Marsupilami: Hoobadventure - Gutes, kindgerechtes Jump&Run mit nervigen Makeln
Test 17,99 €
Kurz vor ihrem 70(!). Geburtstag bekommen die Marsupilamis von Hersteller Microids ein Geburtstagsgeschenk in Form eines niedlichen Jump&Runs mit ordentlichem Umfang und einfachen Spielmechaniken, das sich auch gut für Kinder eignet. Aber macht Hoobadventure auch Fans der Marsupilami-Comics glücklich?
Das vom mittlerweile verstorbenen Zeichner und Autor André Franquin erfundene Phantasietier Marsupilami genießt bei vielen Comic-Fans einen gewissen Kultstatus. Daher wird es viele Fans gefreut haben, dass sich Hersteller Microids die Marsupilami-Lizenz für ein Jump&Run-Spiel gesichert hat. Weniger erfreulich ist leider, was Microids und Entwicker Ocellus Studio mit der Lizenz gemacht haben, nämlich herzlich wenig. Wer hier tollen Fan-Service erwartet, wird herb enttäuscht: Denn Hoobadventure bietet gerade mal den Ansatz einer Story, praktisch keine Zwischensequenzen und abgesehen von freischaltbaren Bilder-Galerien mit Konzeptzeichnungen und 3D-Artworks nichts, was Fans der Comic-Reihe in irgendeiner Form wirklich glücklich machen dürfte. Gegner, Levels, Spielfiguren, Moves - alles sieht gut aus, wirkt aber recht austauschbar und daher fast schon ein wenig lieblos. Dafür hätte sich Microids nicht zwingend die Marsupilami-Lizenz holen müssen. Glücklicherweise ist das aber auch der größte Kritikpunkt an Marsupilami: Hoobadventure, ansonsten kann sich das Jump&Run durchaus sehen lassen.
Schwache Story, guter Umfang
Die Story ist schnell erzählt: die drei Marsupilamis Twister, Hope und Punch müssen einen fiesen Geist davon abhalten, ihre geliebte Heimat Palombia zu zerstören. Die Jagd nach dem Geist zieht sich durch drei Welten (Stadt, Dschungel und Tempel) und umfasst 28 Levels. Vor einem Abschnitt entscheidet ihr, welches der drei Marsupilamis ihr steuern wollt. Einen spielerischen Unterschied macht eure Wahl nicht. Alle drei Marsupilamis verfügen über dieselben Fähigkeiten und Moves. Der Bewegungsspielraum der Fantasietiere ist zudem nicht gerade umfangreich, wodurch sich Hoobadventure auch für jüngere Spieler mit wenig Jump&Run-Erfahrung gut eignet. Mit dem linken Stick bewegt ihr euer Marsupilami und ein Druck auf die B-Taste lässt es springen. Mithilfe der Y-Taste lasst ihr eure Spielfigur rollen, etwas greifen oder mit dem Schwanz zuschlagen. Mit der ZR-Taste führt ihr einen Spin-Angriff aus. Dazu kommen noch ein paar Aktionskombinationen, wie beispielsweise ein etwas weiterer Sprung, wenn ihr zuvor eine Rolle ausführt oder eine Spin-Attacke von oben, mit der ihr Gegenstände zerbrechen könnt. Aber grundsätzlich war es das schon.
Quelle: Microids
In den drei anspruchsvollen Bosslevels verfolgt ihr den fiesen Geist, der in
Palombia, der Heimat der Marsupilamis, für mächtig Ärger sorgt.
Easy-Modus für jüngere Spieler
Wie die Steuerung schon vermuten lässt, ist Marsupilami: Hoobadventure (jetzt kaufen / 17,99 € ) kein hochkomplexes Hüpf- und Springspiel, vor allem in den ersten beiden Welten. Ihr überwindet mit eurem Marsupilami Hindernisse und weicht Gegnern aus oder zieht diese aus dem Verkehr, während ihr fröhlich Früchte einsammelt. Für 100 dieser vitaminreichen Leckereien erhaltet ihr ein zusätzliches Leben. Diese virtuellen Leben verliert ihr aber nur, wenn ihr in einen Abgrund springt oder (auf dem normalen Schwierigkeitsgrad) dreimal durch Gegner oder bestimmte Hindernisse Schaden nehmt und Herzchen verliert. Besagte Herzchen könnt ihr während eines Levels aber auch wieder auffüllen.
Zudem gibt es in jedem Abschnitt mehrere, in der Regel fair gesetzte Rücksetzpunkte, an denen ihr wieder ins Geschehen einsteigen dürft. Gehen euch im Laufe eines Levels wirklich mal die virtuellen Bildschirmleben aus, bekommt ihr zehn neue spendiert und müsst den entsprechenden Abschnitt einfach von Neuem beginnen. Das gilt auch für den einfachen Schwierigkeitsgrad, auf dem ein Sturz in den Abgrund immer normalerweise ebenfalls tödlich ist, dafür können euch Feinde oder Fallen nichts anhaben. Ihr habt im Easy-Modus zudem die Option nach ein paar Fehlversuchen eine Sprungfrucht zu aktivieren, die euch auch vor tödlichen Abstürzen rettet. Ist diese - sich stets regenierende - Hilfe aktiviert, könnt ihr aber die im Level verteilten Federn nicht mehr sammeln.
Viele versteckte Extras
Quelle: Microids
Für welches der drei Marsupilamis ihr euch vor einem Level entscheidet,
hat keinerlei Auswirkungen auf den Spielablauf.
Dennoch sollte es auch jüngeren Spielern ab 6 Jahren gelingen, die erste Hälfte an Leveln problemlos abzuschließen. Danach zieht der Schwierigkeitsgrad gegen Ende der zweiten Welt leicht an, um dann gegen Ende des dritten Abschnitts teilweise recht absurd zu werden. Gerade der "Endkampf" gegen den Geist ist durch die erforderliche Präzision mit der ihr längere Passagen ohne Speicherpunkt fehlerfrei absolvieren müsst, eine echte Herausforderung. Und das selbst wenn man schon andere Spiele dieser Art gemeistert hat. Bis dahin besteht die größte Herausforderung darin, alle in einem Level platzierten Federn und Secrets zu finden, was stellenweise nicht ganz einfach, aber mit etwas Übung durchaus machbar ist.
Quelle: Microids
In Dojo-Geschicklichkeitsleveln müsst ihr eine bestimmte Anzahl von Ringen innerhalb eines bestimmten Zeitlimits einsammeln. Eine unterhaltsame Abwechslung.
In fast jedem Level gibt es einen versteckten Geschicklichkeitsparcours (Dojo genannt), wo ihr innerhalb eines Zeitlimits eine bestimmte Anzahl von Ringen einsammeln müsst. Diese Dojos werden sukzessive schwerer, wenngleich nur die wirklich letzten eine große Hürde darstellen. Schafft ihr so einen Level, bekommt ihr dafür Tickets. Diese nutzt ihr, um Bonus-Levels zu spielen, in denen massig Früchte gesammelt dürft. Darüber hinaus dürft ihr alle Levels noch in einem Zeit-Prüfungsmodus absolvieren. Wer Marsupilami: Hoobadventure einfach nur durchspielen will, benötigt dafür um die 10 Stunden. Wollt ihr aber alle Levels inklusive Zeitherausforderungen absolvieren und das komplette Bonusmaterial freischalten, dann könnt ihr locker die doppelte Spieldauer veranschlagen.
Hübsche Grafik mit kleineren Mängeln
In technischer Hinsicht macht das mit der Unity-Engine entwickelte Marsupilami: Hoobadventure einen insgesamt ordentlichen Eindruck. Die Levels, die Spielfiguren und die Gegner sehen gut aus, die Darstellung ist aber nicht immer flüssig und auch die Präzision der Steuerung lässt hier und da zu wünschen übrig. Sprachausgabe sucht ihr in Hoobadventure vergeblich und die recht dudelige Musik nervt nach einer Weile.
