch entschieden habt, muss zur richtigen Zeit der richtige Knopf gedrückt werden. Bei der Sprungattacke drückt ihr zunächst die A-Taste, damit Mario springt und kurz bevor er auf dem Kopf des Gegners landet gleich noch einmal. Dadurch stampft er diesem richtig wuchtig auf die Rübe. Stimmt das Timing nicht und ihr drückt den A-Knopf zu früh oder zu spät, fällt Mario nach dem Sprung auf den Hintern und der Gegner erleidet weniger Schaden. Ähnlich verhält es sich mit der Verteidigung: Wenn euch beispielsweise ein Feuerball entgegenfliegt, müsst ihr lediglich drüber springen. Klingt einfacher als es ist, denn auch hier ist wieder genaustes Timing gefragt. Die Bösewichte sind immerhin so nett und zeigen euch durch kleine Zeichen, ob sie nun Mario oder Luigi angreifen, sodass man sich im Vorfeld darauf einstellen kann. Es gilt jedoch erst diese Zeichen zu erkennen, denn das kann sich auf ein Augenblinzeln oder ähnlich unauffällige Dinge beschränken. Theoretisch ist es also möglich sämtlichen Attacken zu entkommen, aber in der Praxis gestaltet sich das häufig alles andere als einfach.
